Schulen in Heumaden Bildungsplan bringt Wandel

An der Birken-Realschule   wird es auch im Zuge der Bildungsplanreform 2016 große Veränderungen geben. Foto: Eveline Blohmer
An der Birken-Realschule wird es auch im Zuge der Bildungsplanreform 2016 große Veränderungen geben. Foto: Eveline Blohmer

Der neue Bildungsplan bringt einige Neuerungen mit sich. An der Birken-Realschule gibt es künftig eine Einteilung von Schülern nach Leistungsniveaus. Außerdem werden Fächerverbünde aufgelöst.

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Heumaden - Es wird sich einiges ändern an der Birken-Realschule in Heumaden. Und das liegt nicht nur an der neuen Schulleiterin Annette Weber, die am 1. August ihren Dienst angetreten hat. Vom Schuljahr 2016/17 an wird dort auch der neue Bildungsplan umgesetzt werden.

„Ich freue mich, dass ich jetzt hier bei Ihnen in diesem wunderschönen Ort sein darf“, sagte Annette Weber in der Sitzung des Bezirksbeirats Sillenbuch am Mittwoch, in der sie und ihre Amtskollegin Petra Fix – die neue Schulleiterin der Grund- und Werkrealschule Heumaden und ebenfalls seit 1. August im Amt – vorgestellt wurden. Weber tritt die Nachfolge von Wolfgang Weixler an, der sich nach dem vergangenen Schuljahr in den Ruhestand verabschiedet hat. Zuvor war sie Konrektorin der Realschule in Ostfildern-Nellingen.

Stolz auf die Arbeitsgemeinschaften

„Wir sind ein recht junges Kollegium“, sagte Weber. Von den 24 Lehrern, die die 325 Schüler der Birken-Realschule unterrichteten, seien fünf erst kürzlich eingestellt worden. Das gebe auf der einen Seite natürlich neue Impulse, bedeute auf der anderen Seite aber Arbeit, da viele Abläufe erst noch strukturiert werden müssten. Stolz ist sie auf die vielen Arbeitsgruppen, in denen Schüler sich engagieren können: An der Birken-Realschule gibt es unter anderem die Arbeitsgemeinschaften Homepage, Soziales, Chor und Musik.

Große Veränderungen wird es im Zuge der Bildungsplanreform 2016 geben, die vom kommenden Schuljahr an in allen Grundschulen und allgemein bildenden weiterführenden Schulen umgesetzt wird. Künftig durchlaufen die Schüler in der fünften Klasse dann einen sogenannten Lernstandstest, auf dessen Grundlage sie in Leistungsniveaus eingeteilt werden. Diese führen zu unterschiedlichen Schulabschlüssen: „G“ steht für Grund-Niveau und zielt auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klassenstufe neun, „M“ für Mittel und mündet am Ende der zehnten Klassein in die mittlere Reife. In den einzelnen Fächern können Kurse unterschiedlicher Niveaus besucht werden, jeweils zum Halbjahr ist ein Wechsel möglich. So kann es vorkommen, dass ein Schüler in Mathematik den G-Kurs und in Deutsch den M-Kurs besucht, zum Halbjahr aber in Mathematik ebenfalls in den Kurs mittleren Niveaus wechselt. Entscheidend für die Art des Abschlusses ist das Niveau der überwiegend besuchten Kurse. Spätestens nach Klassenstufe acht muss der jeweils angestrebte Schulabschluss feststehen. Die Schüler werden hierzu von der siebten Klasse an beraten. Das Modell erinnert stark an das einer Gemeinschaftsschule. Es gebe allerdings einen großen Unterschied, wie Annette Weber erklärte. „Eine Gemeinschaftschule ist zwingend eine Ganztagsschule.“ Mit Blick auf den erhöhten Aufwand für Betreuung und Verköstigung – derzeit besitzt die Schule keine Mensa – sei die Entscheidung in Abstimmung mit Eltern und Lehrern daher bewusst dagegen gefallen. Momentan sei das Kurssystem auch für sie noch theoretisch, sagte die neue Schulleiterin. „Das bedeutet natürlich sehr viel Konzeptarbeit und auch räumliche Umstrukturierungen“, kündigte sie an.

Neuerungen bei Schulfächern

Denn zusätzlich zu der neuen Schulstruktur sollen auch andere Schwerpunkte gesetzt werden. So soll der Fächerverbund Erdkunde, Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde (EWG) aufgelöst und die Fächer wieder einzeln unterrichtet werden. Auch Biologie, Chemie und Physik werden wieder als gesonderte Schulstunden ausgewiesen. Ein neues Fach „Wirtschaft“ soll zudem für eine bessere Berufsorientierung sorgen. Hierzu soll auch ein – wie im „echten“ Berufsleben – Assessment Center genannter einwöchiger Kurs beitragen, den die Schüler der achten Klassen durchlaufen und aus dem Empfehlungen für die Belegung bestimmter Wahlmodule abgeleitet werden können. In Gesprächen sollen zudem die Eltern stärker in die Berufsorientierung einbezogen werden.

Auch an der Grund- und Werkrealschule Heumaden sollen die Fächerverbünde nach und nach wieder aufgelöst werden. Es sei im Alltag einfach nicht praktikabel, Fächer wie Musik, Kunst und Werken im Verbund zu unterrichten, sagte die neue Schulleiterin Petra Fix bei der Bezirksbeiratssitzung. „Wenn wir nur einen Kunstsaal haben, dann müssen wir auch die Belegung entsprechend planen, da kann man nicht spontan entscheiden.“

Die beiden Schulleiterinnen planen in Zukunft eine enge Zusammenarbeit. Zwar werden wegen des Wegfalls der verbindlichen Grundschulempfehlungen keine Gespräche über einzelne Schüler möglich sein – zum Thema Inklusion, Lehrmethoden und über den allgemeinen Ausbildungsstand der Klassen möchten die beiden sich aber auf jeden Fall austauschen.




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