Unfall in Stuttgart Fahrer ohne Sicht erfasst Schulkind auf dem Gehweg

Von Wolf-Dieter Obst 

Die eiskalten Temperaturen haben für Autofahrer ihre Tücken -etwa kaum Sicht durch die beschlagene Frontscheibe. Einer wollte alles richtig machen – doch dann wurde alles nur noch schlimmer.

Das Auto freikratzen reicht oft nicht – was tun, wenn die Scheibe während der Fahrt wieder beschlägt? Foto: dpa/Angelika Warmuth
Das Auto freikratzen reicht oft nicht – was tun, wenn die Scheibe während der Fahrt wieder beschlägt? Foto: dpa/Angelika Warmuth

Stuttgart - Was soll ein Autofahrer tun, wenn die freigekratzte Frontscheibe nach kurzer Fahrt gleich wieder beschlägt? Rechts ran, dachte sich ein 41-Jähriger am winterkalten Dienstagmorgen. Die Entscheidung hatte für ein elfjähriges Schulkind aber fatale Folgen.

Der Hyundai-Fahrer war gegen 7.40 Uhr in der Kemnater Straße in Heumaden stadteinwärts nach Riedenberg unterwegs, als ihm nach wenigen Hundert Metern das bekannte Malheur passierte: Die freigekratzte Scheibe begann schon wieder zu beschlagen, und die Fahrt wurde zum Blindflug. Kurz vor dem Schulzentrum und den Tennisplätzen beschloss er, auf dem Gehweg rechts anzuhalten, bis er wieder freie Sicht hatte. Im Prinzip eine richtige Entscheidung – allerdings mit bösen Konsequenzen. Das Auto erfasste ein elf Jahre altes Mädchen, das in gleicher Richtung auf dem Gehweg unterwegs war und von dem Fahrer übersehen wurde. Das Kind erlitt schwere Verletzungen. Es wurde von einem Notarzt behandelt und in ein Krankenhaus gebracht.

Offenbar hatte der Fahrer nicht wirklich angehalten, sondern war noch mit Schrittgeschwindigkeit weitergerollt. „Grundsätzlich sollte man in solchen Situationen den Warnblinker einschalten“, sagt Polizeisprecherin Monika Ackermann. Dann das Tempo verringern und wenn möglich anhalten. In Tempo-30-Zonen habe man hier natürlich mehr Möglichkeiten als auf einer Bundesstraße. Dabei gelte der Grundsatz: „Wenn ich nichts sehe, dann darf ich nicht weiterfahren.“

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