Schullandheim Mönchhof bei Kaisersbach Sanierung für den Klimaschutz

Der Mönchhof soll wieder als Schullandheim genutzt werden. Foto: Gottfried Stoppel
Der Mönchhof soll wieder als Schullandheim genutzt werden. Foto: Gottfried Stoppel

Das Schullandheim Mönchhof soll energetisch vorbildlich umgerüstet werden. Der Beschluss dazu fiel fast einstimmig aus. Dennoch ist das Projekt umstritten.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Kaisersbach - Das idyllisch am Waldrand bei Kaisersbach gelegene Schullandheim Mönchhof soll nun doch zu einem „Leuchtturmprojekt für den Klimaschutz“ werden. Der Umweltausschuss des Kreistags hat die Verwaltung ermächtigt, 1,8 Millionen Euro in die energetische Sanierung des Gebäudes und eine neue Heizungsanlage zu investieren. Zuvor indes war lange darüber diskutiert worden, ob man sich die Investition angesichts der angespannten Kassenlage leisten kann – und ob diese überhaupt sinnvoll ist.

Viertelmillion Euro Zuschuss

Eigentlich war die umfangreiche Sanierung des Schullandheims im Rahmen des selbst auferlegten Klimaschutzprogrammes bereits beschlossene Sache. So sollten unter anderem die Ölheizung durch eine Holzpelletanlage ersetzt, die alten Fenster ausgetauscht, eine zentrale solare Warmwasseraufbereitung eingebaut und die Beleuchtung auf LED umgerüstet werden. Dazu hatte der Landkreis bereits Bundeszuschüsse beantragt, welche in Höhe von 250 000 Euro auch zugesagt wurden. Der Kreistag hatte dem Vorhaben unter dem Vorbehalt einer Förderzusage im Oktober vergangenen Jahres zugestimmt.

Dann aber war das Schullandheim zur Unterbringung von Geflüchteten umfunktioniert worden. Die CDU-Kreistagsfraktion hatte das zum Anlass für einen Antrag genommen, die Wirtschaftlichkeit und die geplante Sanierung neu auf den Prüfstand zu stellen. Mittlerweile ist die Übergangslösung aufgehoben, die Flüchtlinge sind ausgezogen, und der Verwaltungs-, Schul- und Kulturausschuss hat beschlossen, das Schullandheim wieder baldmöglichst als solches zu nutzen.

Hocheffiziente Ölheizung verschrotten?

Die Frage der Sanierung indes sollte im Umweltausschuss beantwortet werden. Und dort betonte der zuständige Dezernent Peter Zaar, dass diese nur unter dem Ansatz „ganz oder gar nicht“ zu stellen sei. Sein Argument: der Bundeszuschuss werde nur gewährt, wenn die Maßnahme eine Einsparung des Treibhausgases CO2 von mindestens 80 Prozent erbringe. Zentraler Bestandteil dafür wäre der Austausch der Ölheizung. Doch damit taten sich einige Räte im Umweltausschuss schwer. Ein Teil der Anlage sei erst im Jahr 2003 erneuert worden, monierte Horst Metzger, CDU-Rat und ehemaliger Bezirksschornsteinfeger, und damit durchaus auf dem „Stand der aktuellen Technik“. Auch sein Fraktionskollege und Großerlacher Bürgermeister Christoph Jäger pflichtete ihm bei. Er sei prinzipiell „kein Freund der Wegwerfgesellschaft“ und deswegen dagegen, eine „vollintakte, hocheffiziente Ölheizung vorzeitig zu verschrotten“. Er habe im Lauf seiner Zeit als Kreisrat eine Art „Leuchtturmallergie“ entwickelt. Projekte „nur wegen der Zuschüsse“ anzugehen, sei seines Erachtens nicht die richtige Herangehensweise. Erhard Häußermann (CDU) regte an, erst die Wirtschaftlichkeitsfragen zu klären, bevor man 1,8 Millionen investiere. Astrid Fleischer (Grüne) hingegen erinnerte an die Ziele, die man sich in Sachen Klimaschutz gesetzt habe. „Wir haben das Konzept einstimmig beschlossen.“

Letztlich stimmte der Ausschuss mit einer klaren Mehrheit für eine vollumfängliche Sanierung des Schullandheims. Trotz der Kritik gab es nur eine Gegenstimme.




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