Schulreform in Ludwigsburg Die Zahl der Werkrealschulen wird reduziert

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Die Schüler bleiben aus – jetzt reagiert die Stadt. In Ludwigsburg wird wohl eine Werkrealschule dicht gemacht, eine zweite könnte bald folgen. Die Verwaltung hat jetzt ihre Pläne zur Schulreform vorgelegt.

Die Kreisstadt muss auf die stark sinkenden Schülerzahlen an den Werkrealschulen reagieren – langfristig bleibt wohl nur eine Schule dieses Typs übrig. Foto: Pascal Thiel
Die Kreisstadt muss auf die stark sinkenden Schülerzahlen an den Werkrealschulen reagieren – langfristig bleibt wohl nur eine Schule dieses Typs übrig. Foto: Pascal Thiel

Die Ludwigsburger Stadtverwaltung hat am Mittwoch im Bildungsausschuss erstmals ihre Empfehlungen zur Reform der Werkrealschullandschaft in der Stadt vorgestellt. Demnach ist vorgesehen, die Oststadtschule, die wegen Schülermangels schon jetzt keine neue Eingangsklasse bilden kann, in den kommenden vier Jahren auslaufen zu lassen. Allerdings sollen die Räume langfristig weiter genutzt werden: für die Justinus-Kerner-Werkrealschule, die vom Schuljahr 2015/2016 an vom Campus in der Innenstadt in die Oststadt umsiedeln soll.

Die dritte Werkrealschule, die Hirschbergschule im Stadtteil Eglosheim, soll vorerst unverändert in Betrieb bleiben. „Die Situation dort müssen wir weiter beobachten“, sagte Renate Schmetz, die Leiterin des Fachbereichs Bildung, im Ausschuss. Es zeichne sich indes ab, dass auch diese Schule in nicht allzu ferner Zukunft keine neuen Klassen mehr werde bilden können.

Ein „schmerzhafter Prozess“

Die Gemeinschaftsschule wird den Trend noch verstärken

Die Schülerzahlen sind an allen drei Werkrealschulen stark rückläufig, und dieser Trend wird sich weiter verstärken, wenn 2015 die neue Gemeinschaftsschule am Campus eröffnet. Vor diesem Hintergrund hatten die Stadträte im Februar die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit den betroffenen Schulen nach Lösungen zu suchen. In mehreren Gesprächsrunden, an denen auch Vertreter des Regierungspräsidiums und des Schulamts beteiligt waren, verständigte man sich auf das jetzt vorgelegte Konzept. Man gehe diesen Schritt „schweren Herzens“, sagte Carmen Rückert, die Leiterin der Hirschbergschule. Die drei Schulen hätten gute Arbeit geleistet und eigenständige Profile entwickelt. „Aber wir müssen auf die Entwicklung reagieren.“ Auch Schmetz sprach von einem „schmerzhaften Prozess“.

Mittelfristig werden also von den drei nur noch zwei Schulen, langfristig vermutlich sogar nur noch eine Werkrealschule übrig bleiben. Diese wird zwar weiterhin Justinus-Kerner-Schule heißen, sich aber eben nicht mehr in bester Lage am zentralen Campus in der City befinden, sondern im Osten der Stadt. Ob das Konzept genau so umgesetzt wird, entscheiden die Stadträte. Der Gemeinderat wird jedoch erst nach der Sommerpause über die Vorschläge der Verwaltung abstimmen, denn noch noch sind nicht alle Kosten bekannt.

Das Interimsquartier wird teuer

Das Interimsquartier für die Schüler wird teuer

Die Justinus-Kerner-Schule, die derzeit noch vergleichsweise viele Schüler anlockt, kann nicht im Ganzen umziehen – dafür ist sie zu groß. 2015 sollen zunächst nur die Klassen 5 und 6 in die Oststadtschule verlegt werden, die anderen Stufen rücken später nach, wenn sukzessive Platz im Osten frei wird. Bis dahin allerdings müssen zahlreiche Kerner-Schüler in einem Interimsquartier untergebracht werden. Die Verwaltung schlägt vor, dafür die freien Räume der Silcherschule in der City zu nutzen. Das Gebäude müsste dafür allerdings saniert werden, die Kosten werden auf 730 000 Euro geschätzt.

Da es noch nichts zu beschließen gab, verzichteten die Stadträte am Mittwoch auf eine längere Debatte. Nur am Rande wurde über die Ludwigsburger Gemeinschaftsschule gesprochen. Die Nachfrage sei derart groß, dass diese beim Start zum Schuljahr 2015/2016 vermutlich vier Klassen bilden werde könne, sagte der Schulbürgermeister Konrad Seigfried. Kalkuliert hatte die Stadt ursprünglich mit maximal drei Eingangsklassen.