Heimsheim präsentiert eine Machbarkeitsstudie für beide Varianten. Eines steht fest: Es wird viele Millionen Euro kosten.
Die Ludwig-Uhland-Schule als Verbundschule mit Grund-, Haupt- und Realschule ist ein zentraler Bildungsstandort in Heimsheim, auch für viele auswärtige Jugendliche. Wegen steigender Schülerzahlen platzt sie aus allen Nähten. Dazu kommt, dass die Jahrzehnte alten Gebäude laut der Stadt teilweise erheblichen Investitionsbedarf bei Sanierungen, Schaffung von durchgehender Barrierefreiheit und schulische Anforderungen etwa für die Ganztagsbetreuung haben. Es gibt also allerhand zu tun an der LUS. Wie das zu stemmen ist, hat die Stadt mit einer Machbarkeitsstudie ausgelotet, die dem Gemeinderat jetzt vom Stuttgarter Planungsbüro Drees und Sommer präsentiert wurde. Das grobe Ergebnis: Was immer auch gemacht wird, wird viele Millionen kosten.
Für den verschachtelten Gebäudekomplex gibt es Handlungsbedarf und zwar sowohl im Bereich der Grundschule, die aktuell von rund 250 Schülern besucht wird, als auch bei der Realschule mit ihren rund 600 Jugendlichen. Übrigens wird die Realschule zu drei Viertel von auswärtigen Schülern besucht. Für den weiteren Raumbedarf wurden jetzt als Übergangslösung Container aufgestellt. Zusammen mit Vertretern der Schule wurde für die Machbarkeitsstudie der Bedarf für einen zukunftsorientierten Schulbetrieb ermittelt und wie dieser bei einer weitgehenden Erhaltung des Bestands baulich umgesetzt werden kann.
Eine Variante würde 60 Millionen Euro kosten
Diese „Konsensvariante“ sieht in mehreren Schritten den Neubau einer Grundschule und die bauliche Erweiterung der Realschule vor. Der Hort könnte in der dann alten Grundschule untergebracht, der jetzige Hort abgerissen werden. Die Planer schätzen die Kosten für dieses Vorhaben vorsichtig auf rund 60 Millionen Euro, die im Laufe der nächsten zehn Jahre auf die Stadt zukommen – so lange würde die Umsetzung des Projekts wohl mindestens dauern. Allerdings könne wohl mit staatlicher Förderung von etwa 17 Millionen gerechnet werden, so eine erste Prognose.
„Mit dieser Konsensvariante können alle leben“, sagte der Leiter des Stadtbauamtes, Andor Varszegi, auf Nachfrage. Dadurch wäre der Schulbetrieb optimal aufgestellt. Und es sei diejenige Umbauvariante, die während der jahrelangen Bauphase den Schulbetrieb am wenigsten stört.
Was würde ein kompletter Neubau kosten?
Und dann sehen die Planer noch die Möglichkeit, auf einem Teil des angrenzenden großen Sportplatzes einen kompletten Neubau für die gesamte LUS zu errichten. Dieser wäre voraussichtlich wohl etwas schneller zu realisieren, aber dafür auch noch einmal eine Schippe teurer: je nach Variante zwischen 51 und 72 Millionen Euro. Wie viele Fördermittel hierfür fließen würden, ist ungewiss. Die Planer haben 21,5 Millionen genannt, bezeichnen das aber selbst in diesem Umfang als „unwahrscheinlich, da hierfür eine Genehmigung zur Aufgabe des gesamten bestehenden Schulraums erforderlich wäre“.
Gemeinderat ist offen für beide Varianten
Allerdings wäre die eigentliche Bauphase deutlich kürzer. Und hinterher hätte die Stadt eine komplett neue Schule, in der der Bedarf vollständig gemäß moderner Pädagogik gedeckt wäre, wie es in der Gegenüberstellung der Varianten heißt.
„Wir nehmen jetzt mit dem Regierungspräsidium Kontakt auf wegen möglicher Fördermittel für beide Varianten“, sagte Andor Varszegi auf die Frage nach dem weiteren Vorgehen. Beide Varianten seien grundsätzlich offen. Der Gemeinderat wird sich zusammen mit der Verwaltung intensiv Gedanken machen müssen, welcher Weg in Sachen Schule eingeschlagen werden soll – angesichts der Kosten wahrlich keine leichte Aufgabe.