Schulstart im Kreis Ludwigsburg Schulen setzen auf Tests für alle

Dreimal pro Woche werden die Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien getestet. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die Verantwortlichen in Schulamt und an den Schulen im Kreis Ludwigsburg sehen sich gut gerüstet. Sie setzen auf Tests – auch für Geimpfte und Genesene. Wissend, dass die nicht gezwungen werden können.

Ludwigsburg - Der Start ins neue Schuljahr ist ein Emotionsmix. Sie spüre Unsicherheit, aber auch große Zuversicht, sagt Sabine Conrad, die neue Leiterin des Staatlichen Schulamtes Ludwigsburg. Sie ist voller Hoffnung, trotz Pandemie gut durchs Schuljahr zu kommen. Und zeigt großen Willen, nicht wieder ins Homeschooling wechseln zu müssen. Denn die Präsenz sei wichtig, betont sie. Insbesondere für die Mittelstufe.

 

Die Bewältigung der pandemischen Lage und die Überprüfung der „Sicherheitszäune“, wie Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) unter anderem die Maskenpflicht und die drei Tests pro Woche nennt, seien für die Schulen große organisatorische Herausforderungen. Darüber hinaus müsse jede Schule bis zu den Herbstferien eine Art Standortbestimmung machen und genau schauen, wo die Schüler stehen und wo Förderung wie eingesetzt wird.

Grundsätzlich vorsichtig

Durch die im vergangenen Schuljahr entwickelte Sensibilität sei man zum Wohle aller grundsätzlich vorsichtig, sagt Boris Rupnow von der Theodor-Heuss-Realschule in Kornwestheim. Das Ziel ist auch hier klar: Solange wie möglich Präsenzunterricht. Aber auch wenn das mal nicht möglich sein sollte, sieht er seine Schule für den Fernunterricht vergleichsweise gut gerüstet.

Dennoch gehe man mit gemischten Gefühlen in den Herbst. „Wir hoffen, dass es möglichst wenige Positivtestungen geben wird.“ Zur Sicherheit werden alle Schüler gleich am Montag in der ersten Stunde getestet. Schon in den Ferien-Lernbrücken habe man Schüler nach Hause schicken müssen. Er befürchte, dass der Schulstart etwas unruhig anlaufen werde.

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Gibt es einen positiven Fall in der Klasse, werden alle nicht geimpften und nicht genesenen Schüler wie überall im Land fünf Tage lang getestet. „Es stellt sich die Frage, wie wir den Unterricht organisieren, wenn bei einer Positivtestung gemischte Gruppen getrennt unterrichtet werden müssen – mehr Lehrerstunden gibt es hierfür nicht“, sagt Rupnow.

PCR-Pooltests in Kornwestheim

Von der übernächsten Woche an werde man an allen Schulen in Kornwestheim auf PCR-Pooltests umsteigen, die genauere Ergebnisse liefern und fehlerhafte Positivtestungen ausschließen. Sinn ergibt aus Sicht des Rektors auf jeden Fall, dass sich auch Geimpfte testen. Sie könnten den Virus übertragen, ohne selbst krank zu werden. „Wir haben genügend Schnelltests, sodass sich auch Geimpfte täglich testen können.“

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Auch in Ludwigsburg werden den Schulen ausreichend Tests zur Verfügung gestellt, erklärt die Erste Bürgermeisterin Renate Schmetz. „Grundsätzlich sollten sich alle testen lassen.“ Schulamtsleiterin Sabine Conrad bringt noch einen anderen Aspekt ein: Eine Testung Geimpfter hält sie aus pädagogischen Gründen für sinnvoll. „Insbesondere dann, wenn die Testung im Klassenverband stattfindet.“ Aufgrund des fehlenden rechtlichen Rahmens bleibe es jedoch ein Angebot, das angenommen werden könne, aber nicht müsse.

Ein Testangebot für alle wird es auch am landesweit größten Gymnasium in Marbach geben. Vor allem in den ersten beiden Wochen hofft Schulleiter Volker Müller, dass alle das Angebot annehmen – auch Geimpfte und Genesene. „Wir wollen kein Risiko eingehen.“ Mittelfristig wolle man jedoch zu einer gewissen Normalisierung und von der Pauschaltestung aller wegkommen, denn bei 2500 Schülern am Friedrich-Schiller-Gymnasium belaste das den Schulalltag doch.

Luftfilter für Marbach?

Gleichwohl geht der Schulleiter mit großem Optimismus in das nächste Schuljahr. Unter anderem, weil sowohl die Arbeitsgemeinschaften als auch Exkursionen, Studien- und Schullandheimfahrten wieder stattfinden können – zumindest im Inland. In puncto Raumlufthygiene sei man in der glücklichen Lage, dass die Mehrzahl der Räume bereits mit fest verbauten Lüftungsanlagen beziehungsweise mit CO2-Messgeräten ausgestattet seien. Nur bei wenigen Räumen gebe es eine eingeschränkte Lüftungsmöglichkeit. „In Absprache mit der Stadt Marbach und den Nachbarschulen streben wir deshalb die Anschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte an“, sagt der Rektor.

PCR-Tests im Stadtbad

Ablauf
 Von Montag an haben Lehrkräfte und Schüler aus den Ludwigsburger Schulen nach positiven Schnelltest-Ergebnissen die Möglichkeit, im Stadtbad einen PCR-Test zu machen. Karlin Stark, Leiterin des Gesundheitsamt Ludwigsburg, sieht darin eine echte Chance: „Das sichere Ergebnis liegt bereits nach 45 bis 60 Minuten vor. Sollte sich der Schnelltest nicht bestätigen, kann der Schulbetrieb normal fortgesetzt werden und unnötige Quarantänezeiten für eine falsch positiv getestete Person umgangen werden. Eine entsprechende Quarantäneanordnung ist für die Infizierten und deren Haushaltsangehörige also erst nach positivem PCR-Test notwendig.“

Kooperation
 Das Pilotprojekt ist eine Kooperation zwischen Gesundheitsamt, Stadtverwaltung und Sozialministerium. Die Teststelle wird durch Mitarbeitende des Gesundheitsamtes und der Stadtverwaltung vor und im Stadtbad betrieben.  

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