Corona-Krise in Stuttgart So läuft der Unterricht nach der Öffnung der Schulen

Von Ann-Kathrin Schröppel 

In der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau im Stuttgarter Westen hat am 4. Mai der Unterricht wieder begonnen. Der Schulleiter Gerald Machner berichtet, wie seine Schule die Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus umsetzt.

Stuttgart - Gerald Machner ist der Schulleiter der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau (GSIH) in der Rosenbergstraße in Stuttgart-West. Seine Schule hat am 4. Mai den Schulbetrieb wieder aufgenommen. Zuvor war die Bildungseinrichtung mehrere Wochen wegen der Corona-Krise geschlossen. Machner berichtet, wie seine Schule die Hygiene- und Abstandsmaßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus umsetzt.

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Nach siebenwöchiger Schließung sind am Montag nun die ersten Berufsschüler wieder an die GSIH zurückgekehrt. Schulleiter Machner beschreibt die Stimmung als „positiv“, viele hätten sich einfach nur gefreut, wieder am Unterricht teilnehmen zu dürfen. „Einige haben sich vor Freude gleich umarmt, da mussten wir natürlich einschreiten, aber das sind halt junge Leute“, berichtet Machner schmunzelnd. Der enge Körperkontakt ließe sich aber nicht mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 Meter vereinbaren.

Gesamte Schule wurde vermessen

Zuvor hatten der Schulleiter zusammen mit seinem Stellvertreter, dem Hausmeister und einem Mitglieder der Personalvertretung die komplette Schule innerhalb von drei Arbeitstagen „zertifiziert“: Klassenräume und Lehrerzimmer wurden vermessen, damit pro Raum die Höchstanzahl an Personen festgelegt werden konnte. Schüler müssen die Klassenzimmer einzeln betreten und dürfen sich ihre Arbeitsblätter auch jeweils nur einzeln vorne am Lehrerpult abholen.

Masken nur in den Werkstätten

Maskenpflicht herrsche an seiner Berufsschule nur in den Werkstätten, erläutert Machner im Interview. Dort könne der Mindestabstand nicht immer gewährleistet werden. An der Gewerblichen Schule werden beispielsweise Müller, Tischler, Konditoren und Bäcker ausgebildet. „Wenn das Brot eben fertig ist in der Praxis, kann man nicht sagen:`Jetzt geh du erstmal, ich geh in drei Minuten.´Dann ist das Brot eben verbrannt“, beschreibt der Schulleiter die Situation.

Herausforderungen in Zeiten von Corona

Gerald Machner spricht im schulischen Umgang mit dem Coronavirus von „Herausforderungen“. Die Schulen müssten sich darauf einrichten, dass sie, je nach Lage, situativ reagieren müssen. „Ich bin jetzt seit 42 Jahren im Schulbetrieb, sowas habe ich noch nie erlebt“, sagt der Oberstudiendirektor. Trotz allem sieht er seine Schule für die Zukunft gut aufgestellt. Als berufliche Schule mit Werkstattbetrieb hätten die Verantwortlichen viel Erfahrung mit Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen. Diese Dinge seien an der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau schon „ein bisschen Routine“.




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