Schulstreik gegen Klimawandel So protestiert eine 15-Jährige gegen die Klimapolitik

Von ivi 

Die 15-jährige Greta Thunberg findet, dass im schwedischen Wahlkampf sowie in den Wahlprogrammen der Parteien der Klimawandel viel zu wenig thematisiert wird. Um dagegen zu protestieren, schwänzt sie nun seit zwei Wochen die Schule.

Das Eis an den Polen schmilzt wegen des Klimawandels viel zu schnell. Die Politik unternimmt dagegen viel zu wenig, findet die 15-jährige Greta Thunberg aus Schweden. (Symbolbild) Foto: AP
Das Eis an den Polen schmilzt wegen des Klimawandels viel zu schnell. Die Politik unternimmt dagegen viel zu wenig, findet die 15-jährige Greta Thunberg aus Schweden. (Symbolbild) Foto: AP

Stockholm - Am 9. September wird in Schweden ein neues Parlament gewählt. Die 15-jährige Greta Thunberg findet, dass im Wahlkampf sowie in den Wahlprogrammen der Parteien dem Thema Klimawandel viel zu wenig Bedeutung geschenkt wird.

Das möchte Greta ändern. Mit einem Schild, auf das sie „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik für das Klima) geschrieben hat, sitzt sie seit zwei Wochen vor dem schwedischen Parlament und protestiert gegen die Klimapolitik von Schweden. Bis zu der Wahl will sie ihren Streik noch fortsetzen.

„Ich mache das, weil sonst niemand etwas macht. Es liegt in meiner moralischen Verantwortung alles zu tun, was ich kann.“, sagt die 15-Jährige der britischen Tageszeitung „The Guardian“. „Ich möchte, dass die Politiker die Klimafrage priorisieren, sich auf das Klima fokussieren und es wie eine Krise behandeln.“

Ende August wurde ein Text von Greta ins Englische übersetzt und im Internet auf der Plattform „We Don’t Have Time“ veröffentlicht. „Das erste Mal als ich vom Klimawandel hörte, dachte ich: Das kann nicht sein, dass es etwas gibt, das so ernsthaft unsere Existenz bedroht. Denn wenn es so wäre, würde doch niemand mehr über etwas anderes reden.“, schreibt sie. Die Überschrift ihres Textes lautet: „Sweden is not a role model“ (Schweden ist kein Vorbild). Denn Schweden hat den Ruf, in der Klimapolitik besonders fortschrittlich zu sein. Bis 2045 wolle das Land klimaneutral sein. „Das kommt zu spät und ist zu wenig.“, sagt Greta zu dem „Guardian“. „Schweden ist kein grünes Paradies, es hat einen der größten CO2-Fußabdrücke.“, meint sie.

Bei ihrem Protest bekommt Greta viel Unterstützung – vor allem in den sozialen Medien. Es gibt auch viele Menschen, die sie besuchen und sich für eine Weile zu ihr setzen und mitstreiken.

Manchmal würden ihr zwar Menschen sagen, dass sie in der Schule sein sollte, aber dann zeige Greta einfach nur auf ihre Schulbücher, die sie während des Streiks dabei hat. „Aber ich denke auch, was verpasse ich eigentlich? Fakten haben keine Bedeutung mehr und Politiker hören nicht auf Wissenschaftler, also wieso sollte ich lernen?“, teilte Greta ihre Einstellung mit dem „Guardian“.

Bis zur Wahl am 9. September möchte sie ihren Protest noch fortsetzen. Danach wird sie aber wahrscheinlich wieder die Schule besuchen.