Schultheater am Georg-Büchner-Gymnasiums Ein Gespenst geht um in Winnenden

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Die Unterstufen-Theater-AG des Büchner-Gymnasiums spielt „Das Gespenst von Canterville“. Premiere ist an diesem Dienstag.

Rasselt gern mit Ketten: Sir Simon de Canterville Foto: Gottfried Stoppel
Rasselt gern mit Ketten: Sir Simon de Canterville Foto: Gottfried Stoppel

Winnenden - Das Theaterfieber grassiert am Winnender Georg-Büchner-Gymnasium. Und die Darsteller der Unterstufen-Theater-AG haben am Montag sogar Orkan Sabine getrotzt, um zur Probe ihres diesjährigen Stücks zu kommen. Oscar Wildes „Gespenst von Canterville“ wird gespielt, ein echter Klassiker, der auch alle Altersgruppen anspricht.

Mehr als 40 Darstellerinnen und Darsteller

Und so standen schließlich 40 Jungen und Mädchen vor den Regisseuren Frauke Tolksdorf und David Singler, die mit zwei Theatertruppen jeweils eine der beiden Aufführungen bestreiten. „So viele Rollen hat das Stück dennoch nicht. Da mussten wir uns etwas einfallen lassen“, sagt David Singler. Also wurden die Gemälde im Schloss Canterville „belebt“. „Das war in der Bearbeitung, die wir gekauft haben, zwar schon vorgesehen, allerdings hatten die Darsteller der Bilder lediglich ein oder zwei Sätze Text“, sagt Frauke Tolksdorf. Zusammen mit ihrem Kollegen schrieb die Deutsch- und Religionslehrerin mehr dazu. Wie bei Harry Potter bewegen sich die Dargestellten nun nicht nur in ihren Bilderrahmen, sie kommentieren auch mit ziemlich spitzer Zunge, was sich vor ihnen abspielt.

Außerdem wurde das Stück auf den aktuellen Stand gebracht. „Make America great again“, fordert Hiram B. Otis, der amerikanische Botschafter in England beim Einzug in das Schloss Canterville. Und auch der Brexit ist präsent, einmal im Text, den Otis aus der Zeitung vorliest und einem „Brexit-Exit-Schild“ über dem Ausgang des Saales.

„Wer mitmachen will, der darf das auch“, betont Frauke Tolksdorf. Die wuselige Darstellertruppe ist ziemlich diszipliniert, wenn es ans Proben geht. Die Lautstärke könnte im Gegensatz zum Schulalltag sogar noch kräftiger sein, ein Phänomen, das am Schultheater oft zu beobachten ist. Am Montag ist zum ersten Mal Probe im Raum der Christlichen Gemeinde Winnenden – ehemals bekannt als Volksmission. „Das ist ungewohnt für die Kinder, bisher haben wir im Klassenzimmer geprobt. Und der Wind heult auch noch ums Dach.“

Eine begeisterte Theatertruppe um zwei engagierte Lehrer

Die Aula des Georg-Büchner-Gymnasiums steht der Theater-AG dieses Jahr nicht zur Verfügung. „In der Schule wird grad gebaut. Deshalb mussten wir uns einen Spielort suchen“, sagt David Singler. Über Schüler, die in der Christlichen Gemeinde aktiv sind, kam der Kontakt zustande. Und einen Sponsor fand die begeisterte Truppe um ihre beiden engagierten Lehrer im Leutenbacher Haus Elim auch noch. „Das hilft uns sehr.“

An diesem Dienstag steht nun zuerst die Generalprobe auf dem Plan, abends um 19 Uhr die Premiere. „Karten gibt es keine, der Eintritt ist frei. Über Spenden freuen wir uns allerdings immer“, verrät Frauke Tolksdorf. Die zweite Aufführung geht am Donnerstag zur selben Zeit über die Bühne. Toi, toi, toi!