Schulverpflegung in Gerlingen Neben der Mensa soll gekocht werden

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Das Mittagessen der Schüler dürfe nicht mehr auf der Straße garen, meint die Verwaltung. Mehr Mensanutzer sind das Ziel.

Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen – das regionale  Gericht ist Bestandteil des Speiseplans. Foto: Archiv/Stoppel
Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen – das regionale Gericht ist Bestandteil des Speiseplans. Foto: Archiv/Stoppel

Gerlingen - D ie neue Mensa im noch zu erweiternden Schulzentrum soll von einer Firma mit eigenem Personal betrieben werden, die das Essen an Ort und Stelle kocht. Diese Empfehlung der Verwaltung hat der Technische Ausschuss des Gerlinger Gemeinderats gutgeheißen. Zudem soll untersucht werden, ob und wie der bisher vorgesehene Raum größer geplant werden kann. Damit will man für mehr Esser gewappnet sein als bisher vorgesehen. Wegen der Ganztagsschule sei dies nötig.

Mit der neuen Mensa will die Gerlinger Stadtverwaltung auch weg vom bisherigen System: Ein Caterer bringt bis jetzt noch jeden Tag das Essen, das während des Transports im Lastwagen fertig gart. Die Verwaltung sieht künftig eine neue sogenannte „Mischküche“ als ideal an. Diese biete die Möglichkeit, vor Ort zu kochen und dabei frische regionale Zutaten ebenso einzusetzen wie Halbfertigprodukte. Langes Warmhalten des woanders gekochten Essens oder das Fertiggaren auf dem Weg sei der Qualität nicht förderlich.

Mehr Essensgäste heißt das Ziel

In der Mensa essen heute täglich etwa 150 Schüler, vorwiegend der jüngeren Jahrgänge von Grundschule und Realschule. Gymnasiasten nutzen die Einrichtung bisher kaum. Die neue Mensa soll so viel Platz bieten, dass in zwei Schichten 450 Schüler essen können – zumindest auf mittlere Frist sei diese Kapazität anzustreben, hieß es. Bisher war von 300 die Rede.

Alternativen im Kochsystem wie das Aufwärmen von Tiefkühlkost oder das bisherige System halten die Experten künftig für wenig erfolgversprechend. Es komme sehr auf den Nährwert der Speisen und deren Optik an, um viele zufriedene Essensteilnehmer zu haben. Dies unterstützt Eberhard Blanz, Schulleiter des Robert-Bosch-Gymnasiums: „Unser Interesse ist es, die Schüler während der Mittagspause auf dem Schulgelände zu haben. Unser Erziehungsauftrag geht über den Fachunterricht deutlich hinaus.“ Das könne man aber nicht, wenn die Schüler in die Dönerbuden oder zum Bäcker gehen oder sich eine Pizza besorgten. Für die stärkere Nutzung der Mensa sei Zweierlei entscheidend: die Qualität des Essens und eine ansprechende Umgebung. Man müsse daran denken, dass die Eltern immer mehr Betreuung wollten. Auch dafür sei eine gute Mensa wichtig – die idealerweise auch eine Cafeteria habe.

Das Essen und die Optik des Raums müssen stimmen

Blanz stößt ins selbe Horn wie der Realschulrektor Eiko Schwalbe. Das Essen und die Optik des Raums müssten stimmen, sagt er. „Gutes Essen muss nicht kinderunfreundlich sein.“ Das habe er an seiner vorigen Schule in Feuerbach erlebt. In der Mensa dürfe der Essensgast nicht abgespeist werden, sondern er müsse gerne dorthin gehen. Deshalb ist Schwalbe für eine zusätzliche Cafeteria, die über die Mittagszeit hinaus Angebote mache, mit Snacks, Brötchen und warmen Getränken. Die Mensa müsse zum Treffpunkt und Begegnungsort von Schülern der drei Schulen werden. In dieser Woche tage noch der Bauausschuss der Schule; „wir wollen uns in die Planung einbringen“.

Er habe bereits Gespräche mit Caterer-Firmen geführt, sagte Stefan Fritzsche vom Amt für Jugend, Familie und Senioren im Ausschuss. Die Verwaltung könne der Firma Vorgaben machen, wie die für regionale Zutaten oder einzelne Gerichte – zum Beispiel Linsen mit Spätzle. Um eine größere Fläche als bisher zu bekommen, so Thomas Günther vom Stadtbauamt, könne man eine Terrasse zum Innenraum der Mensa hinzunehmen. Die Stadträte genehmigten das Konzept und stützten die Vorgabe der Verwaltung, dass die Mensaräume auch anderweitig nutzbar sein sollen.