Schulzentrum in Fellbach Maickler-Turnhalle: Sanierung statt Neubau

Im Jahr 2011 zeigen SVF-Volleyballer in der Maickler-Turnhalle Schülern ihr Können. Foto: Patricia Sigerist
Im Jahr 2011 zeigen SVF-Volleyballer in der Maickler-Turnhalle Schülern ihr Können. Foto: Patricia Sigerist

Die 54 Jahre alte Halle entspricht längst nicht mehr den Anforderungen: Das Dach ist undicht, die Haustechnik ist marode und die Wärmedämmung hat erhebliche Mängel. Baubürgermeisterin Beatrice Soltys überzeugt mit ihren Argumenten die Stadträte.

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Fellbach - Langsam robbt sich die Stadtpolitik an die Umsetzung des großen Wurfs heran: Diese Gesamtlösung im Umfang von mehreren Dutzend Millionen Euro wird in ihrer eigentlichen Tragweite erst in einigen Jahren auf Fellbach zukommen. Als einer der ersten Schritte fürs mehrstufige Entwicklungskonzept des Schulzentrums Fellbach, wie die Stadt das Vorhaben nennt, geht es nun um die Sanierung der Maickler-Turnhalle. Nach einigen Diskussionen hat das Stadtparlament jetzt den Vorschlag der Verwaltung abgesegnet.

Baubürgermeisterin Soltys will, dass die Tunrhalle am bisherigen Standort bleibt

Die Turnhalle muss nach Überzeugung von Baubürgermeisterin Beatrice Soltys gerade wegen des Sportunterrichts der Grundschule unbedingt am bisherigen Standort verbleiben. An ihr hat allerdings der Zahn der Zeit nachhaltig genagt – schließlich stammt das Gebäude aus dem Jahr 1964. Das Dach ist undicht, die Wärmedämmung entspricht längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die gesamte Haustechnik ist nach Angaben des federführenden Amts für Hochbau und Gebäudemanagement „marode“.

Beatrice Soltys: „Die Sportböden der Halle und des Gymnastikraums sind gebrochen und stellen ein nicht länger tragbares Verletzungsrisiko dar.“ Immerhin: Die tragende Bausubstanz der Halle wird von den Rathaus-Experten mit der Note „gut“ bewertet.

Die Stadt hat geprüft, ob ein echter Neubau nicht die bessere Alternative gewesen wäre

Alternativ zu diesem Sanierungskonzept hatte die Stadt – auf Vorgabe der Stadträte – in den vergangenen Wochen auch geprüft, ob nicht ein echter Neubau die bessere Alternative wäre. Die Fachleute spielten hierfür zwei Varianten einer neuen Zweifeld-Sporthalle durch, mal in den Ausmaßen 18 auf 36 Meter und mal mit 22 auf 45 Meter. Beide Berechnungen haben, neben den Kosten von 6,7 Millionen Euro beziehungsweise 9,2 Millionen Euro, nach Ansicht der Hochbau-Verwaltung allerdings erhebliche Mängel: Bei einem Neubau würden die derzeitigen oberirdischen Auto-Stellplätze entfallen und müssten „teuer durch eine Tiefgarage ersetzt werden“.

Außerdem würde durch „die Kubatur des Hallenneubaus“, also dessen Dimensionen, das „bislang eher weitläufige Erscheinungsbild des Campus“ einen „wesentlich beengteren Charakter bekommen“. Das hätte für die insgesamt 1600 Schüler „einen fühlbaren Verlust an Aufenthaltsqualität im Freibereich“ zur Folge. Dabei gebe es in jenem Areal schon jetzt eine Unterversorgung mit Grünflächen.

Fazit der Verwaltung: Eine Sanierung sei zu vergleichsweise moderaten Kosten möglich

Alles in allem plädierte die Verwaltung deshalb klar gegen einen Neubau. Eine Sanierung sei „mit überschaubarem Mitteleinsatz“, also zu vergleichsweise moderaten Kosten, möglich – und man erhalte dennoch einen fast so guten Standard wie bei einem Neubau. Zudem wäre man zügiger fertig, die Halle könnte nämlich „rechtzeitig zur Inbetriebnahme der neuen ­Maicklerschule“ genutzt werden.

Die Stadträte fanden die Argumente großteils nachvollziehbar. Die Halle habe schließlich „ihren 50. Geburtstag längst hinter sich“, meinte SPD-Sprecher Andreas Möhlmann und lobte Beatrice Soltys: „Sie haben uns überzeugt.“ Auch Thomas Seibold (Freie Wähler/Freie Demokraten) meinte, „eine sanierte Halle wird ihren Zweck erfüllen“. Paul Rothwein (CDU) allerdings war weniger überzeugt: Bei der Kostenberechnung für die Neubau-Expertise hat die Bauverwaltung seiner Ansicht nach „die andere Variante bewusst nach oben getrieben“.

Die knapp zwei Millionen Euro teure Sanierung wird mit klarer Mehrheit beschlossen

Letztlich blieb es aber bei lediglich drei Enthaltungen, sodass die knapp zwei Millionen Euro teure Sanierung mit klarer Mehrheit beschlossen wurde.




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