Realschule Renningen Karin Wittchen-Barsch geht in den Ruhestand

Karin Wittchen-Barsch und Siegfried Klingler verlassen das  Renninger Schulzentrum. Foto: factum
Karin Wittchen-Barsch und Siegfried Klingler verlassen das Renninger Schulzentrum. Foto: factum

Moeurn Ty, Karin Wittchen-Barschs bisheriger Stellvertreter, wird der neue Rektor,

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Renningen - So kurz vor Ferienbeginn herrscht in den meisten Schulen schon die ­große Aufbruchstimmung. Doch außer den Abschlussklassen wissen alle: In sechs Wochen geht es munter weiter. Für zwei bekannte Größen des Schul­­zentrums ist nach diesem Schuljahr aber ebenfalls Schluss: Karin Wittchen-Barsch, die Rektorin der Realschule, und Siegfried Klingler, der Leiter des Gymnasiums, gehen beide in den Ruhestand. Am Donnerstag feierte Siegfried Klingler seinen Abschied, am Freitag war die Feier für ­Karin Wittchen-Barsch.

Mit ihr verliert die Stadt nicht nur eine langjährige Rektorin, sondern zugleich die dienstälteste Lehrerin des gesamten Schulzentrums. „Ich habe 1976 in Renningen angefangen als Lehrerin für Deutsch, Gemeinschaftskunde und Geschichte, Politik und evangelische Religion“, ­erzählt Karin Wittchen-Barsch. 2004 wechselte sie zwar als Konrektorin nach ­Sindelfingen an die damalige Realschule Eschenried, kehrte aber 2013 nach ­Renningen zurück – als die neue Rektorin. Und das blieb sie für die nächsten vier Jahre.

Gute Zusammenarbeit

„Ich halte die Realschule nach wie vor für eine ganz tolle Schulart“, erzählt Karin Wittchen-Barsch stolz. Die Kinder seien hier nicht darauf festgelegt, wo es vielleicht einmal mit ihnen hingeht. „Die Realschule ist eben die Schule in der ­Mitte. Hier können sich die Kinder in alle Richtungen orientieren und entfalten.“ Leider habe sie die Erfahrung gemacht, dass die Realschule von der Politik im Allgemeinen sehr stiefmütterlich behandelt werde, „obwohl sie über Jahrzehnte gute Arbeit geleistet hat“. Glücklicherweise sei das in Renningen vonseiten des Schulträgers, nämlich der Stadt, nie ein Problem gewesen. „Ich hatte hier nie den Eindruck, wir würden benachteiligt, die Stadt ist für alle Schulformen sehr offen.“ Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Schulen am Schulzentrum und deren Leitern sei immer sehr gut gewesen.

Was sie nur bedauere, unabhängig vom Standort Renningen, sei die wachsende Schnelllebigkeit und Unruhe in der Schullandschaft. „Früher waren die Schüler ­,sicherer’, heute ist es ein Kommen und Gehen“, sagt sie. Speziell meint sie den Wechsel von einer Schulform zur anderen. Dass Kinder im Unterricht nicht mitkommen und irgendwann die Schule wechseln müssen, sei ein Phänomen, das sie seit der fehlenden Grundschulempfehlung immer häufiger beobachtet habe.

Nachfolge geklärt

Zwar wird Karin Wittchen-Barsch ihre Schule nun verlassen, der Stadt Renningen bleibt sie aber erhalten. Schließlich lebt die Lehrerin seit 40 Jahren in der Rankbachstadt. „Das war hier meine erste Arbeitsstelle. Als ich damals angefangen habe, bin ich auch hierhergezogen.“ Diese Entscheidung hat sie nie bereut, sagt sie. „Es passiert mir fast täglich, wenn ich mit jemandem telefoniere, dass das ehema­lige Schüler sind. Und die freuen sich immer, das ist ein gutes Gefühl.“ Sie wisse, dass viele Menschen lieber eine klare Grenze ziehen zwischen dem Wohnort und dem Arbeitsplatz. „Aber ich mag das gern, so erlebe ich immer wieder, wie sich meine Schüler entwickelt haben.“

Die Nachfolge für die Leitung an der Realschule ist bereits geklärt. Moeurn Ty, Karin Wittchen-Barschs bisheriger Stellvertreter, wird dann der neue Rektor, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart mit. Für das Gymnasium läuft das Verfahren aber noch. Für die nächsten Monate wird es dort daher eine kommissarische Leitung geben.




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