Schutz vor Gefahr Wie sich Holzgerlingen gegen Starkregen wappnet

Die Unterführung der B 464 ist bei Starkregen ein Problembereich. Foto: SDMG/Archiv

Was tun, wenn es ohne Unterlass regnet? Die Stadt hat ihre Problemzonen analysiert und ein Konzept erarbeitet. Wobei auch Bürger aktiv werden sollten.

Starkregenrisikomanagement ist ein sehr sperriges Wort – aber ein sehr wichtiges Projekt. In der Stadthalle hat die Stadt Holzgerlingen denn auch die Ergebnisse ihrer Arbeit an diesem Projekt präsentiert. Rund 30 Bürger sind gekommen, gut zwei Dutzend Haushalte nahmen online an der Veranstaltung teil. Bürgermeister Ioannis Delakos (parteilos) sprach von einer guten Beteiligung.

 

Zumal sich daran auch eine positive Nachricht ablesen lässt: In Holzgerlingen gibt es gar nicht so viele Bereiche, an denen möglicherweise auch private Wohnbebauung von außergewöhnlichen Niederschlägen in Mitleidenschaft gezogen würde.

Öltanks müssen gesichert werden

Diese Problemzonen zu identifizieren und Lösungsvorschläge aufzuzeigen, hat die Stadtverwaltung bereits im Jahr 2023 mit dem Büro Pirker und Pfeiffer angepackt. Außerdem wurde eine Projektgruppe gegründet, bestehend aus Vertretern von Bauamt, Stadtwerken, Bauhof, Feuerwehr und Ordnungsamt.

Das Ergebnis sind zum einen Starkregengefahrenkarten für alle bebauten Gebiete der Stadt, die sich betroffene Hausbesitzer auch detailliert für ihre Liegenschaft ausdrucken lassen konnten – und die auf der Homepage der Stadt einsehbar sind.

Denn die Stadt kann zwar Vorsorge treffen, was beispielsweise das kommunale Abwassernetz betrifft oder das Anlegen von Regenrückhaltebecken. Bei außergewöhnlichen Starkregenereignissen jedoch, wie sie in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, sind auch präventive private Maßnahmen notwendig. So, um Öltanks zu sichern oder gegebenenfalls druckdichte Kellerfenster einzubauen.

„Das Thema Rückstau tritt am häufigsten auf“, weiß außerdem Marie Mornigkeit vom Büro Pirker und Pfeiffer. „Es ist nicht immer die Stadt in der Pflicht, sondern auch jeder Bürger“, unterstrich Ioannis Delakos.

Für die Stadt Holzgerlingen zeigen die vorgestellten Starkregengefahrenkarten Problembereiche in den Unterführungen der B 464 auf mit möglichen Wassertiefen bis zu 2,50 Meter, aber auch in Fußgängerunterführungen, Tiefgaragen und tiefer gelegenen versiegelten Höfen.

Großflächiger betroffen sein könnte die Wohnbebauung in den Senken hinunter zum Aichtal, die Gebiete Hülben und Dörnach haben dagegen keine größere Gefährdung, weil das Wasser im Fall der Fälle auf die dortigen Felder fließen kann.

Der Einlass zum Eschelbach muss untersucht werden

Daraus folgen neben den Tipps und Hinweisen für private Hausbesitzer ein kommunales Handlungskonzept, bestehend aus Gewässerunterhaltung und baulichen Maßnahmen ebenso wie dem örtlichen Krisenmanagement für Feuerwehr und andere Rettungsdienste sowie natürlich Informationsveranstaltungen wie die in der Stadthalle.

„Wir machen unsere Hausaufgaben“, versprach Bürgermeister Ioannis Delakos auch für die Liegenschaften der Stadt. Besonders untersucht werden sollen schon bald Klemmert, Ahorn- und Aichtalstraße. Ganz besonders dringend der Einlass zum Eschelbach in der Tübinger Straße, wo der Rechen auch nach Ansicht der Experten von Pirker und Pfeiffer „baulich nicht optimal ausgeführt“ ist.

„Wir müssen Vorsorge tragen“, so abschließend der Appell des Stadtoberhauptes, „und das können wir nur alle gemeinsam.“

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