Schwaben Bräu Singchor in Stuttgart-Vaihingen Diese Männer nehmen das „Sing mit mir“ wörtlich

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Drei Männerchöre und die Männer von zwei Liederkränzen singen gemeinsam zum Abschied von Wolfgang Isenhardt.

Bernhard Hauck leitet seit eineinhalb Jahren den Schwaben Bräu Singchor, der sich montags zu seinen Proben in der Alten Kelter trifft. Foto: Sabine Schwieder
Bernhard Hauck leitet seit eineinhalb Jahren den Schwaben Bräu Singchor, der sich montags zu seinen Proben in der Alten Kelter trifft. Foto: Sabine Schwieder

Vaihingen - Vom Klavier kommt ein musikalisches Zeichen zum Probenbeginn. „In München steht ein Hofbräuhaus“? Ja, doch, beim Schwaben Bräu Singchor besingt man schon mal die Konkurrenz, und auch Lieder über italienischen Wein sind nicht verpönt. Doch das Trinklied „Ein Schwaben Bräu“ darf auf keinem Programmzettel fehlen. Zur Zeit bereiten sich die Sänger mit ihrem Leiter Bernhard Hauck im Otto-F.- Scharr-Saal der Alten Kelter auf ein Konzert vor, das sie gemeinsam mit anderen Männerchören gestalten werden. Mit von der Partie sind die Männerchöre der Chorvereinigung Grafenau und des Liederkranzes Schönaich sowie die Männer der Liederkränze Glashütte und Steinenbronn. Es soll ein Abschiedskonzert für den scheidenden Chorleiter Wolfgang Isenhardt in Grafenau werden, der den Dirigentenstab nach mehr als 50 Jahren in jüngere Hände abgeben möchte.

Eine Ehrensache für die Männer

„Wolfgang Isenhardt hat uns schon oft als Dirigent oder als Solist aus der Patsche geholfen“, sagt Günther Harsch, Vorsitzender des Vaihinger Männerchores: Für den Schwaben Bräu Singchor war es also Ehrensache, als Michael Kuhn, der Leiter der Schönaicher Männer, mit der Bitte um einen gemeinsamen Auftritt auf den Verein zukam. Auch Michael Kuhn ist ein alter Freund: Er unterstützt den Chor bei Konzerten oft vom Klavier aus.

In dieser Konstellation singen die Männerchöre allerdings zum ersten Mal zusammen, und für den Endspurt sind nur drei gemeinsame Proben vorgesehen. Bei den drei Konzerten werden dann jeweils 50, 60 Männer gemeinsam auf der Bühne stehen.

Eine aussterbende Kunst

Ein bisschen Wehmut ist dabei, denn mit jedem Dirigenten, der sich zur Ruhe setzt, stirbt die Tradition des Männergesangs ein Stückchen mehr. Schon jetzt liegt der Altersdurchschnitt beim Schwaben Bräu Singchor bei 78 Jahren. „Eine Fünf am Anfang hat bei uns keiner mehr“, bedauert Vorsitzender Günther Harsch.

Die Suche nach einem Dirigenten hat sich auch in Vaihingen als nicht leicht herausgestellt. Seit einigen Jahren probt Bernhard Hauck mit dem Schwaben Bräu Singchor. Der gebürtige Kurpfälzer ist Musiklehrer an einer Realschule und hat über die Jahre immer wieder mal als Dirigent bei Auftritten ausgeholfen. Mit dem Männerchor, so lobt er dessen Niveau, könne er mehrstimmige Literatur erarbeiten, was in der Schule nicht so gut möglich sei. „Und ich habe keine Disziplinschwierigkeiten“, sagt der Dirigent, der von den Sängern als geradlinig gepriesen wird.

Die Proben laufen dementsprechend geordnet ab, auch wenn jeder Montagabend beim Schwaben Bräu Singchor traditionsgemäß mit einer Brezel und einem Bier beginnt. Und doch geraten den Sängern bei der Probe auch die zarten Töne. Beispielsweise bei dem alten Schlager „Alle Tage ist kein Sonntag“, bekannt durch eine Version von Marlene Dietrich, dessen Chorsatz durchaus anspruchsvoll ist.

Nicht zu viel Bierseligkeit

Beim Trinklied „Es lebe unser Bier“ lässt der Dirigent seine Sänger dagegen ein bisschen Bierseligkeit zum Ausdruck bringen. „Nicht durchnudeln“, mahnt Bernhard Hauck seine Sänger aber, wenn sie in ihrer Freude über die Musik über das Ziel hinausschießen.

Das Programm, das die drei Chorleiter gemeinsam erstellt haben, beinhaltet in der Hauptsache traditionelle Literatur für Männerchor, von „Sing mit mir“ bis zu „Valencia“. Für ein instrumentales Solo wurde der Trompeter Simon Schäfer hinzugewonnen, für das richtige Taktgefühl unterstützt Peter Geier an der Kistentrommel Cajón. Und dann werden sich die drei Chorleiter gemeinsam ans Klavier setzen und eine Romanze für sechs Hände von Sergej Rachmaninoff spielen. Als Zeichen der Freundschaft und der Verbundenheit.

Den Beginn der Konzertreihe macht der Auftritt am Freitag, 11. Mai, im Rudi-Häussler-Saal, Schwabenplatz 3, in Vaihingen. Am Samstag, 12. Mai, treten die Chöre in der Gemeindehalle in Schönaich, Im Hasenbühl 7, auf, am Sonntag, 13. Mai, im Graf-Ulrich-Bau, Bergstraße 24, in Grafenau-Döffingen. Alle Konzerte beginnen um 19.30 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es bei den Chormitgliedern und montags von 16.30 bis 17.30 Uhr in der Alten Kelter in Vaihingen.

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