Lesen Sie aus unserem Abo-Angebot: Schwabenlandtower soll 2023 fertig werden
Seitdem sind nicht nur die bisher einzigen Bewohner des Betongerippes, der Nachwuchs eines auf der Dachterrasse nistenden Wanderfalkenpärchens, flügge geworden. Es verdichten sich auch die Gerüchte um eine finanzielle Schieflage des börsennotierten luxemburgischen Immobilienentwicklers. Der Aktienkurs der Unternehmensgruppe ist in den Keller gerutscht, Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia hat sich eine Option auf größere Anteile gesichert. Im Raum stehen Verkäufe von Immobilien, um die Schuldenlast zu senken.
Wird der Schwabenlandtower verkauft?
Wird davon auch der Fellbacher Schwabenlandtower betroffen sein? Auf Nachfrage dementiert das eine Unternehmenssprecherin. „Der Tower wird im Bestand behalten und die Wohnungen nach Fertigstellung vermietet“, heißt es in einer Stellungnahme. Und, auch wenn es äußerlich einen anderen Anschein hat: „Die Arbeiten am SLT 107 schreiten voran.“ Der Fokus in den vergangenen Wochen habe „vermehrt auf Planungs- und Instandhaltungsarbeiten“ gelegen. Ein Musterzimmer im Hotel am Fuße des Wohnturms werde „in Kürze fertiggestellt“.
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Als Nächstes sollen im Inneren weitere Wand- und Deckendurchbrüche gemacht, andere wieder geschlossen werden, um den neuen Vorstellungen bezüglich der Wohnungszuschnitte gerecht werden zu können. Statt der einst vorgesehenen Luxus-Appartements sind mittlerweile knapp 200 Wohneinheiten geplant. Eine entsprechende Baufreigabe sei kürzlich erteilt worden.
OB Zull wartet auf Antwort aus der Adler-Zentrale
Die Stadt Fellbach bestätigt einzelne Teil-Baufreigaben, ohne dabei näher ins Detail gehen zu wollen. Zum konkreten Sachstand des Bauvorhabens könne man keine Auskunft geben, da die Kommune nicht Eigentümerin der Immobilie sei, sagt die Stadtsprecherin Sabine Laartz. Allerdings lässt sie durchblicken, dass die Verwaltung den Kontakt zur Adler-Group in diesem Jahr deutlich intensiviert habe. Man pflege einen regelmäßigen Austausch, auf Fachebene gebe es ein vierzehntägliches Briefing über den Sachstand. Im Hinblick auf Medienmeldungen zur unternehmerischen Lage der Adler-Gruppe – den Schuldenstand und den möglichen Einstieg von Vonovia – stünden Antworten allerdings noch aus. Die Oberbürgermeisterin Gabriele Zull habe sich diesbezüglich bereits an die Unternehmenszentrale in Berlin gewandt – bisher allerdings ohne Resonanz.
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Immerhin lässt sich das „Communications Management“ der Adler-Gruppe in Sachen Schwabenlandtower auf Nachfrage zu einer Prognose hinreißen. Die geplante Fertigstellung? „Die Vermietung der Wohnungen startet in Q1/2023“, heißt es dazu in einer schriftlichen Antwort. Das Hotel werde etwas später, im dritten Quartal desselben Jahres, an den Pächter übergeben.
Der Kran soll jetzt Ende November kommen
Zuerst aber soll nun endlich der rund 120 Meter hohe Baukran aufgestellt werden. Ende November ist jetzt das neu avisierte Ziel. Der Kran sei bereits abgerufen und die Vorbereitungen hierzu liefen, versichert die Adler-Sprecherin. Ob das Herbstlaub den Tower dann noch umrahmt, bleibt abzuwarten.
Die neuere Tower-Geschichte
Firmengeflecht
2018 hatte die nach ihrem Chef Christoph Gröner benannte CG-Gruppe den von dem Esslinger Bauunternehmer Michael Warbanoff 2014 begonnenen und insolvent gegangenen Gewa-Tower übernommen und in Schwabenlandtower beziehungsweise SLT 107 umgetauft. Gröners Firma ging kurze Zeit später in der Consus Real Estate auf, die wiederum nach einer Fusion mit ADO-Properties und Adler Real Estate nun die Adler-Group bildet.
Konzept
Die Pläne der aktuellen Hausherren sehen statt der ursprünglich konzipierten 66 Luxus-Eigentumswohnungen nun kleinere Einheiten vor. 194 Mietwohnungen mit Flächen zwischen 40 und 85 Quadratmetern soll das 107 Meter hohe Gebäude nach seiner Fertigstellung umfassen. Das Hotel am Sockel soll an die Mariott-Tochter Moxy verpachtet werden und rund 160 Zimmer umfassen.