Zuletzt hat die Polizei innerhalb weniger Tage zweimal in der Saunalandschaft anrücken müssen. Der Betreiber sieht darin einen Zufall und verschärft die Kontrollen.

Filder-Zeitung: Leonie Schüler (lem)

Ende März und Anfang April hat die Polizei von zwei Vorfällen in den Schwabenquellen in Stuttgart-Möhringen berichtet, in dem einmal ein Mann vor einer Frau onaniert und das andere Mal ein Mann eine Frau gegen ihren Willen angefasst haben soll. Im ersten Fall konnte die Polizei den Verdächtigen festnehmen, im zweiten war dieser bereits geflüchtet, als die Beamten eintrafen.

Dunkle Ecken werden ausgenutzt

Der Betreiber der Schwabenquellen, die Kanto GmbH, sagt dazu auf Nachfrage unserer Zeitung: „Es war dem Zufall geschuldet, dass es innerhalb so kurzer Zeit zweimal zu solchen Verfehlungen gekommen ist“, so Katja Röpke, Prokuristin und Leiterin des Marketing. Dem Haus sei sehr daran gelegen, dass sich alle Bade- und Saunagäste sicher und wohl fühlten, weshalb zwei bis drei Badmitarbeiter permanent durch die Räume laufen und kontrollieren würden, ob sich alle an die Hausregeln halten würden. Insbesondere die „zurückgezogenen Ecken, die sicher schon das ein oder andere Mal ausgenutzt worden sind“, habe man im Blick. Außerdem seien in allen Saunen Notknöpfe angebracht, die nicht nur bei Kreislaufproblemen gedrückt werden dürften, sondern auch dann, wenn ein Saunagast sich ungebührlich benehme.

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Wenn es doch dazu komme, dass Gäste „ihre Hormone nicht im Griff haben, sind wir sehr, sehr konsequent, um dem Vorwurf zu entgehen, dass so etwas toleriert wird“, sagt Katja Röpke. Es werde sofort die Polizei verständigt, anschließend erhalte die Person ein Hausverbot.

Da es nun innerhalb weniger Tage zu zwei Vorfällen gekommen ist, wolle man „noch genauer hinschauen“, kündigt Röpke an. „Es ist uns wichtig, dass niemand zu der Einschätzung kommt, dass so etwas in den Schwabenquellen toleriert wird.“ Alle Gäste sollten sich sicher fühlen. Auch wenn die Nacktheit in deutschen Saunen Tradition habe, weist Röpke darauf hin, dass sich jeder Badegast jederzeit mit einem Handtuch oder Bademantel bedecken könne – auch in der Sauna selbst. „Man muss nicht nackt durch die Saunalandschaft laufen.“