Schwäbische Alb Die Quarantäne hat ihr den Lebensmut geraubt

Ein Zimmer mit 14 Quadratmetern im Heim, kaum Kontakte. Seine an Covid-19 erkrankte Mutter habe sich aufgegeben, sagt ihr Sohn und dass die wochenlange Abschottung ein Fehler mit tragischen Folgen war.

Anna Petersen war sehr gläubig und schöpfte aus der Religion ihre Kraft. Foto: dpa/Peter Endig
Anna Petersen war sehr gläubig und schöpfte aus der Religion ihre Kraft. Foto: dpa/Peter Endig
Seite Drei: Christine Keck (kek)

Münsingen - Fast jeder zweite Corona-Tote in Deutschland lebte im Heim, der Schutz der alten Menschen ist in der Pandemie misslungen. Zu lange haben die Politiker gezögert, zu spät kamen Schnelltests, Impfungen und andere Schutzmaßnahmen. Auch Anna Petersen (Name geändert) ist in einem Alten- und Pflegeheim gestorben.

Die 87-Jährige, die als Bäuerin zeitlebens harte Arbeit gewohnt war, hatte nie damit gehadert, den Hof aufzugeben und ins Heim ziehen zu müssen. Im Gegenteil: Sie fühlte sich dort gut versorgt, sie hatte immer Gesellschaft. Nur im Lockdown war alles anders, alles abgeschottet. Die Einsamkeit habe sie umgebracht, sagt ihr Sohn. Erst waren es die Besuchseinschränkungen, dann wurde das Heim wegen eines Coronavirus-Ausbruchs ganz dicht gemacht. Ihr Sohn fragt: Warum waren Besuche hinter Plexiglas nicht möglich? Warum kein Treffen auf Abstand im Garten? Nur am Tag vor ihrem Tod durfte er in Schutzkleidung gehüllt zu ihr ins Zimmer, ein allerletztes Mal.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte (StZ Plus).