Schwäbischer Wald Der neue Schrat ist ein alter Bekannter

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Eine Facebookgruppe kürt jährlich einen Waldschrat als nicht-offizielles Gegenstück zur Waldfee. Bei der diesjährigen Wahl gab es Turbulenzen – am Ende trug Jan Vogel aus Großerlach einen haushohen Sieg davon.

Der  Speer trügt: Der Waldschrat Jan Vogel ist ein friedlicher Geselle. Foto: privat
Der Speer trügt: Der Waldschrat Jan Vogel ist ein friedlicher Geselle. Foto: privat

Rems-Murr-Kreis - Habemus Waldschratem: Die Facebookgruppe „Rund um den Schwäbisch-Fränkischen Wald“ hat zum dritten Mal ihren Repräsentanten gekürt. Dieses Mal ging es turbulent zu, denn der führende Bewerber verschwand am Wahltag auf rätselhafte Weise aus der Online-Abstimmung. Ob ein Hacker-Angriff, ein Facebook-Datenschluckauf oder eine andere Ursache der Grund dafür war, ist nicht bekannt.

Wohl aber der Name des neuen Schrats: Jan Vogel aus Großerlach gewann die nachgeholte Abstimmung haushoch. Der 37-Jährige ist in der Gegend kein Unbekannter. Nicht nur, weil er für die Idee zur Waldschrat-Figur maßgeblich verantwortlich war; Vogel ist auch Vorsitzender des Vereins für historisches Handwerk und lebendige Geschichte.

Lob für den Vorgänger-Waldschrat

Als solcher hatte er 2017 und 2019 den historischen Limesmarkt in Großerlach organisiert. Der 37-Jährige, der sich gerade auf der Bautechnikerschule in Schwäbisch Hall weiterbildet, ist zudem als Radiomoderator unterwegs und legt im freien „Darkradio“ Rock, Metal und Mittelaltermusik auf.

Bislang hatte der Backnanger Sven Vollbrecht das Waldschrat-Amt innegehabt. Er war als solcher in den sozialen Medien, aber auch auf Festen und Events als Botschafter des Waldes unterwegs. „Das waren zwei wundervolle Jahre, in denen du das Amt des Waldschrats mehr als nur ausgefüllt hast, und es dürfte mehr als schwer werden, dir dies gleichzutun“, schrieb Vogel an seinen Vorgänger.

Diese Ideen hat Vogel für seine Amtszeit:

Der neue Schrat hat schon ein paar Ideen, wie er das Amt bekleiden möchte: „Ich möchte noch ein bisschen mehr mit Behörden und Naturparkführern zusammenarbeiten.“ Bald sei zum Beispiel ein Baumpflanzprojekt geplant. Auch an der Flurputzete des Landkreises am 14. März will Vogel teilnehmen. „Ich muss doch mein Wohnzimmer aufräumen“, meint Vogel augenzwinkernd. Aber bevor es so weit ist, steht noch ein Termin bei einer Designfirma an. Das offizielle Waldschrat-Shirt muss noch gestaltet werden – schließlich soll der Schrat auch als solcher erkennbar sein.