Schwätzende Konzertbesucher Was die Wissenschaft herausgefunden hat

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)
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Ein Konzertbesuch vermittle einen „hohen Distinktionswert“, schreiben Rainer Dollase et al. 1985 in dem Handbuch „Musikpsychologie“. Man hebe sich mit dem Konzertbesuch entweder vom Geschmack der Masse ab oder schließe sich ihm gerade an – je nachdem, ob man als Bildungsbürger oder als Schlagerfan da ist.

Aufbauend auf einer Befragung unter Besuchern von Popkonzerten unterscheidet der Musikpädagoge Roland Hafen vier Gruppen von Zuhörern. Die „Enthusiasten“ kennen und mögen die Band, sie stehen ganz vorn und machen Stimmung. Die „Chaoten“ wollten dagegen vor allem „die Sau rauslassen“. Diese beiden Gruppen dürften mehr als alle anderen Handyfilme drehen und ekstatisch tanzen. Die „Distanzierten“ hingegen stehen weiter hinten, sie wollen eine gute musikalische Leistung, von der sie sich dann auch gern überzeugen lassen.

Die Dauerschwätzer schließlich finden sich am ehesten in der vierten Gruppe: Wie gut die Band spielt, ist unwichtig – Hauptsache, sie animiert das Publikum. Wenn nicht, wendet sich diese Gruppe ab. Und – noch ein Argument gegen das Schwätzen bei Konzerten – diese Zuhörer waren laut Befragung nach dem Konzert weniger zufrieden als andere.




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