Schwanger und jetzt? 12 überraschende Facts zur ersten Schwangerschaft

Schwangere erwartet gerade in der ersten Schwangerschaft eine Achterbahnfahrt der Hormone – und noch vieles mehr. Wir verraten euch, mit welchen Überraschungen ihr rechnen müsst. Foto: Unsplash/Ignacio Campo

Ihr seid das erste Mal schwanger und ziemlich überwältigt und überrascht von dem, was da gerade auf euch zukommt? Keine Sorge, ihr seid nicht allein! Unsere Autorin erlebt seit sieben Monaten eine Achterbahnfahrt der Hormone und hat da ein paar Tipps für euch.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)

Stuttgart – "Keiner hat gesagt, dass es leicht werden würde", dieser Satz schwirrt mir schon die ganze Schwangerschaft über – mittlerweile sieben Monate – durch den Kopf. Klar, weiß man bzw. Frau das. Aber trotzdem habe ich mir gedacht: Ach, das wird schon, easy – bei so vielen Schwangeren, die gerade draußen rumrennen bzw. schnaufend watscheln (zumindest in Stuttgart, genauer rund um den Feuersee).

 

Meinen Humor habe ich, wie ihr merkt, noch nicht verloren. Aber ich war manchmal schon kurz davor – und das obwohl es in meinem Umfeld Frauen gibt (allein in meinem Bekannten- und Freundeskreis sind es zehn), die von ihrer Schwangerschaft weitaus mehr gebeutelt sind als ich. Denn ich bin – thank god – unter anderem von der großen Übelkeit verschont geblieben. Klar, die Müdigkeit hat mich gepackt – übrigens immer pünktlich ab 14 Uhr und das war's dann auch mit dem Tag.

Ich bin jetzt ein "early bird"!

"Der frühe Vogel kann mich mal!" war gestern, heute ist: "early bird"-Club. Dass ich diesen Satz mal sagen bzw. aufschreiben würde, hätte ich wirklich nie gedacht. Und meine Freunde und Familie erst recht nicht. Das liegt daran, dass ich eigentlich schon immer eine Nachteule war und das Nachtleben dem Alltag samt "Carpe diem" vorgezogen hatte. Naja, wie heißt es so schön: Zeiten ändern sich! Jetzt bin ich also ein früher Vogel – klingt komisch, ist aber so.

Nun gut, im Februar war es dann soweit. Der Schwangerschaftstest zeigte mir mehr als deutlich an: Du BIST schwanger. Und nicht nur der erste, der zweite Test (wer macht den eigentlich nicht?!) auch. Okay, okay – wow, das ging schnell.

Das Schweigen der Schwangeren

Dann begann sie, die härteste Zeit meines Lebens. Ja, ich neige zur Übertreibung, aber es war wirklich heftig. Das Schweigen der Schwangeren! Wahnsinn – und das drei Monate lang. Für alle, die sich jetzt fragen: Wieso das denn? Hier die erste Überraschung (Ja es gibt sie tatsächlich, die Menschen, die noch nie davon gehört haben – aber wer kann's ihnen übel nehmen, gell?): Schwangeren wird empfohlen in den ersten drei Monaten lieber nichts zu erzählen, da es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen frühen Abgang, also eine Fehlgeburt gibt.

Wichtig ist: Macht euch bewusst, dass immer etwas passieren kann. Auch später noch. Aber hey, ihr erschafft gerade neues Leben. Das soll euch mal jemand nachmachen. Und man darf trotz allem (Sorgen, Ängste, Verstopfung...) nicht vergessen, sich auch zu freuen. Ich lebe nach dem Motto: Alles kommt, wie's kommen soll! Mittlerweile ist mein Baby überlebensfähig: Das sind gute News! Aber alles andere kriegt Frau auch irgendwie hin, denn hey: Wir sind Frauen, wir sind verdammt stark!

Besonders wichtig: Hört auf euch und euren Körper! Jede Frau ist anders, eine Schwangerschaft und die Geburt sind deshalb etwas ganz Individuelles. Und lasst euch bloß nicht reinquatschen!

Auch von mir nicht! LOL. Trotzdem möchte ich euch daran teilhaben lassen, was mich in den letzten Monaten echt überrascht hat. Und vielleicht geht's euch ja genau so und ihr schmunzelt ein bisschen und gebt vielleicht auch ein: "Feel you", von euch – dann wäre wenigstens für gute Vibes gesorgt.

Also dann, los geht's:

Erhöhter Puls

Okay, das erste, was bei mir richtig gekickt hat, war der erhöhte Puls. Ich muss dazu sagen, dass ich sonst immer zur Kategorie "zu niedriger Puls" gehört habe. Das war ein Schock! Aber: Da der Körper in der Schwangerschaft an Blutmenge zulegt – um bis zu 50 Prozent, muss das Herz Mehrarbeit leisten. Es schlägt stärker und auch schneller. Zum Vergleich: Der normale Puls liegt bei einem Erwachsenen zwischen 60 und 100 Spm (Schläge pro Minute), in der Schwangerschaft kann sich der Puls bis zu 10-20 Spm erhöhen. Also nicht erschrecken!

Verstopfung und/oder Übelkeit

Nächstes Übel – im wahrsten Sinne des Wortes – ist die Schwangerschaftsübelkeit bzw. Verstopfung und Durchfall. Irgendwie unangenehm darüber zu schreiben, aber hey: Es ist menschlich! Wenn man bzw. Schwangere nicht richtig aufs Klo können, ist das ganz schön belastend. Aber es gibt Hausmittelchen – neben ballaststoffreicher Ernährung – die wirklich gut helfen. Tipps bei Verstopfung: Flohsamen(-schalen) zum Beispiel, gibt's in jeder Drogerie oder Apotheke. Oder ihr probiert es mal mit Dörrpflaumen, die ihr in einem Glas Wasser aufweicht (am besten über Nacht) – und sie dann esst und das Wasser trinkt.

Plötzlich schlecht von stillem Wasser – OMG, WTF!

Die neueste Überraschung war für mich, dass mir von stillem Wasser übel wird. Tja, auch hier gilt: Ich bin nicht allein. Denn es geht tatsächlich vielen Frauen in der Schwangerschaft so. Dann weicht man eben auf Sprudel oder Limo aus – ja, auch eine Cola oder ein Espresso-Tonic (trotz Chinin – sollte man natürlich nicht literweise trinken, aber wer macht das schon!?) sind ab und zu mal okay. Wir sollten es damit natürlich nicht übertreiben, aber 1. sollte man das nie mit irgendwas und 2. Hauptsache Flüssigkeit, gell!?

Verbotene Früchte – und Gemüse und Rohes und und und...

Und wenn wir schon beim Thema Ernährung sind. Das war für mich wohl die fetteste Klatsche überhaupt. Denn Schwangere müssen wirklich bei sehr vielen Nahrungsmitteln aufpassen. Bekannt sind rohes Fleisch, roher Fisch, Roh-Milch und Kaffee, aber auch bei Ingwer, Kapern, Thunfisch, Salat, Apfelsaft, Tonic-Water und und und sollte man vorsichtig sein. Ingwer kann zum Beispiel wehenfördernd wirken – cool, dass ich mir in den ersten Monaten jeden Tag einen Ingwer-Shot gegönnt habe – nicht. Und ja, es stimmt, Ingwer-Tee wird auch bei Schwangerschaftsübelkeit empfohlen. Es gilt eben wie immer: in Maßen statt in Massen, nehme ich mal an. Die good News: Wurst-Aufschnitt ist tabu, Salami auf Pizza geht aber klar – yeah!

Naja ihr merkt: Es ist eine lange Liste. Und jede Frau ist verschieden. Erkundigt euch bei euren Ärzten und in der Apotheke – und hört vor allem auf euren Körper. Der wird euch schon sagen, was er braucht und was ihm nicht gut tut.

Hebamme gesucht!

Okay, nächstes großes Thema, das Frau bestimmt schonmal vor ihrer Schwangerschaft gehört hat: Es gibt zu wenig Hebammen. Aber ganz ehrlich, ich fang doch nicht gleich in der fünften Woche an, nach einer Hebamme zu suchen, wenn ich noch nichtmal weiß, was aus dem Baby wird, ob es die erste kritische Phase übersteht usw. Tja, aber tatsächlich sieht es ganz schön finster an der Hebammenfront aus. Nach Mails und Anrufen folgen meistens zahlreiche Absagen – und manche antworten erst gar nicht, wahrscheinlich aus Zeitmangel. Ich bin glücklicherweise am Ende doch noch fündig geworden – zumindest fürs Wochenbett.

Hier ein paar Web-Adressen, wie und wo ihr vielleicht noch in Stuttgart fündig werdet:

Schreibt eine Mail an den Hebammen-Verteiler Stuttgart mit allen Infos zu euch und eurer Schwangerschaft. Den checken Hebammen regelmäßig, wenn bei ihnen doch noch spontan ein Termin frei wird: hebammenversorgung-stuttgart@stuttgart.de

www.hebammensuche-bw.de

https://midiaid.de

Und wer in der Zeit ohne Hebamme trotzdem gut informiert bleiben will, sollte in den Podcast "Hebammen-Salon" reinhören >>>

Krankenkasse, Klinik und Kinderarzt (und Kita)

Viele "Ks" – ja, ich liebe Alliterationen. Diese Aneinanderreihung des gleichen Anfangsbuchstaben ist aber tatsächlich sehr wichtig, denn all das solltet ihr so früh wie möglich erledigen. Macht einen Termin mit eurer Krankenkasse aus, denn teilweise wird euch finanziell gut unter die Arme gegriffen und einige Untersuchungen auch bezahlt. Schaut euch rechtzeitig nach einer Klinik um bzw. macht euch Gedanken, wie ihr gebären wollt. Auch ein Kinderarzt ist wichtig – warum so früh, wenn das Kind noch nicht mal geboren ist? Weil ihr oft sehr lange auf einen Termin warten müsst und manche Ärzte keine neuen Patienten mehr annehmen. Auch auf einen Kita-Platz kann und muss man unter Umständen lange warten, das müsst ihr wissen – darum habe ich mich tatsächlich noch nicht gekümmert!

Tritte – ja, nein, vielleicht

Die ersten Tritte des Babys spürt ihr ungefähr ab der 20. Woche. Es fängt ganz harmlos an und wird dann immer heftiger. Aber: Keine Sorge, wenn ihr mal keine Tritte spürt – das hat nicht immer was zu bedeuten und wenn ihr zum Beispiel viel unterwegs seid, dann geht das auch mal unter. Was ihr unter anderem tun könnt, um wirklich beruhigt schlafen zu können: Kauft euch den "Angelsound" >>>

Schlafen und Sitzen

Und wenn wir schon beim Schlafen sind, das geht spätestens im siebten Monat gar nicht mehr so gut. Wahrscheinlich seid ihr so wie ich schon vorher immer wieder zwischen drei und fünf Uhr morgens wach gewesen. Schlaft dann vielleicht nochmal ein oder auch nicht. Schuld daran sind wohl die Hormone und dass sich der Körper schon jetzt auf die Stillzeit einstellt. Später stört dann der dicker Bauch beim Drehen und Wenden. Abhilfe und Erleichterung verschafft euch ein Stillkissen, das euch in der Seitenschläferposition wirklich eine Stütze ist, genauso wie der Pezzi-Ball beim Sitzen.

Erstaustattung

1. Ihr braucht gar nicht so viel!

2. Nicht durchdrehen!

Vieles bekommt ihr in super Qualität über Ebay Kleinanzeigen. Und Freunde und Bekannte helfen sicherlich sehr gern mit Wickelbodys usw. aus – denn gerade aus den kleinen Größen sind die Babys schnell herausgewachsen. Ansonsten macht es eben so, wie es sich für euch richtig anfühlt.

Vaterschaftsanerkennung

Noch bzw. nicht verheiratet? Dann könnt ihr zusammen mit eurem Partner eine Vaterschaftsanerkennung beim Standesamt oder Jugendamt angehen. Am besten steuert ihr gleich das Jugendamt an, denn dort könnt ihr auch noch on top das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Tipp: Kümmert euch rechtzeitig um einen Termin!

Alle Infos zur Vaterschaftsanerkennung in Stuttgart findet ihr hier >>>

Einteilung Elternzeit

Am besten gleich beim Arbeitgeber erkundigen, was möglich ist und alles, was geht, schon vor der Geburt regeln. Mutterschutz und Elternzeit sind übrigens zwei verschiedene Dinge, macht euch rechtzeitig schlau, das wird euch später Zeit und Nerven kosten. Mehr Infos findet ihr hier >>>

Kaiserschnitt

Erkundigt euch während der Schwangerschaft und unbedingt auch im Geburtsvorbereitungskurs über das Thema "Kaiserschnitt". Denn tatsächlich kommt ein Kaiserschnitt gar nicht mal so selten vor und eine meiner Freundinnen, die gerade ein Baby bekommen und einen Notkaiserschnitt hinter sich gebracht hat, war verblüfft, wie wenig sie doch vorher darauf vorbereitet wurde.

Die "Online-Hebamme" hatte das Thema gerade intensiver behandelt, checkt mal ihre Instagram-Storys oder findet alles dazu auf ihrer Homepage >>>

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