Schweikardt sitzt beim TVB erstmals auf der Bank 50 Bewerbungen für Trainerjob

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Für den Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart steht am Sonntag (15 Uhr) in Ludwigshafen viel auf dem Spiel. Der neue Trainer Jürgen Schweikardt will bei seinem Debüt zwei Punkte für den Klassenverbleib holen.

Auch Kreisläufer Simon Baungarten gibt für den TVB alles. Foto: Baumann
Auch Kreisläufer Simon Baungarten gibt für den TVB alles. Foto: Baumann

Stuttgart - Jürgen Schweikardt vom Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart hat zwar betont, nicht alles neu machen zu wollen, doch eine gravierende Änderung gibt es vor dem Auswärtsspiel bei den Eulen Ludwigshafen dann doch: Die Mannschaft reist erst am Spieltag an. Was aber mehr der geografischen Nähe sowie der Anwurfzeit am Sonntag um 15 Uhr geschuldet ist. „Zuhause schläft es sich am besten“, sagt Schweikardt, der am Montag das Amt des glücklosen Trainers Marks Baur übernommen hat. Schlafen kann er selbst nach eigener Aussage noch ganz gut, obwohl viel auf dem Spiel steht. Nach zuletzt zehn Niederlagen braucht der TVB endlich wieder ein Erfolgserlebnis, um nicht noch mehr in den Abstiegsstrudel zu geraten.

„Es ist ein verdammt wichtiges Spiel, aber noch kein Endspiel“, betont Schweikardt. Soll heißen: selbst im Falle einer Niederlage wäre noch nicht alles verloren, aber Stuttgart dann aufgrund des schlechteren Torverhältnisses wohl Vorletzter und somit auf einem Abstiegsplatz. Deshalb gilt der Fokus erst einmal diesen 60 Minuten. Im Vorfeld hatte der Trainer und Manager in Personalunion versucht, Einzelgespräche zu führen und somit die mentale Situation der Spieler zu stärken, weil die nach der Negativserie nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzen. Schweikardt hatte deshalb ja sogar geplant, den verletzten Felix Lobedank als studierten Sportwissenschaftler verstärkt ins Trainerteam einzubauen. Wie stark das passieren wird, müssen die nächsten Wochen zeigen. „Die Ausgangslage hat sich etwas verändert.“ Und zwar insofern, als der Linkshänder im besten Fall schon in drei bis vier Wochen wieder auf dem Feld ins Geschehen eingreifen könnte und somit noch vor Neuzugang Robert Markotic, der sechs Wochen ausfallen dürfte. Schließlich zählt im Kampf um den Klassenverbleib jeder Mann. Auch Torhüter Johannes Bitter macht nach seiner langwierigen Oberschenkelverletzung von Tag zu Tag Fortschritte, so dass Schweikardt davon ausgeht, dass der Torhüter in Ludwigshafen endlich wieder vollwertig zur Verfügung steht.

Mayerhoffer zählt zum Kandidatenkreis

Das wird auch nötig sein, denn während beim TVB erneut drei Spieler ausfallen (neben Markotic noch Kretschmer und Schimmelbauer), hat sich der Aufsteiger kurz vor Ende der Transferperiode noch mit zwei Mann verstärkt: Valiullin Azat und Patrik Hruscak mit Gardemaß von jeweils über zwei Metern, „zwei große Spieler für den Rückraum“, weiß auch Schweikardt. Doch das alles zählt nicht, nur das Ergebnis. Mit einem Erfolg könnten die nächsten Aufgaben etwas ruhiger angegangen werden. Wozu für den „Trainager“ Schweikardt in absehbarer Zeit auch die Suche nach einem Nachfolger in der neuen Saison zählt. „Wir haben schon 50 Bewerbungen bekommen“, sagt er, „was zeigt, dass der TVB nach wie vor eine gute Adresse ist.“ Einer der heißeren Kandidaten dürfte Hartmut Mayerhoffer sein, der seit fünf Jahren sehr gute Arbeit beim Nachbarn SG BBM Bietigheim leistet und die Mannschaft zu seinem Abschied am Saisonende vielleicht sogar nochmals in die Bundesliga führen wird. Und im Falle eines Abstiegs des TVB eben auch die zweite Liga bestens kennen würde.

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