Schweiz in Not Erben-Alarm in den Bergen

Wo sich das Geld wohl fühlt: Zürich. Aber wie lange noch? Foto: imago images/Björn Trotzki

Es ist Gefahr in Verzug: Droht der Schweiz eine nationale Erbschaftsteuer?

Die liebliche Schweiz – stets um ihr Ansehen in der Welt bedacht – sieht sich aktuell mit einer Volksinitiative befasst, die nicht nur den bisher tadellosen Ruf der direkten Demokratie in der Eidgenossenschaft zu beschädigen droht. Nein, auch das Ansehen der Alpenrepublik als Heimstatt und Zufluchtsort bedrohter Vermögen erscheint in Gefahr. So sieht das jedenfalls der Bundesrat in Bern, der in seiner ortsüblich als „Botschaft“ titulierten Empfehlung für eine Volksinitiative zur Einführung einer für die gesamte Schweiz geltenden Erbschaftsteuer deren kaum hinterfragbaren Nachteile eindrucksvoll vor Augen stellt. Urheber des Schlamassels sind, wenig überraschend, Jungsozialistinnen respektive Jungsozialisten, deren konfiskatorische Neigungen darauf abzielen, Nachlässe und Schenkungen ab einem Betrag von 50 Millionen Franken zu besteuern; dies mit einem Steuersatz von 50 Prozent. Das Steueraufkommen soll für eine „soziale Klimapolitik“ verwendet werden.

 

Das ganze Ausmaß dieses unbedachten Vorstoßes bringt der Bundesrat, also die Regierung, mit einer Beispielrechnung zur Anschauung: Vererbt eine Person 200 Millionen Franken, wären 50 Millionen Franken steuerfrei. 150 Millionen müssten zu 50 Prozent versteuert werden. 75 Millionen Franken wären futsch. Die Schweizer, denen eine angeborene Keuschheit im Umgang mit dem Steuersubstrat nachgesagt wird, kennen Erbschaften bisher nur auf kantonaler Ebene. Die Steuersätze sind so klein, dass sie leicht übersehen werden. Ein in der Not zurate gezogener Steuerprofessor hat dargelegt, was der Volksmund schon weiß: Geld ist ein scheues Reh. Anders gesagt: Der schockierte Geldadel denkt an einen Exodus vor dem Exitus. Die gute Nachricht: 2015 lehnten die Schweizer die nationale Erbschaftsteuer schon einmal ab.

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