Schwere Nebenwirkungen? Tübinger Mediziner unterbrechen Medikamenten-Studie gegen Covid-19

Von red/ dpa/ lsw 

Weil es Berichte über schwere Nebenwirkungen des Malaria-Mittels Chloroquin gegeben hat, unterbricht das Tübinger Institut für Tropenmedizin seine aktuell laufende Studie zu dem Medikament gegen das Coronavirus.

Bis zu zwei Wochen liegt die Studie der Tübinger Mediziner zu Chloroquin erst einmal auf Eis. Foto: AFP/NARINDER NANU
Bis zu zwei Wochen liegt die Studie der Tübinger Mediziner zu Chloroquin erst einmal auf Eis. Foto: AFP/NARINDER NANU

Tübingen - Das Tübinger Institut für Tropenmedizin unterbricht seine Studie mit dem Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen. Wie Institutsdirektor Peter Kremsner am Freitag mitteilte, soll bis zu zwei Wochen ausgesetzt werden, weil es Berichte über schwere Nebenwirkungen des Malaria-Mittels gegeben hat. In dieser Zeit solle ein unabhängiges Sicherheitsgremium die ersten Ergebnisse zur Patientensicherheit anschauen. Danach solle eine Entscheidung fallen, ob die Studie fortgesetzt werde. Zuerst hatte der SWR darüber berichtet.

Medikament darf nicht mit vielen anderen eingesetzt werden

Die Studie begann Ende März. Kremsner geht davon aus, dass die Sorgen um Nebenwirkungen übertrieben sind. Das Medikament sei seit Jahrzehnten bekannt und gut verträglich. Voraussetzung sei allerdings, dass es bei vielen Vorerkrankungen nicht eingesetzt werden dürfe. Ferner nicht mit vielen anderen Medikamenten.

Die Tübinger Tropenmediziner wollten früheren Angaben zufolge mit Chloroquin eine moderat an Covid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Im Augenblick gebe es nur sehr wenige Corona-Patienten in Tübingen, mit denen er seine Studie hätte fortsetzen können, sagte der Wissenschaftler dem SWR.

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