Schwerer Unfall in Stuttgart Kind nach Notoperation weiter in Lebensgefahr

Hier ist das  neunjährige Kind unvermittelt auf die Straße gelaufen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Hier ist das neunjährige Kind unvermittelt auf die Straße gelaufen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Junge, der am Dienstagabend in Stuttgart-Mühlhausen von einem Auto erfasst und dabei lebensgefährlich verletzt worden war, musste notoperiert werden.

Lokales: Christine Bilger (ceb)
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Stuttgart - Ein Kind ist am Dienstagabend bei einem Unfall am Hofener Seeblickweg von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. So schwer, dass die Ärzte auch am Mittwoch noch um sein Leben bangen hätten müssen, sagte der Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Der neunjährige Bub war direkt nach dem Unfall noch am Abend notoperiert worden.

Witterungsverhältnisse spielten offenbar keine Rolle

Das Kind verunglückte gegen 19.40 Uhr. Er war offenbar alleine auf dem Nachhauseweg und ging den Seeblickweg stadtauswärts auf dem Gehweg entlang. Auf Höhe der Benzenäckerstraße sei er dann „völlig unvermittelt“ auf die Straße getreten. Dabei hatte der Junge offenbar ein Auto nicht bemerkt, dass auf der Straße in die gleiche Richtung fuhr. „Mehrere Zeugen beschrieben, dass der Junge praktisch unmittelbar vor dem Auto auf die Straße gelaufen sei“, schildert der Polizeisprecher. Der Autofahrer, ein 26-jähriger Mann am Steuer eines Opel Astra, habe den Zusammenstoß nicht verhindern können. Das Auto erfasste den Buben und schleuderte ihn zu Boden. Rettungskräfte kümmerten sich um das Kind und brachten es ins Krankenhaus.

Das schwere Gewitter am Dienstagabend, das in der Stadt an manchen Stellen zu schlechten Sichtverhältnissen und extrem viel Wasser auf den Straßen geführt hatte, hat der Polizei zufolge bei dem Unfall keine Rolle gespielt. „Zu der Zeit hatte es im Bereich Mühlhausen noch nicht geregnet, die Kollegen schreiben in ihrem Unfallbericht, dass die Straße trocken war“, sagt der Sprecher der Polizei. Erst später habe der Regen eingesetzt.

Zeugen haben keinen Grund für den Richtungswechsel erkannt

Keiner der von der Polizei befragten Zeugen des Unfalls habe irgendetwas beobachtet, was den plötzlichen Richtungswechsel des Neunjährigen ausgelöst haben könnte. Kein anderes Kind und kein Haustier oder sonst irgendetwas, was die Aufmerksamkeit des Buben hätte auf sich ziehen können, sei bisher beschrieben worden. Die Seeblickstraße verläuft an der Unfallstelle geradeaus und leicht ansteigend. Gegenüber der Unfallstelle am Seeblickweg befindet sich eine Tankstelle.

In diesem Jahr sind auf Stuttgarts Straßen mit dem 9-Jährigen aus Hofen dann schon fünf Kinder schwer verunglückt. Zuletzt war Ende Juni ein elf Jahre alter Bub im Norden der Stadt von einer Stadtbahn erfasst worden. Er wollte die Nordbahnhofstraße überqueren und übersah dabei die Bahn. Am 8. April wollte eine Elfjährige im Süden eine Stadtbahn noch erreichen und rannte trotz roter Fußgängerampel am Südheimer Platz über die Straße. Sie wurde von einem Auto erfasst und erlitt schwere Verletzungen. In Degerloch lief ein Achtjähriger am 20. Februar hinter einer Mauer hervor auf den Guts-Muths-Weg. Er wurde von einem Auto erfasst, dessen Fahrer zwar ausstieg und nach dem Kind sah, danach aber weiterfuhr. Der Tod eines Kindes, das im Straßenverkehr verunglückte, ist in diesem Jahr auch schon zu beklagen gewesen: Am 31. März starb im Osten ein Neunjähriger. Er war am Nachmittag gegen 15.30 Uhr auf Höhe der Schwarenbergstraße über die Haußmannstraße gerannt. Ein Bus der Linie 42 erfasste das Kind. Die Ärzte konnten ihn nicht retten: Er starb am selben Abend.




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