Schwierige Situation in Böblingen Die ewige Suche nach neuem Wohnraum für Geflüchtete
In nächster Zukunft fallen in Böblingen einige Unterkünfte für Geflüchtete weg. Die Stadt sucht nach Alternativen.
In nächster Zukunft fallen in Böblingen einige Unterkünfte für Geflüchtete weg. Die Stadt sucht nach Alternativen.
Die Stadt Böblingen sucht händeringend nach Wohnraum für Geflüchtete und Obdachlose. Eigentlich sollten die Menschen nicht allzu lange in den städtischen Unterkünften verweilen, doch die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt sorge dafür, dass die Zahl der Personen, die die Unterkünfte beziehen, stets größer sei, als die Zahl derer, die wieder ausziehen, informiert Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) während einer Sitzung des Verwaltungs- und Kulturausschusses. Zu alledem entfallen in absehbarer Zeit auch noch einige Unterkünfte im Stadtgebiet.
So zum Beispiel die Unterbringung in der Kremser Straße, die 2019 genehmigt wurde. Zunächst auf drei Jahre befristet, wurde 2022 um weitere drei Jahre verlängert. Im November 2025 läuft die Nutzung allerdings aus und kann auch nicht weiter verlängert werden. Wo die aktuell dort lebenden Personen in Zukunft leben sollen, ist noch nicht ganz klar. Planungen dazu würden laufen, informiert die Stadtverwaltung. Auch für die Anschlussunterkunft Mönchäcker in Dagersheim gilt das Nutzungsrecht nur noch bis November 2025. Dort werde allerdings momentan geprüft, ob die Möglichkeit besteht, den Standort in Zukunft weiter zu nutzen.
Auch die beiden ältesten Unterkünfte in der Eugen-Bolz-Straße und der Schönaicher Straße 79 stellen die Stadtverwaltung auf die Probe. Die beiden Gebäude seien nach jahrzehntelanger Nutzung derartig heruntergewirtschaftet, dass sie gänzlich abgerissen werden müssen. Um die Menschen dort nicht vor die Tür zu setzen, muss die Stadt einen straff organisierten Plan aus Abriss und Neubau durchführen: Die Gebäude Schönaicher Straße 79/1 und 79/2 sind aktuell bewohnt, informiert die Stadtverwaltung. In der Schönaicher Straße 79 ist ein Neubau geplant, in den die Bewohner aus dem Haus 79/1 ziehen sollen, das abgerissen und neugebaut werden soll. In diesen Neubau wiederum sollen dann die Bewohner aus 79/2 ziehen, der als letztes abgerissen und neugebaut wird. Das gleiche Spiel wird in der Eugen-Bolz-Straße anstehen: Die beiden Gebäude mit den Hausnummer 45 und 47 werden ebenfalls abgerissen, dann neugebaut.
Momentan unterhält die Stadt Böblingen an sieben Standorten 18 Gebäude, an denen rund 646 Personen untergebracht sind – die große Mehrheit (89 Prozent) sind Geflüchtete. „Teilweise wohnen Menschen über Jahre bei uns, weil sie keine Wohnungen finden“, berichtet Klaus Feistauer, Sozialamtsleiter in Böblingen. In diesem Jahr muss Böblingen nach Prognosen des Landratsamtes 165 Personen aufnehmen. Doch diese Zahlen können sich schnell ändern: Die Kommunen seien dabei vor die ständige Aufgabe gestellt, abzuschätzen: Kapazitäten ausbauen oder auf Risiko gehen? Das Problem dabei sei, dass Puffer eben Geld kosten, sagt Feistauer.