Schwimmen als Diabetiker Zuckercheck vor dem Bad

Von red 

Experten raten Diabetikern, vor dem Schwimmen im Meer und See besonders auf Glukosespiegel und Hautverletzungen zu achten.

In der Nordsee müssen, wie hier in Cuxhaven, müssen sich Diabetiker nach gefährlichen Bakterien erkundigen. Foto: dpa/Sina Schuldt
In der Nordsee müssen, wie hier in Cuxhaven, müssen sich Diabetiker nach gefährlichen Bakterien erkundigen. Foto: dpa/Sina Schuldt

Stuttgart - In vielen Regionen Deutschlands ist jetzt erst richtig Sommer: Bei Temperaturen von über 30 Grad Celsius suchen viele Menschen Abkühlung und Spaß im Wasser. Für insulinbehandelte Menschen mit Diabetes Typ 1 oder 2 gelte es, gerade an natürlichen Gewässern ohne Badeaufsicht den Glukosespiegel besonders im Auge zu behalten und die Insulinmenge gegebenenfalls anzupassen, um eventuell auftretenden Unterzuckerungen beim Schwimmen vorzubeugen. „Hier können Hypoglykämien leicht unerkannt bleiben, wenn zum Beispiel ein Zittern der Hände fälschlicherweise auf die Wassertemperatur zurückgeführt wird“, sagt Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabeteshilfe. Zum einen steige in sehr kaltem Wasser der Energieverbrauch aufgrund des höheren Verlusts der Körperwärme und durch die Bewegung. Zum anderen wirke bei hohen Sommertemperaturen bei manchen Betroffenen das Insulin viel schneller.

Mögliche Gefahr durch Vibrionen in Nord- und Ostsee

Insulinpumpenträger können ihre Pumpe vor dem Gang ins Wasser ablegen. Die in das Fettgewebe der Haut eingestochene Kanüle verbleibt am Bauch – geschützt durch ein wasserdichtes Katheterpflaster. „Erst wenn der Glukosespiegel zwischen 120 und 180 Milligramm pro Zehntelliter liegt, darf die Insulinpumpe abgekoppelt werden“, sagt Haak. Bei einem niedrigeren Wert sollten Menschen mit Diabetes vorher einen kohlenhydratreichen Snack essen. Ist der Glukosespiegel hingegen zu hoch, helfe eine Extradosis Insulin. Am besten wird das Insulin an heißen Tagen in einer Kühlbox oder Thermosflasche transportiert.

Menschen mit Diabetes, die in der Nord- oder Ostsee schwimmen gehen, sollten sich bei hohen Temperaturen am Badeort über Vibrionen informieren, ihre Haut hinterher auf Wunden kontrollieren und bei schlechter Heilung sowie weiteren Beschwerden einen Arzt aufsuchen: Bei Vibrionen handelt es sich um Bakterien, die sich bei Hitze vor allem in Salzwasser stark vermehren, über kleine Hautverletzungen in den Körper gelangen und schwere Infektionen mit starken Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost und einer Blutvergiftung hervorrufen können.




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