Schwimmen in Vaihingen/Enz Zu starke Schäden – Hallenbad steht vor dem endgültigen Aus

Kann sich die Stadt Vaihingen ein neues Hallenbad im Enztalbad leisten? Die Finanzmittel erscheinen begrenzt. Foto: Enztalbad Vaihingen

Das Hallenbad von Vaihingen/Enz (Kreis Ludwigsburg) ist irreparabel marode, eine Sanierung lohnt sich nicht. Das Bad wird zwar wiedereröffnet, es steht aber ein Neubau zur Debatte.

Ludwigsburg: Oliver von Schaewen (ole)

Was sich schon länger andeutete, scheint jetzt gewiss: Das Hallenbad in Vaihingen an der Enz ist so marode, dass eine Sanierung zu teuer wäre. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die Stadtverwaltung in Auftrag gegeben hat. Im Gespräch ist jetzt ein Neubau. Ob und wann das neue Hallenbad gebaut werden kann, steht aber noch nicht fest, zumal die Finanzlage der Stadt prekär ist und die Gartenschau, die 2029 stattfindet, Gelder bindet.

 

Über das Enztalbad zerbrachen sich die Gemeinderäte der 29 000-Einwohner-Stadt bereits vor einem Jahr den Kopf. Sowohl das 1971 gebaute Hallenbad als auch das 1979 errichtete Freibad stecken in einem Sanierungsstau. Beide Bäder reißen im Betrieb jährlich ein Loch von 1,2 Millionen Euro in den Vaihinger Etat.

Bereits beim Bürger-Infogespräch des OB Uwe Skrzypek im Februar 2024 war das Enztalbad ein Thema. Foto: Werner Kuhnle

Ein Gutachten aus dem Jahr 2018 bezifferte die möglichen Kosten für beide Bäder und die Heizungsanlage auf etwa zehn Millionen Euro. Seitdem hat die Verwaltung auf belastbare, aktuelle Zahlen gewartet. Neue Daten liegen jetzt vor – das Stuttgarter Planungsbüro „Die Bädermeister – das Beratungsnetzwerk für Schwimmbäder“ wird sie am Mittwoch, 21. Mai, um 18 Uhr im Technikausschuss des Gemeinderats präsentieren.

Aus den Sitzungsunterlagen im Internet geht schon jetzt hervor: Eine Sanierung des Hallenbades wäre unwirtschaftlich. „Die Bausubstanz des Enztalbades ist in einem mangelhaften Zustand“, heißt es. Alle Gewerke, einzeln betrachtet, seien schon aufwendig zu sanieren. Selbst bei einer hohen Investition könnten wesentliche Schwächen des Altbaus nicht vollständig beseitigt werden.

Laut der Stadtverwaltung wird das alte Hallenbad trotz des Sanierungsstaus nach der Sommerpause im Herbst wieder geöffnet. Solange die Technik und der Bauzustand irgendwie halten, wolle die Stadt Vaihingen den Betrieb fortführen, so eine Sprecherin.

Raumprogramm für ein neues Hallenbad

Die Verwaltung empfiehlt den Stadträten, das Büro „Die Bädermeister“ mit einer Bedarfsermittlung für Schulen und Vereine zu beauftragen sowie ein Raumprogramm für einen Hallenbadneubau zu erstellen.

Das Freibad soll derweil unabhängig vom maroden Hallenbad werden. Da die beiden Heizkessel für Hallen- und Freibad kurzfristig ausfallen könnten, soll im Freibad eine autarke Solarheizung entstehen. Diverse Brandschutzschwächen, Wasserschäden im Kiosk und Dachschäden erfordern laut Gutachten kurzfristig Eingriffe im Freibad.

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