Schwimmen: Jugend-EM Roth schrammt knapp am Titel vorbei
Linda Roth vom SV Cannstatt feiert bei den Jugend-Europameisterschaften ein erfolgreiches Comeback. Auch Subjar Biltaev schafft die WM-Norm.
Linda Roth vom SV Cannstatt feiert bei den Jugend-Europameisterschaften ein erfolgreiches Comeback. Auch Subjar Biltaev schafft die WM-Norm.
Für das Stuttgarter Schwimmtalent Linda Roth ist es durchaus eine gewohnte Angelegenheit, innerhalb wichtiger Großereignisse ein strapaziöses Programm zu absolvieren. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften 2024 in Berlin fischte die seit vier Wochen 17 Jahre alte Athletin bei elf Starts zehn Medaillen (Neunmal Gold, einmal Silber) aus dem Wasser. Dass die Schwimmerin des SV Cannstatt nun aber auch bei den Jugend-Europameisterschaften im slowakischen Samorin innerhalb von fünf Tagen zehn Mal ins Wasser gegangen ist, ist allerdings schon ein kleines Wunder, schließlich kam Roth erst vor wenigen Wochen von einer mehrmonatigen Pause nach schwerer Verletzung zurück. Dann der Höhepunkt zum Abschluss des Wettbewerbs: Mit der deutschen 4 x 100-Meter-Lagen-Staffel gewann sie am Sonntagabend mit einer Zeit von 3:40,34 Minuten die Silbermedaille. Nur vier Hundertstelsekunden fehlten am Ende zu den siegreichen Italienerinnen (3:40,30 min.) und damit zum EM-Titel.
Zuvor hatte Roth bereits mit der 4 x 100-Meter-Freistil-Staffel die Bronzemedaille eingeheimst. Lediglich die Spanierinnen und die Italienerinnen waren schneller als die vier DSV-Mädchen (3:42,36 Minuten) um die junge Stuttgarterin. Dazu gab es für Roth über 100 Meter Schmetterling im Einzel noch einen sechsten Rang, über 100 Meter Freistil Platz acht und mit der 4x200-Meter- Freistil-Staffel Rang fünf. Über 50 Meter Schmetterling verpasste die Cannstatterin das Finale und mit der 4x100-Meter-Mixed-Staffel schrammte sie als Vierte schließlich um etwas mehr als drei Sekunden an einem Medaillengewinn vorbei.
„Nach meiner langen Verletzungspause und der begrenzten Trainingszeit hätte ich nicht gedacht, dass ich so schnell wieder an meine alten Zeiten anknüpfen kann. Für mich war das ein versöhnlicher Abschluss einer wirklich schweren Saison“, sagt Roth, die sich im Dezember einer Operation am Fuß unterziehen lassen musste.
Insgesamt sechsmal ging in Samorin der zweite Starter des SV Cannstatt, Subajr Biltaev, auf Medaillenjagd. Der 18-Jährige kehrte zwar ohne Edelmetall, aber dennoch zufrieden aus der Slowakei zurück, was auch der für beide EM-Starter am Stuttgarter Stützpunkt zuständige Landestrainer Farhid Shami bestätigt: „Subajr hat sich auf seinen Paradestrecken von Lauf zu Lauf gesteigert und seine Leistungen kontinuierlich verbessert. Beide Sportler haben bewiesen, dass sie im Jugendbereich zur europäischen Spitze gehören“, sagt Shami. Das beste Resultat für Biltaev war der fünfte Rang im Finale über 50 Meter Brust. In 27,80 Sekunden blieb er nur 15-Hundertstel Sekunden hinter Rang drei, wo sich sein Landsmann Jan Malte Gräfe (Potsdam) die Bronzemedaille schnappte. Über 100 Meter Brust scheiterte Biltaev im Halbfinale, mit der 4x100-Meter-Mixed-Lagenstaffel des DSV kam bereits nach dem Vorlauf das Aus.
Beide Cannstatter Talente knackten in der Slowakei im Übrigen auch die geforderten Normen für die Teilnahme an den Jugendweltmeisterschaften (19. bis 24. August in Otopeni/Rumänien). Ob Roth und Biltaev dort aber auch an den Start gehen werden, muss erst noch geklärt werden.