Schwimmen Trotz Pandemie: Wettkampfreise an die Côte d’Azur

Kim Herkle freut sich auf den ersten Wettkampf nach langer Zeit. Foto: Patricia Sigerist
Kim Herkle freut sich auf den ersten Wettkampf nach langer Zeit. Foto: Patricia Sigerist

Die Oeffinger Schwimmerin Kim Herkle, die seit eineinhalb Jahren am Olympiastützpunkt in Heidelberg lebt und trainiert, will am Wochenende in Nizza überzeugen.

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Oeffingen/Heidelberg - Genau 54 Wochen lang hat Kim Herkle auf diesen Moment warten müssen. Am Freitag ist es so weit: Die Oeffinger Schwimmerin, seit Kurzem Mitglied des deutschen Nationalteams, bestreitet in Nizza tatsächlich wieder einen internationalen Wettkampf. Letztmals war das im Januar 2020 in Luxemburg der Fall. Dann kam die Corona-Krise. Und bis auf die deutschen Mannschaftsmeisterschaften im vergangenen Februar und eine kleinere Veranstaltung in Berlin im Sommer gab es keine offiziellen Startmöglichkeiten mehr. Andere Termine, unter anderem die nationalen Titelkämpfe sowie gleich zwei Europameisterschaften (Jugend und Erwachsene), fielen der Pandemie zum Opfer. „Ich konnte meinen Trainingsbetrieb in den vergangenen Monaten ohne größere Einschränkungen absolvieren. Aber jetzt freue ich mich extrem darauf, mich auch im Wettkampf wieder mit anderen Athletinnen messen zu dürfen“, sagt die seit wenigen Wochen 18 Jahre alte Sportlerin des SV Cannstatt, die seit eineinhalb Jahren am Olympiastützpunkt in Heidelberg lebt und trainiert.

Kim Herkle will über 200 Meter Brust ins Finale kommen

Beim sogenannten „Golden Tour Meeting“ des französischen Verbandes, bei dem Schwimmer(innen) aus 14 europäischen und afrikanischen Nationen am Start sein wollen, wird Kim Herkle von Freitag bis Sonntag wohl öfter ins Wasser springen. „Der wichtigste Wettbewerb ist für mich der über 200 Meter Brust. Da versuche ich, eine neue persönliche Bestzeit zu schwimmen und ins Finale zu kommen“, sagt die mehrfache deutsche Jugendmeisterin. Wie stark die Konkurrenz an der Côte d’Azur sein wird, verdeutlicht ein Blick aufs Teilnehmerfeld eben über die 200 Meter Brust. Ihre Bestmarke (2:27,66 Minuten), die Kim Herkle vor rund einem Jahr in Luxemburg abgeliefert hat, war im Jahr 2020 die zweitbeste Zeit in Deutschland, weltweit waren 43 Schwimmerinnen schneller. In Nizza ist diese Meldezeit aber auch nur die achtbeste. Konkurrentinnen von Kim Herkle werden etwa sein: die dreimalige Olympiasiegerin Katinka Hosszu aus Ungarn, die Weltranglisten-Siebte Lisa Mamie aus der Schweiz und die Israelin Anastasia Gorbenko, 2018 Siegerin der Olympischen Jugendspiele in Buenos Aires.

Auch ein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada steht an

Bei einem internen Testwettkampf am Stützpunkt in Heidelberg am vergangenen Wochenende ist Kim Herkle über ihre Spezialstrecke knapp eine Sekunde an ihre Bestmarke herangeschwommen und hat sich zudem über die 400 Meter Lagen um rund vier Sekunden verbessert. „Meine Schulter zwickt zwar aufgrund der Trainingsbelastung etwas, aber grundsätzlich bin ich fit und gut in Form“, sagt die Oeffingerin, die nach dem Wettkampf in Nizza mit dem Nationalteam zum Höhentrainingslager auf 2300 Meter Höhe in die Sierra Nevada (Spanien) reisen wird. Dort sollen die Grundlagen für die Olympia-Qualifikations-Wettkämpfe im April in Stockholm, Berlin und Magdeburg gelegt werden. „Mein Ticket für die Europameisterschaften im Mai in Budapest habe ich so gut wie sicher in der Tasche. Sollte ich auch noch die Norm für Olympia in Tokio schaffen, dann wäre das eine Sensation und eine tolle Zugabe. Eine Teilnahme schon diesmal ist aber ganz sicher keine Pflicht für mich“, sagt Kim Herkle.




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