Schwimmen Und jetzt doch: Ticket nach Tatarstan

Von Harald Landwehr 

Kim Herkle, derzeit bei den deutschen Titelkämpfen in Berlin, darf Anfang Juli zu den Jugend-Europmeisterschaften.

Kim Herkle aus Oeffingen geht Anfang Juli in Kasan an den Start. Foto:  
Kim Herkle aus Oeffingen geht Anfang Juli in Kasan an den Start. Foto:  

Oeffingen - Kim Herkle hatte die Teilnahme an den Jugend-Europameisterschaften der Schwimmer (1. bis 7. Juli in Kasan/Russland) schon abgehakt. Die vom Verband geforderte Normzeit über 200 Meter Brust (2:32,00 Minuten) hatte die Oeffingerin, die für den SV Cannstatt ins Wasser geht, zwar unterboten, allerdings waren in Malin Grosse (SGS Hannover) und Magdalena Heimrath (SC Chemnitz) zwei nationale Konkurrentinnen schneller. Nun darf in wenigen Wochen allerdings nicht nur die Konkurrenz mit nach Russland, sondern auch Kim Herkle.

Aller Voraussicht nach nicht nur über die 200 Meter, sondern auch über 100 Meter Brust

Sie erfuhr nicht etwa durch einen Anruf oder eine E-Mail der Bundestrainer von ihrem Glück. „Der Verband hat auf seiner Homepage das Aufgebot veröffentlicht, und da stand tatsächlich mein Name. Ich war überrascht und habe mich riesig gefreut“, sagt die 16-Jährige, die mittlerweile auch die offizielle Bestätigung dafür hat, dass sie in Kasan in der Republik Tatarstan ins Becken darf. Aller Voraussicht nach nicht nur über die 200 Meter, sondern auch über 100 Meter Brust.

Mit der guten Nachricht als zusätzliche Motivationsspritze tritt die Schülerin des Untertürkheimer Wirtemberg-Gymnasiums nun in dieser Woche bei den deutschen Jugend-Jahrgangsmeisterschaften in Berlin an. Am Mittwoch war wettkampffrei, dafür musste Kim Herkle in der Hauptstadt unter Aufsicht eine vierstündige Deutschklausur für ihre heimische Schule schreiben. „Das war eine willkommene Abwechslung, aber schon auch anstrengend“, sagte die Schülerin, die 700 Kilometer von zu Hause entfernt einen Werkvergleich zwischen Johann Wolfgang von Goethes Faust und Hermann Hesses Steppenwolf zu Papier bringen musste.

Ihre Spezialstrecke 200 Meter Brust steht am Samstag im Terminplan der Titelkämpfe

Der erste von acht Wettkämpfen in der Bundeshauptstadt war bereits am Dienstag sehr gut gelaufen. Über 100 Meter Brust wurde Kim Herkle in 1:10,86 Minuten deutsche Vizemeisterin des Jahrgangs 2003, nur um neun Hundertstel bezwungen von der Hamburgerin Malaika Schneider. „Ich habe meine persönliche Jahresbestzeit gesteigert, ich bin sehr zufrieden, auch wenn ich lieber gewonnen hätte“, sagt Kim Herkle, im Vorjahr in Berlin zweimal deutsche Jahrgangsmeisterin. Über 100 Meter Freistil (59,65 Sekunden) reichte es mit dem elften Rang im Vorlauf nicht für die Endlaufteilnahme, ihre Spezialstrecke 200 Meter Brust steht am Samstag im Terminplan der Titelkämpfe.

Linus Andrä vom TSV Schmiden belegte über 100 Meter Brust in 1:17,81 Minuten den 15. Rang in seinem Klassement (Jahrgang 2006). Die Schmidenerin Anna Rutz (2007), wie Kim Herkle für den SV Cannstatt aktiv, fand sich über 100 Meter Brust (1:25,22 Minuten) auf dem 23. Platz und über 100 Meter Freistil (1:06,74 Minuten) auf dem 37. Platz ihres Jahrgangs.