Schwimmende Bühnen in Weinstadt Die Musik spielt auf der Rems

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Konzerte, Weinproben, Lesungen: all das soll während der Remstal-Gartenschau auf der Rems stattfinden können. Architekturstudenten der Uni Stuttgart haben schwimmende Bühnen für einen Flussabschnitt in Weinstadt entworfen. Bald wird der erste Prototyp gebaut.

Die schwimmenden Module können miteinander verbunden werden. Foto: Frank Eppler
Die schwimmenden Module können miteinander verbunden werden. Foto: Frank Eppler

Schorndorf - Wenn alles so klappt, wie es die Architekturstudenten der Uni Stuttgart seit Monaten entworfen, geplant und konstruiert haben, dann wird es während der Remstal-Gartenschau 2019 in Weinstadt einzigartige Veranstaltungen geben. Einzigartig allein deswegen, weil die Bühne dafür auf der Rems schwimmen soll. „Feste Seebühnen gibt es schon anderswo, aber unsere Module sind flexibel und bewegbar“, erläutert Projektleiter Martin Häckl von der Uni Stuttgart.

Entscheidend war auch der Wasserpegel in Weinstadt

Er erzählt bei einem Pressegespräch, dass sich die Studenten im Rahmen eines Seminars mit dem Thema Bauen auf dem Wasser beschäftigt haben. Auf der Suche nach einem konkreten Projekt sei man auf die Remstal-Gartenschau gestoßen. Mehrere Kommunen haben sich die Studenten angeschaut, schließlich ist die Wahl auf Weinstadt gefallen. Allein schon aus einem ganz entscheidenden Grund: „Hier hat die Rems einen geeigneten Wasserpegel“, berichtet Studentin Carolina Heck. Zudem sei man Anfang des Jahres bei der ersten gemeinsamen Besprechung mit der Stadt auf offene Türen gestoßen. „Wir wollen uns bei der Gartenschau als Wiege Württembergs präsentieren und damit auch als Ort, wo man Neues ausprobieren kann“, sagt Oberbürgermeister Michael Scharmann.

Die Bühnen sollen per Elektromotor bewegt werden

Die Studenten haben sich überlegt, dass sich die mobilen Module auf der 800 Meter langen Strecke zwischen Birkelwehr und Mühlwiesen an der Häckermühle bewegen sollen. Bis zu 26 Nachwuchsarchitekten haben an dem Projekt „floating stage“ gearbeitet und sich jede Menge Gedanken gemacht. Es wurde – auch in der Freizeit – so lange an den Bühnen getüftelt, bis Akustik, Licht, Kippstabilität, Hochwasserevakuierung und vieles mehr berücksichtigt waren.

Immer wieder wurden die Ideen mit der Stadtverwaltung abgestimmt. „Wir haben die Module so konstruiert, dass sie auf allen Seiten miteinander verbunden werden können“, sagt Student Janik Sailer. In einer Ausstellung im Rathaus wird derzeit gezeigt, wie ein mögliches Szenario aussehen könnte: ein schwimmender Infostand am Birkelwehr, eine schwimmende Pausenstation an der Fischerhütte und eine große Bühne aus drei bis vier Modulen an den Mühlwiesen. Ein Modul misst circa vier auf drei Meter. Die Konstruktion ist zum Großteil aus Holz und liegt auf Pontons auf. Per Elektromotor sollen die Bühnen bewegt werden können.

Bald wird der erste Prototyp gebaut

„In Kürze wird ein Prototyp gebaut“, berichtet Martin Häckl. Erst dann kann die Idee von einem Statiker geprüft und vom Tüv abgenommen werden. Und erst dann wird man sehen, ob das Landratsamt die notwendige Genehmigung erteilt. „Aber wir sind eigentlich ganz guter Dinge, weil die Bühnen nicht fest installiert werden“, sagt Scharmann, der zu den Kosten für die Bühnen noch nicht viel sagen kann. Denn auch das wird sich erst zeigen, wenn das erste Modul gefertigt ist.

Dieses soll im November zu Wasser gelassen werden. Während der Remstal-Gartenschau sind dann Konzerte, Lesungen, Weinproben und viele weitere Dinge denkbar. Das Publikum kann dann von dem neu gestalteten Ufer aus zuschauen. „Die Studenten überlegen sogar, wie ein Flügel auf der floating stage platziert werden kann“, erzählt Martin Häckl. OB Scharmann hofft, dass die Umsetzung in die Realität gelingt und die Arbeit der Studenten belohnt wird: „Aber ein Risiko bleibt, wenn man neue Wege beschreitet.“




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