Schwimmerin Kim Herkle aus Fellbach Lieber nach Louisville
Kim Herkle aus Oeffingen entscheidet sich für die neue Herausforderung in den USA und wird Mitte des nächsten Jahres für das Universitätsschwimmteam in Kentucky starten.
Kim Herkle aus Oeffingen entscheidet sich für die neue Herausforderung in den USA und wird Mitte des nächsten Jahres für das Universitätsschwimmteam in Kentucky starten.
Fellbach - Ein paar Tage lang hat Kim Herkle noch einmal genau überlegt und sich mit ihrem privaten und ihrem sportlichen Umfeld besprochen. Am Wochenende hat die 17 Jahre alte Schwimmerin aus Oeffingen dann über ihre Zukunft entschieden. Sie hat den von der Universität in Louisville/Kentucky zugeschickten Vertrag unterschrieben und wird im Sommer 2021 in die USA ziehen, um dort zu studieren und mit einem Sportstipendium vier Jahre lang für das Universitätsschwimmteam der Cardinals an Wettkämpfen teilnehmen.
„Ich möchte einfach mal über meinen Tellerrand hinausschauen und eine neue Herausforderung angehen. Wenn ich das jetzt nicht machen würde, würde ich es später vielleicht bereuen“, sagt die mehrfache deutsche Jugendmeisterin. Am Ende haben sie weder die Unsicherheit aufgrund der Corona-Pandemie noch die jüngst zum 1. November erfolgte Einstufung in den Nationalkader des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) davon abhalten können, die bereits mündlich getätigte Zusage in Louisville nun mit einer Unterschrift zu bekräftigen. „Der Reiz dieses Studiums, verbunden mit den tollen sportlichen Rahmenbedingungen – diese Kombination hat letztlich den Ausschlag dafür gegeben, dass ich es versuchen will“, sagt Kim Herkle.
Voraussichtlich im Juli oder August nächsten Jahres wird die Spezialistin auf den Bruststrecken, die zurzeit noch am Olympiastützpunkt Rhein/Neckar in Heidelberg lebt und trainiert, ins Flugzeug steigen. Wenn alles nach Plan läuft, wird die zweitbeste deutsche 200-Meter-Brust-Schwimmerin des Jahres 2020 als Teilnehmerin bei den Europameisterschaften der Erwachsenen in der 600 000-Einwohner-Stadt rund 150 Kilometer südlich von Indianapolis ankommen.
Im Mai 2021 sollen die 2020 verschobenen kontinentalen Titelkämpfe in der ungarischen Hauptstadt Budapest stattfinden. „Das ist jetzt mein sportliches Hauptziel für nächstes Jahr. Wenn das klappen würde, wäre das eine tolle Sache“, sagt die Oeffinger Schwimmerin, die 2019 schon bei den Jugend-Europameisterschaften in Kasan/Russland ins Wasser gegangen war.
Deutlich weniger realistisch ist für die 17-Jährige im Moment noch die Teilnahme am größten Sportereignis 2021, den Olympischen Spielen in Tokio. „Ich müsste meine Bestzeit um 2,7 Sekunden verbessern und deutschen Rekord schwimmen“, sagt Kim Herkle. „Komplett ausgeschlossen ist das nicht“ – realistischer ist aber wohl eine Olympia-Teilnahme 2024 in Paris. Darauf kann sich die Oeffingerin bald im Trainingszentrum der Louisville Cardinals vorbereiten. Dort wird sie vom brasilianischen Cheftrainer Arthur Albiero angeleitet, der 2016 zum Trainerstab des US-Nationalteams bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gehörte.