Schwippebrücken in Dagersheim Das erste Provisorium steht

Die Brücke am Dorfplatz ist als erste ersetzt worden. Foto: Julia Theermann

Die vier Holzbrücken über die Schwippe in Dagersheim waren in einem schlechten Zustand. Jetzt sind fast alle abgerissen.

Böblingen: Julia Theermann (the)

Einigen Spaziergängern steht die Verwunderung ins Gesicht geschrieben, andere gehen ein Stück näher heran, um ein Foto zu machen: die Abwesenheit der Schwippebrücken im Böblinger Teilort Dagersheim fällt auf. Ortsvorsteher Hendrik Queck hatte sie als einst „identitätsstiftend“ bezeichnet. In den vergangenen Jahren hatten die Bauwerke aber vor allem durch ihren schlechter werdenden Zustand für Gesprächsstoff gesorgt. In dieser Woche ist nun die dritte der vier Fußgängerbrücken in dem Flecken abgerissen worden. Die Brücke in der Ostelsheimer Straße soll von Montag, 16. Juni, an entfernt werden.

 

Vier Brücken, die nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad benutzt werden dürfen, queren in Dagersheim die Schwippe, um Verbindungen zwischen den Ortsteilen zu schaffen. Im äußersten Osten gibt es zwar noch eine weitere Brücke, diese kann aber auch von Autos und sogar Traktoren befahren werden und zählt deshalb nicht dazu. Das gilt auch für die Betonbrücke, auf der das Bezirksamt steht – beide bleiben bestehen.

Erste Behelfsbrücke steht

Im Mai hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt, die Holzbrücken schrittweise durch Provisorien ersetzen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Brücken unterhalb des Friedhofs und die Brücke am Dorfplatz jeweils schon mehrere Monate gesperrt gewesen – auch wenn Ortskundige sich oft an den Absperrungen vorbeigezwängt haben sollen.

Am Mittwochnachmittag war die letzte Brücke noch an ihrem angestammten Platz. Foto: Julia Theermann

Noch keine Entscheidung

Während die Abrissarbeiten an anderer Stelle noch laufen, ist in dieser Woche das erste Brückenprovisorium errichtet worden, nämlich am Dorfplatz. Die Behelfsbrücke gleicht einem Baugerüst und so ähnlich fühlt sich der erste Gang über die Brücke auch an – aber sie stellt erfolgreich eine wichtige Verbindung zwischen dem Sträßchen Am Bach und der Kirchgasse her, die vor allem von Schulkindern genutzt wird.

Nach und nach sollen drei der vier Schwippebrücken solche Ersatzbauwerke bekommen, die Brücke direkt hinter dem Bezirksamt jedoch vorerst nicht. Hier sei der Umweg über die Albert-Schweitzer-Straße nicht weit genug, um eine teure Interimsbrücke zu rechtfertigen, heißt es. Ein Entschluss, der im Ort durchaus kritisch gesehen wird. Für gehbehinderte Menschen beispielsweise sei jeder Umweg zu weit, sagt eine Passantin an der neuen Brücke.

Am Bezirksamt gibt es auch an der gemauerten Einfassung der Schwippe – im Bereich der ehemaligen Widerlager der Brücke – erhebliche Schäden. Einige Mauerstücke sind in das Flüsschen gestürzt. Ob über kurz oder lang dort doch noch eine neue Querung entsteht, ist noch nicht klar. Die Entscheidung darüber wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Die Schwippe-Brücken

Der Bestand
Bei den Schwippebrücken handelt es sich um vier Bauwerke aus Holz, die zu Fuß oder mit dem Rad genutzt werden können. Drei von ihnen sind bereits abgerissen.

Die Brücke am Friedhof
Die östlichste der vier Schwippebrücken war gleichzeitig die längste. Sie war 13,56 Meter lang und 1,80 Meter breit und nicht barrierefrei. Hier kostet der Abriss 20.000 Euro, die Behelfsbrücke 21.000 Euro. Die Zahlen sind Schätzungen der Stadtverwaltung.

Die Brücke am Bezirksamt
Die Brücke, die neben dem Bezirksamt von der Mühlgasse zur Wiesentalstraße führte, war 9,53 Meter lang. Der Abbruch kostete 21.000 Euro.

Die Brücke am Dorfplatz
Mit 8,8 Metern war die Brücke an der Kirchgasse die kürzeste. Sie ist bereits durch eine nicht barrierefreie Behelfsbrücke ersetzt worden. Sie hat 11.500 Euro gekostet.

Die Brücke an der Ostelsheimer Straße
Die Brücke, die von der Berggasse zur Ostelsheimer Straße führt, ist das breiteste der vier Bauwerke. Sie ist zudem auch die zweitlängste. 11,02 Meter ist sie lang und drei Meter breit. Ihr Abriss wird mit voraussichtlich 23.000 Euro der teuerste werden. Es soll eine 21.000 Euro teure Behelfsbrücke aufgestellt werden.

Weitere Themen