Sebastian Hoeneß beim VfB Stuttgart Jugendzeit mit verrückten Vögeln und einem großer Titel

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An diesem Samstag trifft Sebastian Hoeneß als Trainer des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim auf den VfB Stuttgart. Sein ehemaliger Jugendtrainer Hansi Kleitsch erinnert sich an gemeinsame Zeiten bei den Weiß-Roten.

Sebastian Hoeneß als B-Junior im Dress des VfB Stuttgart. Foto: Baumann
Sebastian Hoeneß als B-Junior im Dress des VfB Stuttgart. Foto: Baumann

Stuttgart - Die erste Begegnung von Hansi Kleitsch mit Sebastian Hoeneß? Sie geht zurück, als der heutige Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim noch in der U 15 des TSV Grötzingen stürmte. „Da war einer mit bunten Haaren, der richtig gut kicken konnte“, erinnert sich Kleitsch an das Jugendspiel in Kirchheim. Zwei Jahre später, in der U 17 beim VfB Stuttgart, trainierte Kleitsch dann Hoeneß selbst. Der Höhepunkt: der Gewinn der deutschen B-Jugend-Meisterschaft 1999. Im Finale in Stuttgart gab’s ein 3:1 gegen den BVB. Hoeneß stürmte, bis ihn Adduktorenprobleme bremsten. Dann kam in der 70. Minute Kevin Kuranyi. Die Tore schossen andere: Tobias Rathgeb, Felix Luz und Sandro Villani.

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Die schrille Frisur hatte Hoeneß längst abgelegt. „Er war zusammen mit Andi Hinkel, Michael Fink oder Tobi Rathgeb mit der seriöseste unter diesen verrückten Vögeln“, erzählt Kleitsch mit einem Schmunzeln über das Team, in dem neben Kuranyi auch andere Spieler mit Hang zum Laisser-faire standen – wie Luz, Villani, Marvin Braun oder Torsten Smolcic. Als Strafmaßnahme lief Kleitsch einmal vorneweg mit der Mannschaft vom Clubgelände bis zum Hauptbahnhof und wieder zurück: „Ich hab mich nicht einmal umgedreht und am Ende nur gesagt, wenn ihr nicht mitzieht, könnt ihr das öfter haben“, erzählt Kleitsch und hängt noch eine Anekdote dran: Vor einem DM-Viertelfinalspiel in Nürnberg stellte man fest, dass kein Arzt für die Mitreise organisiert wurde. Für den damaligen Jugendchef Frieder Schrof offenbar kein Problem: „Dieses überhebliche Team braucht keinen Arzt, befand Herr Schrof“, berichtet Kleitsch.

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Damit kein falscher Verdacht aufkommt: Von Hoeneß kann der Talentschmied nur Gutes berichten. „Er ist ein intelligenter Bursche, der damals schon eine vorbildliche Einstellung mitbrachte und sehr zielorientiert war.“ Als sein Vater Dieter als Manager zur Hertha weiterzog, ging Sohnemann Sebastian mit nach Berlin. Der Kontakt zu Kleitsch riss nie ab. Weder in der Zeit von Hoeneß als Nachwuchscoach bei RB Leipzig (2014 bis 2017) noch in der Phase beim FC Bayern (2017 bis 2020) – und natürlich erst recht nicht jetzt bei der TSG 1899 Hoffenheim. Dort ist das Fachwissen von Kleitsch seit 2013 gefragt – seit eineinhalb Jahren wieder als Scout für die Profimannschaft. „Corona-bedingt sehen wir uns in letzter Zeit eher selten“, sagt der 68-Jährige, der aber vor dem baden-württembergischen Bundesliga-Derby an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfB sicher ist: „Dieses Spiel ist schon etwas Besonderes für Sebastian.“ Es bringt die Erinnerung zurück an verrückte Vögel und einen großen Titel.




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