Sechs Geheimtipps Diese Europa-Park-Attraktionen werden am meisten unterschätzt

Es gibt im Park auch viele kleinere Attraktionen, die Spaß machen. Foto: dpa

Blue-Fire, Wodan, Voltron Nevera und die anderen großen Achterbahnen kennt jeder. Doch auch abseits dieser hat der Freizeitpark viel zu bieten. Sechs Redakteure nennen ihre Favoriten.

Die Anstehzeiten vor den großen Achterbahnen des Europa-Parks sind lang – besonders in den Ferien. Doch auch manche kleinere Attraktionen, bei denen man wesentlich kürzer anstehen muss, machen unter Umständen genauso viel Spaß. Die Redakteure des Schwarzwälder Boten verraten ihre Geheimtipps.

 

Fluch der Kassandra: Diese im griechischen Themenbereich gelegene Attraktion sollten all jene meiden, die nicht schwindelfrei sind. Ein Besuch der Attraktion, für den man in der Regel nicht lange warten muss, bringt einem den Orientierungssinn ordentlich durcheinander. Drehen sich die Wände. Oder bewegen sich die Gäste? Die Attraktion zeigt eindrucksvoll, dass es nicht immer hohe und schnelle Achterbahnen für den Adrenalinrausch braucht. Und wenn man danach wieder hinaus torkelt, muss man erst einmal herausfinden, wo oben und unten ist.

Der „Fluch der Kassandra“ bringt den Orientierungssinn durcheinander. Foto: Europa-Park

Monorail-Bahn: Wenn man schon ein paar Stunden Europa-Park-Aufenthalt mit den ein oder anderen rasanten Fahrten hinter sich hat, gibt es nichts Schöneres, als eine entspannte Fahrt mit der in luftiger Höhe schwebenden Monorail-Bahn. In der kleinen Gondel sitzend kann man die Attraktionen, die man sich bereits angesehen hat, und die Achterbahnen, die man unbedingt noch fahren möchte, einmal aus der Vogelperspektive betrachten. Besonders spannend ist auch, die anderen Parkbesucher zu beobachten, die die auf sich gerichteten Blicke aus der Luft meist gar nicht wahrnehmen, wenn man über sie hinwegfährt. Auch zu einem entspannten Plausch lädt die Rundfahrt ein, bevor man an einer der beiden Stationen „Luxemburg“ oder „Island“ die gemütliche Auszeit wieder beendet und zurück in den Europa-Park-Trubel taucht.

Aus der Monorail-Bahn kann man andere Parkbesucher von oben beobachten. Foto: Köhler

Pegasus-Achterbahn: Neben der spektakulären „Poseidon“ im griechischen Themenbereich gelegen, geht diese klassische Achterbahn oft etwas unter. Dabei ist sie die perfekte Attraktion für Zwischendurch: vergleichsweise wenig Anstehzeit (meist maximal 20 Minuten) und doch rasant genug, dass sich eine Fahrt für Jung und Alt lohnt. Für all jene, denen der Voltron- oder Blue-Fire-Thrill zu viel ist, die aber nicht nur Bötchen fahren wollen, die perfekte Attraktion.

Die Pegasus-Achterbahn ist eine super Attraktion für Zwischendurch. Foto: Europa-Park

Vindjammer: Nichts gibt mir so ein flaues Gefühl im Magen wie eine Schiffsschaukel. Da können die großen, als wilder geltenden Attraktionen wie die Silver Star oder Wodan nicht mithalten. Eigentlich geht es ja immer nur Hin und Her, aber trotz dieser simplen Mechanik finde ich im Vindjammer immer das Adrenalin, das ich im Europa-Park suche und brauche. Lange Schlangen gibt es hier auch nicht, weshalb das Auf und Ab in der Regel sehr zeitig starten kann. Nur das Essen aus dem Food-Loop oder aus den anderen Restaurants sollte schon etwas verdaut sein, denn sonst bekommt der Magen mehr Arbeit, als ihm lieb ist.

Der „Vindjammer“ kann für ein flaues Gefühl im Magen sorgen. Foto: Göpfert

Koffiekopjes: Als Kind war ich das erste Mal im Europa-Park, vor Jahrzehnten. Es war ein weiter Weg für mich aus dem Schwabenland, wo ich herkomme. Einmal mitten durch Baden-Württemberg sind wir gefahren. Fahrzeit: drei Stunden. Als wir ankamen, war der Park schon übervoll. Wir mussten eine Stunde anstehen an der Eurosat. Danach nochmals eine Stunde Wartezeit an der Schweizer Bobbahn. Nach diesen zwei Attraktionen war Mittag schon vorbei. Irgendwann entdeckten meine Brüder und ich die „Koffiekopjes“: Kein Anstehen, keine Wartezeit – wir saßen viele Runden lang in den urigen Tassen und drehten den Tisch in der Mitte gegen den Uhrzeigersinn, bis uns schlecht wurde. Mittlerweile bin ich mit meinen Kindern im Park gewesen. Manche alten Highlights wirken heute etwas altbacken. Nur die „Koffiekopjes“ funktionieren noch genauso gut wie damals. Und bei zu viel „Kaffeekonsum“ wird einem immer noch zuverlässig schlecht.

Mit den „Koffiekopjes“ verbindet unser Autor Kindheitserinnerungen. Foto: Europa-Park

Matterhorn-Blitz: Rasante Kurven, steile Abfahrten und überschaubare Wartezeiten – schon bei meinem ersten Besuch im Europa-Park als Kind habe ich die Bahn im Schweizer Themenbereich lieben gelernt. Ohne auch nur eine Minute anstehen zu müssen, konnten meine Freunde und ich damals zu den Waggons spazieren und mehrere Runden am Stück fahren. Natürlich ist das die absolute Ausnahme. Im Durchschnitt dürfte die Wartezeit dort bei rund 20 Minuten liegen – dennoch kein Vergleich zu den großen Attraktionen wie Silver Star, Blue-Fire oder Voltron. Im Punkt Nervenkitzel kann die Bahn dagegen freilich nicht mithalten, muss sich aber auch nicht verstecken. Auch mehr als zehn Jahre nach meiner ersten Matterhorn-Blitz-Fahrt sorgt besonders der Start bei mir für Bauchkribbeln und Glücksgefühle.

Der „Matterhorn-Blitz“ braucht sich nicht zu verstecken. Foto: Europa-Park

Wer bei seinem Europa-Park-Besuch also den kurzen Adrenalinkick für zwischendurch sucht, wird bei der Schweizer Bahn mit Sicherheit fündig.

Überschätze Attraktionen

Volo da Vinci:
 Vor dem Fluggerät ist zwar immer viel los, aber prinzipiell bietet die Konstruktion nur eine 300 Meter lange Übersichtsfahrt über den Park. Und auch wenn es anderes suggeriert wird: Das Gerät bewegt sich immer gleich schnell, egal wie viel man trampelt.

Voletarium:
 Der virtuelle Flug über atemberaubende Landschaften ist beim ersten Mal gewiss beeindruckend. Der Wiederholungswert ist allerdings gering. Es sind immer die gleichen Bilder in der gleichen Reihenfolge. Auch wenn der Film zuletzt durch eine Fahrt im Rennauto mit Ed und Edda ergänzt wurde – die Attraktion, für die man mitunter eine Dreiviertelstunde anstehen muss, benötigt frischen Wind oder Zufallselemente, um Besucher auch erneut anzuziehen. Ed-Venture: Hier bekommen Fahrgäste 3D-Brillen, steigen in Waggons und schießen auf blinkende Objekte. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt. Dabei ist alles im Stil des Films und des Videospiels rund um die Europa-Park-Maskottchen „Ed“ und „Edda“ gehalten. Doch wirkt die Attraktion nicht ganz ausgereift, die Wartezeit lässt sich anderswo besser investieren.

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