Sechstes Gold für Kläbo Verneigung vor dem König des Wintersports

Thomas Bach (re.) gratuliert Johannes Hösflot Kläbo. Foto: IMAGO/AFLOSPORT

Der norwegische Langläufer Johannes Hösflot Kläbo gewinnt auch das abschließende 50-Kilometer-Rennen – und schreibt Olympia-Geschichte.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Thomas Bach (72) steht beim Internationalen Olympischen Komitee nicht mehr in der Verantwortung. Das Gefühl für den ganz großen Auftritt hat der IOC-Ehrenpräsident, von 2013 bis 2025 der Herr der Ringe, aber trotzdem nicht verloren. Ganz im Gegenteil. Am Samstag, als es einen der erfolgreichsten Olympioniken der Geschichte zu würdigen galt, stand Thomas Bach voll im Fokus der Kameras – im Ziel des Langlaufstadions in Tesero.

 

Dort verneigte sich Bach vor dem König des Wintersports. Wie sehr sich Johannes Hösflot Kläbo durch die Anwesenheit des früheren IOC-Bosses geehrt fühlte, ist nicht überliefert. Dass er jedwede Respektsbekundung verdient hatte, stand jedoch außer Frage.

Ausscheidungsrennen mit norwegischen Siegern

Alle fünf möglichen Goldmedaillen hatte der 29-jährige Norweger bei den Winterspielen 2026 gewonnen, als der 50-Kilometer-Lauf im klassischen Stil gestartet wurde. Und der große Favorit hieß auch hier: Johannes Hösflot Kläbo. Die Norweger machten den Marathon in der Loipe zu einem Ausscheidungsrennen. Sie hängten Konkurrent um Konkurrent ab, liefen dann als Trio vorneweg. Am Ende machte Kläbo mit einem Antritt am letzten Anstieg alles klar. Im Ziel hatte er nach 2:06,44 Stunden knapp neun Sekunden Vorsprung auf Martin Löwström Nyenget und gut 30 Sekunden auf seinen Trainingspartner Emil Iversen. Irgendwie beruhigend zu sehen war, dass auch der Dominator ein 50-Kilometer-Rennen nicht einfach locker wegsteckt: Im Zielbereich lag Kläbo erst einmal völlig ausgepumpt im Schnee, ehe er die Arme in die Höhe reckte und die Gratulationen entgegennahm. Auch von Thomas Bach.

Der erfolgreichste Wintersportler der Olympia-Geschichte: Johannes Hösflot Kläbo. Foto: IMAGO/Kyodo News

Johannes Hösflot Kläbo hat in Tesero sechs Goldmedaillen gewonnen, bei den selben Olympischen Spielen ist das niemand zuvor gelungen. Den bisherigen Rekord hielt US-Eisschnellläufer Eric Heiden, der 1984 in Lake Placid fünf Olympiasiege holte. Insgesamt steht Kläbo nun bei elf Goldmedaillen, drei mehr als das bisher führende Wintersport-Trio Marit Björgen, Ole Einar Björndalen und Björn Dahlie (alle Norwegen). In der Liste der erfolgreichsten Olympioniken der Geschichte liegt nur noch einer vor ihm: Michael Phelps (USA). Der Schwimmer sammelte 23 goldene Plaketten.

„Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Es ist einfach unglaublich“, sagte Klaebo, nachdem er Olympia-Geschichte geschrieben hatte, „als ich die Ziellinie überquerte, haben mich so viele Emotionen überwältigt.“ Seine Erfolgte erklärte er mit einer einfachen Formel: „Ich habe eine Familie und eine Verlobte, die mich sehr unterstützen. Gemeinsam treffen wir die richtigen Entscheidungen. Das Ergebnis davon sind sechs Goldmedaillen.“

Für die deutschen Langläufer endeten die Winterspiele versöhnlich. Als sich die drei Norweger gerade zum Sieger-Foto positionierten, kam Florian Notz auf einem starken zehnten Rang ins Ziel. Es war die beste Platzierung die er jemals bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften erreicht hat. „In der letzten Runde“, sagte Notz, der 6:06 Minuten hinter Kläbo lag, „habe ich nur noch Sternchen gesehen.“ Und im Ziel einen Star aus Norwegen.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Langlauf Gold könig Norwegen