SEK-Einsatz in Villingen Familienvater im Visier? Was Nachbarn zum Zugriff erzählen

Hinter diesen Rollläden soll der Tatverdächtige, den das SEK in Villingen im Visier hatte, gelebt haben. Foto: Marc Eich

Das SEK stürmt eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Villingen. Im Visier hat die Polizei offenbar einen Familienvater – das erzählen zumindest Nachbarn im Haus, wie der Schwarzwälder Bote berichtet.

Das deutlich in die Jahre gekommene Mehrfamilienhaus scheint prädestiniert zu sein, um anonym Unterschlupf zu finden. Am Eingang des Wohnhauses in der Offenburger Straße wird ersichtlich, dass es hier regelmäßig zu Wohnungswechseln kommt.

 

Davon zeugen handschriftlich beklebte Briefkästen und unvollständig ausgewiesene Klingelschilde – wie auch für die betroffene Wohnung, die am frühen Mittwochmorgen vom SEK gestürmt wurde. Der Name an der Klingel fehlt zwar, die Beamten wussten dennoch, dass sie hier wohl einen Tatverdächtigen antreffen würden.

Nachbarn erzählen nach einem Bericht des Schwarzwälder Boten, dass es sich dabei um einen jungen Familienvater handelt. Unauffällig. Passend eben zur anonymen Wohnanlage. Drei Kinder sollen mit ihm im Haus wohnen, darüber hinaus auch eine Frau. Gesehen hat man die Familie aber nicht sonderlich oft.

„Die Frau war fast nie draußen, wie wenn es ein Gefängnis wäre“, sagt der Nachbar – korrigiert dann mit einem verschmitzten Lächeln den Eindruck, den seine Worte hinterließen: „Also weil sie halt kaum rausgegangen ist.“ Auch den mutmaßlichen Drogendealer – laut Polizei handelt es sich um einen Einsatz aufgrund von Rauschgiftkriminalität – habe man nur selten zu Gesicht bekommen.

Wer war beim Zugriff alles in der Wohnung?

„Ich glaube zwischendurch hat er mal was gearbeitet.“ Seit rund zwei Jahren habe die fünfköpfige Familie in der Wohnung gelebt – ob zuletzt neben dem Mann auch Frau und Kinder vor Ort waren, blieb offen.

Fraglich ist deshalb darüber hinaus, wer sich zum Zeitpunkt des Zugriffs in der Wohnung befand. Denn der Einsatz lief trotz des gewaltsamen Eindringens in die Wohnung offenbar ohne großes Aufsehen ab. Nur die Polizeifahrzeuge im Hof waren aufgefallen. Von den schwer bewaffneten Beamten hatte der Nachbar hingegen nichts mitbekommen.

Auch Durchsuchungen in Schwenningen

Doch die Wohnung scheint nach dem Einsatz nun leer zu sein. Wie vor Ort berichtet wurde, sicherte die Feuerwehr die Wohnungstüre notdürftig, die Rollläden in der Wohnung sind heruntergelassen. Ob der Mann in Haft kam, ist bislang aber nicht bekannt.

Die Ermittlungsbehörden halten sich bislang mit weiteren Einzelheiten zu den Durchsuchungsmaßnahmen zurück. Klar ist nur, dass die Kriminalpolizei Rottweil mit Unterstützung von Spezialkräften mehrere Orte in der Doppelstadt durchsuchte. Der Grund sind mögliche Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Neben der Wohnung in der Offenburger Straße gab es wohl auch Durchsuchungen in Schwenningen, darunter am Bärenplatz.

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