Selbst mit Pfefferspray nicht zu stoppen 25-Jähriger wehrt sich vehement gegen Drogenkontrolle in Waldenbuch

Von der  vermeintlich beruhigenden Wirkung von Marihuana war bei dieser Polizeikontrolle  in Waldenbuch nichts zu merken – ganz im Gegenteil. Foto: Kreiszeitung /Wandel/Annette Wandel
Von der vermeintlich beruhigenden Wirkung von Marihuana war bei dieser Polizeikontrolle in Waldenbuch nichts zu merken – ganz im Gegenteil. Foto: Kreiszeitung /Wandel/Annette Wandel

Bei einer Polizeikontrolle auf einem Parkplatz in Waldenbuch stellen die Beamten Marihuana-Geruch im Auto fest. Als sie das Auto kontrollieren wollen, rastet der 25-Jährige Beifahrer völlig aus.

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Waldenbuch - Gemeinhin wird Marihuana eine eher beruhigende Wirkung zugeschrieben. Bei einem 25-Jährigen, der am Donnerstagabend in Waldenbuch (Kreis Böblingen) in eine abendliche Kontrolle geraten ist, war dies offenbar nicht der Fall.

Im Gegenteil: Äußerst aggressiv reagierte der junge Mann laut Polizeibericht, als eine Streifenwagenbesatzung des Polizeireviers Böblingen ihn gegen 21.20 Uhr mit laufendem Auto auf einem Parkplatz antraf. Der Mann stand mit seinem VW auf einem etwas abgelegenen und unbeleuchteten Areal in der Straße „Im Aichgrund“. Wie die Polizei berichtet, saßen im Fahrzeug ein 27-jähriger Fahrer und besagter 25 Jahre alte Beifahrer.

Der Fahrer ruft per Telefon Verstärkung

Als der Beifahrer das Fenster herunterließ, nahmen die Beamten Marihuana-Geruch wahr. Nachdem sie die beiden Männer kontrolliert und durchsucht hatten, wollten die Polizisten noch das Auto durchsuchen. Dagegen hatte der 25-Jährige offenbar etwas: Er forderte die Beamten mit Nachdruck auf, die Durchsuchung zu unterlassen und stellte sich ihnen entgegen. Er beugte sich daraufhin von außerhalb des Autos durchs geöffnete Fenster, um einen Gegenstand aus dem Inneraum herauszuholen. Dagegen hatten wiederum die Polizisten etwas, weswegen sie ihn – wenn auch unter massiver Gegenwehr – zu Boden drückten.

Der 25-Jährige forderte dann den Fahrer auf, alle Freunde anzurufen, um ihm beizustehen. Der 27 Jahre alte Mann am Steuer des VW telefonierte daraufhin und schrie seinerseits die Beamten an. Allerdings griff er nach Polizeiangaben nicht aktiv ins Geschehen ein.

Selbst mit Pfefferspray nicht zu stoppen

In seinem Ringkampf mit der Polizei geriert der 25-Jährige indes immer mehr in Rage. Selbst als die Beamten Pfefferspray einsetzen, habe er darauf keine Reaktion gezeigt. Wie Polizeisprecherin Yvonne Schächtele auf Nachfrage mitteilt, könne dies in solchen Ausnahmesituationen durchaus vorkommen. „Das passiert zum Beispiel, wenn Menschen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stehen“, erklärt sie. Und wenn jemand –wie es offenbar bei dem 25-Jährigen der Fall war – zudem noch voller Adrenalin ist, kann es durchaus sein, dass die beißende und reizende Substanz ihn zumindest vorübergehend nicht stoppen kann.

Weil sich der Mann also weiterhin heftig wehrte, legten die Beamten ihm Handschließen und Fußfesseln an. Der Tatverdächtige erlitt dabei leichte Verletzungen. Im weiteren Verlauf trafen weitere Polizeibeamten ein. Schließlich war nicht auszuschließen, dass womöglich noch die angerufene „Verstärkung“ auftauchen könnte. Und so kam es dann auch: Ein weiterer Autofahrer kurvte auf den Parkplatz ein, gehorchte aber dann der Polizei und mischte sich nicht weiter ins Geschehen ein.

Vorübergehend eingesperrt

Als die Streifenbesatzung schließlich dazu kam, den VW zu durchsuchen, fanden sie eine kleinere Menge einer Marihuana-Kräutermischung. Es gehörte mutmaßlich dem 25-Jährigen. Die Polizisten beschlagnahmten das Betäubungsmittel. Weil er sich so aggressiv verhalten hat, wurde er vorläufig festgenommen und aufs Polizeirevier Böblingen gebracht. Im Laufe der Nacht haben die Beamten ihn dann entlassen. Die Ermittlungen in dieser Sache dauern laut Polizeibericht weiter an.




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