Unsere Autorin hat das Arbeitnehmertum hinter sich gelassen. In ihrer Serie erzählt sie davon. Das sind ihre Tipps für alle, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen.
Mich selbstständig zu machen war lange nur ein Wunschtraum. Etwas, das man eben so sagt, wenn jemand fragt, wo man eigentlich im Leben hinwill. Aber um ehrlich zu sein, hätte ich lange Zeit nicht gedacht, dass ich den Schritt in so viel Eigenverantwortung wirklich gehen werde. Immerhin haben ein fester Arbeitsvertrag, Urlaubstage und Co. auch ihren Reiz.
Doch wer meine bisherigen Texte gelesen hat, der weiß auch, dass ich Vieles an meiner jetzigen Art zu arbeiten sehr schätze. Und deswegen möchte ich dieses Mal ein paar Tipps an alle geben, die sich das Leben als Freiberufliche ebenfalls vorstellen können. Und ich möchte die Frage beantworten: Was braucht es eigentlich, um sich selbstständig zu machen?
Wie ihr in Stuttgart Beratung für Selbstständige findet
First of all muss ich an der Stelle natürlich sagen: Jede Selbstständigkeit ist anders. Als freie Autorin brauche ich in mancher Hinsicht andere Voraussetzungen als zum Beispiel eine Start-up-Gründerin – und bei manchen Dingen kann ich dahingehend auch gar nicht mitreden. Was ich aber allen empfehlen kann, die sich selbstständig machen möchten, ist ein Beratungsgespräch.
In Stuttgart gibt’s zum Beispiel das Gründerbüro im Rathaus, das kostenlose Erstberatung anbietet. Oder die Online-Gründerseminare auf der Gründerplattform. Oder man informiert sich bei der Industrie- und Handelskammer der Region Stuttgart und besucht dort Vorträge, Seminare und Co. Ich sag’s ganz ehrlich: Mir hat das geholfen. Allein für Fragen wie: Wie läuft das mit der Steuererklärung? Wie vermeide ich Scheinselbstständigkeit? Oder: Brauche ich einen Businessplan?
Denn eines der größten Probleme ist meiner Meinung nach die Überforderung am Anfang. Wenn einem alles noch viel zu groß vorkommt und man eben nicht nur eine, sondern gleich zwanzig Fragen im Hinterkopf hat. Gründerseminar oder Vortrag hin oder her – lasst mich euch eins sagen: Das geht vorbei. Denn dieser Berg aus unlösbaren Fragen wird nach und nach immer kleiner. Okay, ich weiß, es wird auch immer wieder neue Themen geben, die einen ins Wanken bringen – bei mir war das zum Beispiel vergangenes Jahr die Umstellung, ab jetzt mit Umsatzsteuer abzurechnen. Aber es erschlägt mich heute nicht mehr.
Durchhalten lautet die Devise – und ein Netzwerk aufbauen
Und damit kommen wir auch zu meinem nächsten Punkt: dem Durchhaltevermögen. Ohne geht’s nicht, ich sage es euch da, wie es ist. Die Krankenkasse will zum hundertsten Mal irgendeinen Nachweis? Durchhalten. Der Businessplan sitzt noch nicht wie er soll? Durchhalten. Der erste Kunde oder Auftraggeber lässt noch auf sich warten? Durchhalten.
In meinen knapp drei Jahren als freiberufliche Journalistin hatte ich schon so einige Momente, in denen ich am liebsten den Laptop zugeklappt und den Job – oder eigentlich auch nur die Freiberuflichkeit – am liebsten an den Nagel gehängt hätte. Aber egal, ob es sich dabei um eine Durststrecke an Aufträgen oder um nervige Bürokratie gehandelt hat: Ich hab’s nicht getan. Und das ist auch gut so.
Treffen für Gründer:innen, After Work Events oder Meetups
Und last but not least kommt noch ein Tipp von mir, der, soweit ich das beurteilen kann, in den meisten Bereichen unabdinglich ist. Ich spreche dabei vom guten, alten Netzwerk. Vitamin B. Connections. Ja, ohne die geht es nämlich nicht, egal, ob es sich dabei um Businesspartner:innen, Kund:innen oder neue Auftraggeber:innen handelt.
Wer selbstständig sein möchte, der muss auch den Willen haben, sich mit neuen Leuten in Verbindung zu setzen. Rausgehen, zeigen, kennenlernen ist die Devise. Wo genau, das ist natürlich branchenabhängig. Aber auch schon allgemeine Treffen, zum Beispiel für Gründerinnen, After Work Events oder Meetups sind da Gold wert. Ich persönlich plane schon seit einer Weile einen Stammtisch für freiberufliche Journalistinnen und Medienmacherinnen. Und vielleicht entsteht daraus genau das Netzwerk, das ich mir am Anfang selbst gewünscht hätte.