Selbstvermarkter in Eckwälden Hägenmark und Honig auf Knopfdruck

Patrick Latzko befüllt den Automaten an der Dorfstraße in Eckwälden. Foto: Horst Rudel
Patrick Latzko befüllt den Automaten an der Dorfstraße in Eckwälden. Foto: Horst Rudel

Die Familie Liebler-Latzko aus Eckwälden hat sich seit Generationen der Hagebutte und der Imkerei verschrieben. Ihre selbst erzeugten Bioprodukte sind zu jeder Tages- und Nachtzeit zu haben.

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Bad Boll - Ein kleiner Förderkorb surrt leise nach oben, ein Laufband befördert vorsichtig ein Glas mit Hagebuttenfruchtaufstrich an den Rand des Automatenfachs – plopp, das Glas landet sanft in dem Behältnis, der noch ein Stück weiter nach oben fährt und es dann behutsam in den Automatenschacht befördert. Dann jedoch spuckt der Automat jäh und mit Getöse Münzgeld aus. Ein-Euro- und Fünf-Cent-Stücke schlagen hart auf dem Boden auf und kullern kreuz und quer über den Hof. „So soll das natürlich nicht sein“, sagt Patrick Latzko und lacht, als er diese Geschichte erzählt bekommt. Der Juniorchef des kleinen Familienbetriebs Liebler-Latzko im Bad Boller Teilort Eckwälden erzählt, dass seine Schwester Yvonne das Problem bereits behoben habe.

Automat als Wanderrast

Der Automat in der Dorfstraße ist in den vergangenen Jahren zu einem unverzichtbaren Helfer bei der Vermarktung einer ganzen Palette selbst hergestellter Produkte geworden. Denn die Familie Latzko ist viel unterwegs. Auf Wochenmärkten in Stuttgart, Leonberg, Sindelfingen, Weil der Stadt und Urach bietet sie ihre Produkte feil. Währenddessen hält in Eckwälden Kollege Automat die Stellung. Honig in allen möglichen Variationen, Hagebuttenfruchtaufstrich, Hägenmark, Quittenmus und -gelee, verschiedenste Fruchtaufstriche sowie Nahrungsergänzungsmittel, wie Gelee Royal, Propolis und Hagebuttenpulver sind hier zu haben, in Bioqualität und gekühlt, wie es sich gehört.

Wanderer legen ihre Route extra so, dass sie auf dem Rückweg noch einkaufen können. Das kann sonntags, frühmorgens, spätabends oder auch mitten in der Nacht sein. Der Automat steht stets zu Diensten. „Zweimal in der Woche müssen wir auffüllen, mindestens“, sagt Patrick Latzko. An Tagen, an denen bei der benachbarten Heilmittelfirma Wala Seminare stattfinden, könne es auch passieren, dass die Fächer regelrecht geplündert seien. Selbst wenn der frisch sanierte Hofladen geöffnet sei, bevorzugten viele Kunden den Automaten. „Viele denken, sie würden uns bei der Arbeit stören, wenn sie klingeln“, hat der 28-Jährige in Erfahrung gebracht.

Nahrhafte Hagebutte

Die Hagebutte ernährt die Familie bereits in der vierten Generation. Den Grundstein für die Hägenmarkherstellung in Eckwälden hat Patrick Latzkos Uroma Liebler gelegt. Sie stammte aus Auendorf, dem Hägenmarkdorf schlechthin. Das Geschäft florierte. Die Nachkommen und deren Ehepartner führten es fort. Aktuell hält mit Ute und Jochen Latzko die dritte Generation die Tradition aufrecht. Die vierte Generation steht schon parat. Patrick Latzko hat schon als Bub im elterlichen Betrieb mitgeholfen. „Für mich stand immer fest, dass ich das machen will“, erzählt er. Auf Anraten seines Vaters lernte er aber zunächst den Beruf des Raumausstatters. Seine zwei Jahre jüngere Schwester Yvonne hat studiert, ist halbtags aber auch an Bord.

Im Lauf der Zeit ist das Sortiment größer geworden. Schon in der dritten Generation betreibt die Familie eine Imkerei. Neu ist das Hagebuttenpulver. Die Kundschaft mit Gelenkproblemen schwöre darauf, sagt Patrick Latzko, der das Pulver mit einem äußerst schonenden Verfahren herstellt, damit die wertvollen Vitalstoffe darin nicht zerstört werden. Er zeigt auf eine Ecke, in der Kartons und Verpackungsmaterial lagern. „Wir verschicken das Pulver mittlerweile sogar bis nach Spanien.“

Biologischer Landbau

Der Großteil der Hagebutten, die die Familie verarbeitet, stammt aus eigenem biologischem Anbau. Schon in der nächsten Woche beginnt die Ernte, eine mühselige Arbeit. „Ein Pflücker schafft am Tag nur 30 bis 40 Kilogramm“, sagt Patrick Latzko, der auf den familieneigenen drei Hektar mit einem Ertrag von rund drei Tonnen rechnet. „Ohne Erntehelfer geht das nicht.“




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