Seniorenbetreuung in Zuffenhausen Fünf Jahrzehnte Altenbetreuung im Ortskern

Von Bernd Zeyer 

Im März 1967 ist an der Markgröninger Straße 39 das „Haus am Bühl“ eingeweiht worden, aus dem dann einige Jahre später das Samariterstift wurde. Grundgedanke war, dass ältere Menschen im Ortskern und damit in ihrer gewohnten Umgebung betreut werden.

In der Anfangszeit hieß die Einrichtung noch „Haus am Bühl“. Foto: Kirchenpflege Zuffenhausen
In der Anfangszeit hieß die Einrichtung noch „Haus am Bühl“. Foto: Kirchenpflege Zuffenhausen

Zuffenhausen - Vor 50 Jahren begann mitten in Zuffenhausen ein neues Kapitel der Altenbetreuung: Am 11. März 1967 wurde an der Markgröninger Straße 39 das „Haus am Bühl“ eingeweiht. Heute heißt die Einrichtung Samariterstift, in den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich aber weitaus mehr geändert als nur der Name.

Den Lebensabend inmitten der vertrauten Heimat verbringen zu dürfen, das war einer der Grundgedanken für das ambitionierte Projekt, dessen Bauherr und erster Betreiber die evangelische Gesamtkirchengemeinde Zuffenhausen war. Den Namen bekam die Einrichtung nach dem alten Gewannnamen des Platzes, auf dem sie errichtet wurde. 71 Einzel- und sieben Doppelzimmer standen zunächst zur Verfügung, sie boten Platz für 67 alte und 18 pflegebedürftige Menschen. In jenen Tagen, so berichtet Eberhard Goll, Vorstand Altenhilfe bei der Samariterstiftung in Nürtingen, habe es sich tatsächlich noch um ein Haus gehandelt, in dem auch viele jüngere Senioren lebten, die sich noch selbst versorgen konnten und nicht pflegebedürftig waren. Mittlerweile hat sich das komplett geändert, heute ist es eine reine Pflegeeinrichtung. Eines, das betont Pfarrer Frank Wößner, der Vorstandsvorsitzende der Samariterstiftung, sei aber stets gleich wichtig gewesen: Früher wie heute gehe es darum, Menschen Hilfe und Unterstützung in hoher Qualität und im Geist der christlichen Nächstenliebe zu bieten.

Zum 1. Januar 1971 ging das Haus vollständig an die Samariterstiftung über, die es bereits seit dem 1. Januar 1968 geführt hatte. Schon während der Bauzeit hatte es einige Debatten darüber gegeben, ob die Kirchengemeinde über die personelle Kapazität verfügen würde, solch eine Einrichtung zu betreiben. Seit März 1967 führten die „Hauseltern“ Walter (der offizielle Leiter) und Charlotte Güttler (ihr unterstand der hauswirtschaftliche Bereich) die Einrichtung. Das Ehepaar wurde 1985 von Gerhard und Elisabeth Denzel abgelöst. Sie waren die letzten „Hauseltern“, später änderte sich die Organisationsform.

1987 startete ein vierjähriger Umbau

Von 1987 bis 1991 gab es einen großen Umbau, und zwar bei laufendem Betrieb. Ein Drittel der Bettenzahl musste dafür abgebaut werden, während der Arbeiten mussten Bewohner Zimmer und Stockwerke wechseln. Mit der Sanierung wurde auch die Umstellung zum Pflegeheim vollzogen. Vier Jahre später ging das Ehepaar Denzel in den Ruhestand, Wolfgang Henrich wurde im Oktober 1995 Dienststellenleiter der Einrichtung. Die elektronische Datenverarbeitung (EDV) hielt in den Folgejahren Einzug in den Pflegealltag, freiwillige Qualitätsprüfungen wurden eingeführt. Im Jahr 2005 wurde ein Freundeskreis ins Leben gerufen. Er soll den Hauptamtlichen bei Fragen und Problemen helfen, einen neuen Blickwinkel bei der Arbeit mit den Bewohnern bieten und eine Verbindung zur Öffentlichkeit herstellen. Auch soll der Freundeskreis Spenden sammeln.

Nach einer kurzen Übergangsphase von 2010 bis 2011, in der Daniel Hahn das Heim führte, trat am 1. Januar 2012 mit Eva Neumeier die aktuelle Einrichtungsleiterin ihren Dienst an. „Das Haus zeichnet sich vor allem durch die sehr familiäre Atmosphäre aus. Und unser Garten ist ein kleines Paradies“, sagt Neumeier. Momentan gibt es 92 Plätze, 85 Mitarbeiter kümmern sich um die Bewohner. Heutzutage, so berichtet Neumeier, zögen die Leute viel später ins Heim und die Verweildauer sei deutlich kürzer als früher.

Demnächst soll das Samariterstift fit für die Zukunft gemacht werden. Was genau geschehen wird, darüber, das erläutert Eberhard Goll, werde gerade ein Konzept erarbeitet. Was die Pflege angeht, seien die Zeichen aber eindeutig: Künftig werde noch individueller auf die Bewohner eingegangen, die Selbstbestimmung rücke noch stärker in den Mittelpunkt.

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