Sensorspezialist in Owen Veränderung an der Firmenspitze von Leuze

  Foto: Martin Sigmund/Leuze

Der Sensorhersteller Leuze ist nach wie vor auf Expansionskurs und meldet positive Geschäftszahlen. Auch in der Zentrale in Owen wird ausgebaut. Veränderungen gibt es in der Firmenleitung.

Die Automatisierungsbranche freut sich über volle Auftragsbücher und steigende Umsätze. So auch der Sensorhersteller Leuze aus Owen. Trotz schwieriger Umstände wie der Rohstoff- und Bauteileknappheit sowie Engpässen bei den Lieferketten hat Leuze nach Angaben von Ulrich Balbach, Vorsitzender der Geschäftsführung, seine Wachstumsziele für 2022 „bei Weitem übertroffen“. Demnach ist der Umsatz im vergangenen Jahr erneut gestiegen, um 25 Prozent auf 323 Millionen Euro. Die Prognose für das gerade begonnene Jahr ist positiv: Der Auftragsbestand sei nach wie vor hoch und die neuen Eingänge besser, als noch vor einigen Monaten erwartet. Man sei dem 2020 erklärten Wachstumsziel, den Umsatz bis 2025 nochmals zu verdoppeln, wieder einen Schritt näher gekommen und baue die Marktposition weiter aus. „Leuze ist längst kein Hidden Champion mehr. Sondern laut Weltmarktführerindex ein international agierender Technologie- und Weltmarktführer im Bereich Optosensorik, der für innovative Sensorlösungen in der Automatisierungstechnik steht“, sagt der Leuze-Chef.

 

Die Sensoren der Owener können Barcodes lesen, fahrerlose Transportsysteme vor Zusammenstößen bewahren oder Süß- und Backwaren auf dem Förderband erkennen, sodass Verpackungsmaschinen sie eintüten können. Leuze fokussiere sich auf bestimmte Themen, erklärte Henning Grönzin, technischer Geschäftsführer. Dazu gehören die Verpackungsindustrie, ganzheitliche Lösungen für Arbeitssicherheit sowie Sensoren, die in einer vernetzten, intelligenten Fabrik, einer „Smart Factory“, eingesetzt werden können.

Fertigung wird ausgebaut

Im vergangenen Jahr ist die Produktion nach Angaben von Balbach voll ausgelastet gewesen. Bis Ende 2023 sollen die Fertigungskapazitäten verdoppelt werden. In Malaysia war im vergangenen Sommer ein neues Werk eröffnet worden und man wolle weiter investieren, vermehrt auch in der westlichen Hemisphäre. Leuze produziert außerdem in Brasilien, China, Tschechien, USA und Unterstadion im Alb-Donau-Kreis. Zudem gibt es viele Vertriebs- und Logistikstandorte in aller Welt und ein Entwicklungszentrum in Germering (Bayern).

Am Standort der Firmenzentrale in Owen entwickelt und fertigt Leuze Sensoren sowie Identifikations-, Datenübertragungs- und Bildverarbeitungssysteme. Darüber hinaus hat das Unternehmen wenige Kilometer weiter in Unterlenningen für zehn Millionen Euro ein Verteilzentrum errichtet. An beiden Standorten wird weiter investiert. „Wir müssen unser Wachstum vor allem im Bereich der Logistik nachbilden“, sagt Balbach. Das erst vor drei Jahren in Betrieb genommene Distributionszentrum in Unterlenningen soll in einem zweiten Bauabschnitt erweitert werden. Außerdem wird nach Unternehmensangaben die Zahl der Fertigungsinseln in Owen erhöht. Im Zuge der Expansion wächst die Belegschaft. Derzeit sind weltweit etwa 1500 Menschen bei Leuze beschäftigt, davon 850 in Owen. 2023 sollen 220 hinzukommen, davon 60 in Deutschland. Vor allem in Montage und Logistik würden Mitarbeiter gesucht, aber auch Ingenieure.

Leuze-Chef zieht sich zurück

Auch die Firmenspitze ist gewachsen: Im vergangenen Jahr war die Geschäftsführung um Henning Grönzin sowie Helge Held als kaufmännischer Geschäftsführer erweitert worden. Er werde sich in der nächsten Zeit aus der operativen Geschäftsführung zusehends zurückziehen, erklärte Balbach. Weitere Infos hierzu sollen in den kommenden Wochen folgen, heißt es vom Unternehmen.

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