Serie Endstationen: Leinfelden Bahnhof Warum die Schienen nicht nach Echterdingen führen

Von Jacqueline Fritsch 

Die Stadtbahnlinie U5 fährt zwischen dem Killesberg und Leinfelden. In den kommenden Jahren soll die Strecke verlängert werden, um das Zentrum von Leinfelden-Echterdingen besser anzuschließen.

Seit 1990 ist Leinfelden die Endstation der U5. Foto: Jacqueline Fritsch 7 Bilder
Seit 1990 ist Leinfelden die Endstation der U5. Foto: Jacqueline Fritsch

Leinfelden - Karin Pomper und Brigitte Volz erinnern sich noch gut daran, als die Stadtbahn einst bis nach Echterdingen gefahren ist. „Das muss schon mehr als 30 Jahre her sein“, sagt Pomper. Seit die Endstation der Linie U5 „Leinfelden Bahnhof“ heißt, müssen die beiden Rentnerinnen mit dem Bus oder dem Fahrrad weiter nach Hause nach Echterdingen fahren. „Aber es ist gut, dass es die U-Bahn gibt“, sagt Volz, „die ist meistens zuverlässig und ich fahre lieber damit als mit der S-Bahn.“

Für die, die die U5 meist nur nutzen, um von der Stadtbibliothek zum Schlossplatz zu gelangen, ist Leinfelden vielleicht unbekanntes Gelände. Wer die Stadt einmal besuchen möchte, sollte nur eines wissen: Auch wenn es sich fast gleich anhört, meint niemand „LA“, also „Los Angeles“, wenn er über seine Heimat als „LE“ für „Leinfelden-Echterdingen“ spricht.

Seit 1990 ist in Leinfelden Schluss

Die Stadtbahnlinie U5 fährt seit 1990 nicht mehr bis nach Echterdingen. Von 1926 an führte die Strecke von Hohenheim nach Echterdingen, danach war die U6, die von Gerlingen nach Echterdingen gefahren ist, die Verbindung nach „LE“. 1990 fiel die Verbindung von Leinfelden nach Echterdingen weg, weil dieser Abschnitt nicht in das Umbauprogramm von der Straßenbahn zur Stadtbahn mit einbezogen werden konnte.

Denn damals wurde die S-Bahn-Strecke bis Filderstadt-Bernhausen ausgebaut und Echterdingen durfte „nach den damaligen Förderrichtlinien nicht zweimal einen geförderten Schienenanschluss bekommen“, sagt Hans-Joachim Knupfer, Sprecher der Stuttgarter Straßenbahnen-AG (SSB). So wurde der Leinfelder Bahnhof zur Endstation der U5.

Weiterfahren kann man mit Bus oder S-Bahn

Die Strecke der U5 führt vom Killesberg im Stuttgarter Norden, durch die Stadtmitte hindurch, die Weinsteige hinauf und über die Filderebene. Auf Höhe der Haltestelle „Möhringen Freibad“ fährt die U5 parallel zur Nord-Süd-Straße, auf der die Fahrgäste vor allem zu den Stoßzeiten lange Staus beobachten können. Wer am Killesberg eingestiegen ist, hat eine 30-minütige Fahrt hinter sich.

Karin Pomper und Brigitte Volz sind an diesem Tag mit ihren Fahrrädern, der Stadtbahn und einem Bus von Plieningen nach Leinfelden gefahren. „Die Verbindung ist nachmittags super“, meint Pomper. Obwohl die Freundinnen mit dem Auto nach Plieningen fahren könnten, lassen sie es lieber zuhause. „So stehen wir schon nicht im Stau“, sagt Volz.

Die Linie soll verlängert werden

An der Endhaltestelle angekommen kann man entweder mit dem Bus weiter nach Waldenbuch, Vaihingen oder Stetten fahren, auf die S-Bahn umsteigen oder natürlich bleiben. Auf der einen Seite des Bahnhofs ist das Industriegebiet. Dort baut Bosch momentan ein neues Bürogebäude neben den schon bestehenden Häusern der Firma. Im Bereich des Bahnhofs gibt es viele Parkmöglichkeiten, auf den meisten Plätzen darf man bis zu drei Stunden lang parken. Auf der anderen Seite der Schienen ist die Ortsmitte mit Cafés, Hotels und dem Rathaus.

„Wenn wir mit dem Fahrrad den letzten Teil der Strecke fahren müssen, haben wir wenigstens noch etwas Bewegung“, sagt Brigitte Volz. Trotzdem würden sich die beiden Frauen eine Verbindung wünschen, die wieder weiter in die Stadt hineingeht. Die bekommen sie vermutlich in den kommenden Jahren. Die U5 soll nämlich bis zum Neuen Markt verlängert werden. Damit dieser wichtige Teil des Zentrums besser angeschlossen ist, sollen die Stadtbahnschienen parallel zu denen der S-Bahn verlängert werden. Nach Informationen der SSB kann frühestens im Jahr 2020 die erste Stadtbahn dort fahren.