Serie: Gärten auf den Fildern Entspannung zwischen Tieren und Pflanzen

Der Garten von Klaus Wenzelburger (links) und seinem Sohn Philipp teilt sich in drei Bereiche: das Biotop mit Pflanzen und Teich, dem Gemüsegarten und dem Bereich für die Hühner und Hasen. Foto: Wiebke Wetschera
Der Garten von Klaus Wenzelburger (links) und seinem Sohn Philipp teilt sich in drei Bereiche: das Biotop mit Pflanzen und Teich, dem Gemüsegarten und dem Bereich für die Hühner und Hasen. Foto: Wiebke Wetschera

In einer Serie stellen wir besondere Gärten auf den Fildern vor. Heute: der Garten der Familie Wenzelburger. Vater und Sohn haben uns einen Einblick in Biotop, Gemüsegarten und Tierbereich gewährt.

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Möhringen - Im Garten von Klaus Wenzelburger ist immer etwas los. Entweder der Hase Gammler hoppelt vergnügt über die Wiese, der Hahn Gandalf kräht um sein Revier zu markieren, oder die Zucchini wollen geerntet werden. „Ich gehe jeden Abend in den Garten, weil es eigentlich immer etwas zu tun gibt“, sagt Wenzelburger. Der 57-Jährige verbringt etwa eine Stunde jeden Tag in seinem rund 40 Quadratmeter großen Gemüsegarten und den Bereichen darum. „Wenn ich abends vom Geschäft heimkomme, dann kann ich im Garten irgendetwas machen, was ich vorher nicht geplant habe“, sagt Wenzelburger. „Das ist für mich Entspannung.“

Der Garten der Wenzelburgers teilt sich in drei Bereiche: in ein Biotop mit zahlreichen Pflanzen und einem Teich, den Gemüsegarten und den Bereich für die Tiere mit den Ställen und einer Wiese. „Mir gefällt es sehr gut, wenn es blüht und um den Teich herum bunt ist“, sagt Wenzelburger. Für diesen bunten Anblick hat er unter anderem Dahlien und Sonnenblumen angepflanzt. In seinem Gemüsegarten gibt es das ganze Jahr etwas zu ernten. „Das fängt an mit den Radieschen im März und geht bis zum späten Lauch im Winter“, sagt Wenzelburger. Im Frühjahr gibt es bei den Wenzelburgers neben Radieschen auch Rettich und Salat, im Sommer Gurken, Zucchini und Brokkoli. „Immer wenn etwas reif wird, ist es natürlich viel. Da ist man froh, wenn man was abgeben kann“, sagt Wenzelburger.

Die Hasen sind verrückt nach Kohl, die Hühner nach Mangold

Mit 18 Hasen und 17 Hühnern beherbergt der Garten zudem genug tierische Bewohner, die das ein oder andere übrige Gemüse gerne fressen. „Wir pflanzen auch für die Tiere an“, sagt Wenzelburger. Die Hasen beispielsweise seien verrückt nach allen Kohlsorten. „Da muss man sie dann eher bremsen wegen der Verdauung“, sagt Philipp Wenzelburger, der 28-jährige Sohn. Die Hühner hingegen würden Mangold bevorzugen.

Dass im Garten der Wenzelburgers so viele Tiere leben, kommt nicht von ungefähr: Klaus Wenzelburger ist Kleintierzüchter. „Die Hühner haben wir schon seit 18 Jahren und die Hasen schon länger“, erinnert sich Philipp Wenzelburger, der mit den Tieren im Garten aufgewachsen ist. Auch Klaus Wenzelburger kennt Hasen und Hühner im Garten von klein auf: „Mein Vater hatte auch schon Hasen und Hühner, hat sie allerdings nicht gezüchtet“, sagt er. Am wenigsten verzichten könnte er auf die Hasen in seinem Garten: „Die habe ich schon am längsten, und das macht mir auch am meisten Spaß“, sagt Wenzelburger.

Ein Elektrozaun schützt die Hühner vor dem Fuchs

Am meisten erlebt hat die Familie mittlerweile wohl mit ihren Hühnern. Insgesamt drei Generationen halten die Wenzelburgers im Garten. Die müssen gut voneinander getrennt bleiben, denn der älteste Hahn mit dem Namen Gandalf ist sehr dominant. „Der würde sich nicht mit den anderen Hähnen vertragen“, sagt Philipp Wenzelburger. Zu den Hühnern im Garten gehört selbstverständlich auch das morgendliche Krähen des Hahns: „Zurzeit kräht der Hahn jeden Morgen um halb sechs“, sagt Wenzelburger. Einmal ist den Wenzelburgers ein Huhn aus dem Garten geflogen, das haben dann Kinder aus der Nachbarschaft wieder eingefangen und zurückgebracht. „Das ist nicht einfach, die sind ganz schön flott“, sagt Wenzelburger. Da im Garten so viele Hühner vor sich hinleben und gackern, blieb auch der Besuch eines Fuchses nicht aus, der in der Nähe hauste. „Das war natürlich verlockend für den Fuchs, hier Futter für die Jungen zu holen“, sagt Wenzelburger. Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, sind die Hühner über Nacht durch ein zwei Meter hohes Gitter mit Elektrozaun geschützt. „Das ist unser Hochsicherheitstrakt“, sagt Wenzelburger.

Im Garten gibt es immer etwas zu tun

Das Zusammenleben der Hasen und Hühner auf der Wiese ist mittlerweile eingespielt. „Wenn der Hase draußen ist, dann geht er den Hühnern aus dem Weg“, sagt Philipp Wenzelburger. Lediglich die jungen Hasen würden die Hühner noch interessant finden und sie deshalb beschnuppern wollen. „Man erschrickt, wenn ein Hase dann von einem Hahn gepickt wird, aber da passiert dem eigentlich nichts“, sagt Klaus Wenzelburger.

Seit 25 Jahren wohnt Familie Wenzelburger nun in ihrem Haus an der Rohrer Straße. „Ich habe damals gleich das erste Stück hier für meinen Gemüsegarten genommen“, sagt Wenzelburger. Nach und nach kamen dann der Teich und auch der Weg dazu. „Für mich ist mein Garten etwas Tolles“, sagt Wenzelburger. „Es ist auch schön, so einen biologischen Kreislauf zu haben: Der Kompost von den Hasen kommt dann wieder in die Erde für das Gemüse“, sagt Wenzelburger. „Und die Hühner sorgen dafür, dass der auch immer schön durchgepflügt ist“, sagt sein Sohn. Und auch wenn es im Garten immer viel zu tun gibt, wird die Arbeit für Klaus Wenzelburger nie lästig. „Ein bisschen Unkraut jäten oder was nachsähen, irgendwas fällt mir immer ein“, sagt er. Und manchmal, da findet er dann doch einen Moment der Ruhe in seinem Garten. Dann setzt er sich auf die Stufen vor der Eingangstür und genießt den Ausblick auf den Teich in seinem liebevoll belebten Garten.

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