Serie Mittagstisch in Ludwigsburg Mittagessen wie in Süditalien

Von Sandra Dambacher 

In der Feinkost Galeria kocht der Chef mittags selbst – auch nach Rezepten seiner italienischen Oma.

Alessandro und Serpil Gregorio Foto: factum 9 Bilder
Alessandro und Serpil Gregorio Foto: factum

Ludwigsburg - Es ist, als ob ein Stück der süditalienischen Region Kampanien plötzlich in der Ludwigsburger Körnerstraße auftaucht. Vor dem Ladengeschäft warten Orangen in Holzkisten auf Käufer. Dahinter steht eine Gruppe Männer vor dampfenden Tellern. In der Feinkost Galeria sind die drei alten, etwas abgewetzten Tische fast voll besetzt. Es wird eng und kuschelig im Geschäft. Dass es hier zur Mittagszeit günstige Gerichte aus italienischen Zutaten gibt, die auch im Laden verkauft werden, hat sich herumgesprochen. Zwischen 12 und 14.30 Uhr stehen Pasta für 4,90 Euro, ein Fleischgericht für 7,50 oder Salate für 5 bis 6 Euro zur Auswahl. Auch ein Nachtisch für 4,90 Euro ist dabei. Freitags gibt es Fisch.

Sehr beliebt ist die Lasagne de la Nonna. „Die mache ich nach dem Rezept meiner Oma“, sagt der Inhaber Alessandro Gregorio, der mit seiner Frau Serpil Gregorio den Laden betreibt. Die Gewürzkombination darin bleibt aber sein Geheimnis. Besonders oft verlangen die Gäste außerdem nach gegrillter Salsiccia. Die Italienische Wurst mit viel Fenchel gibt es deshalb zweimal pro Woche.

Für Penne mit Rindfleisch steht der Chef schon morgens um 5 Uhr am Herd

Zur Mittagszeit werkelt der gebürtige Süditaliener selbst am Herd und kocht 30 bis 35 Essen. Wenn es Penne Candela mit Rindfleisch gibt, steht der 45-Jährige sogar schon morgens um 5 Uhr in seiner Küche. „Das Fleisch wird bis 12 Uhr bei niedriger Temperatur gekocht“, erklärt er. Seine Leidenschaft für gutes Essen und italienische Gemütlichkeit versucht der gelernte Koch an seine Kunden weiterzugeben. „Viele haben uns schon gefragt, weshalb wir nicht vergrößern“, sagt er. „Das wollen wir gar nicht, dann würde das Flair verloren gehen.“ Klar sei es zu Beginn im Jahr 2007 schwer gewesen, Schwaben, die sich nicht kannten, an einen Tisch zu setzen. Heute habe er aber viele Stammkunden, denen gerade das gefällt. „Wir sind wie eine Familie“, sagt Gregorio.

Ein Stückchen dampfendes Süditalien zum Mitnehmen

In der Feinkost Galeria speisen die Gäste zwischen Paletten voll Gemüse aus der Region, Wurst und Käse aus Italien, sowie seinen selbst produzierten Olivenölen, Balsamicos, Kaffeesorten oder Antipasti. Wer das nicht mag, kann sein Essen mitnehmen – auch für die Kollegen. Für bis zu 15 Personen kann Gregorio telefonisch Bestellungen aufnehmen. Die Portionen mit lecker dampfendem Süditalien muss dann aber selbst abgeholt werden.