Serien-Tüv „Frau Jordan stellt gleich“ Kann Sexismus lustig sein?

Katrin Bauerfeind als Eva Jordan in der zweiten Staffel der Serie „Frau Jordan stellt gleich“. Foto: Joyn/Pro Sieben/Oliver Feist 13 Bilder
Katrin Bauerfeind als Eva Jordan in der zweiten Staffel der Serie „Frau Jordan stellt gleich“. Foto: Joyn/Pro Sieben/Oliver Feist

Was taugt der zweite Auftritt von Katrin Bauerfeind als Gleichstellungsbeauftragte Eva Jordan? Die erste Folge der neuen Staffel von „Frau Jordan stellt gleich“ im Schnelltest.

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Stuttgart - Das Leben ist zu kurz, um es mit schlechten Serien zu verschwenden. Wir haben für Sie gesehen: die erste Episode der zweiten Staffel „Frau Jordan stellt gleich“, die am Donnerstag, 5. November, bei Joyn startet.

Die Story in zwei Sätzen Das Stadtamt soll digitalisiert werden und bekommt daher ein neues Innovationsteam, das nur aus Männern besteht. Das passt Eva Jordan (Katrin Bauerfeind) gar nicht, weswegen sie Frauen für das „I-Team“ rekrutiert.

Was soll das alles? Die zweite Staffel der Serie knüpft nahtlos an die erste an: Eva Jordan hat die Wahl zur Bürgermeisterin verloren und arbeitet weiterhin als Gleichstellungsbeauftragte. Daher muss sie sich mit Fragen auseinandersetzen, wie: Darf ein türkischer Junge zum Karneval als Indianer verkleidet gehen? Warum gibt es eigentlich so viele bekannte Knabenchöre, aber keinen einzigen bekannten Mädchenchor? Weshalb findet man öffentliche Wickeltische immer nur auf Frauentoiletten? Und sind Witze gegen weiße Männer Humor, aber Witze gegen schwarze Männer Rassismus? „Frau Jordan stellt gleich“ behandelt zwar die Themen Sexismus, Feminismus und Gleichstellung – aber das tut die Serie mit viel Humor, wie Hauptdarstellerin Katrin Bauerfeind vor Veröffentlichung der ersten Staffel sagte: „Wir dachten, es ist an der Zeit, auch über das Thema zu lachen, was übrigens nicht dasselbe ist, wie sich darüber lustig zu machen.“

Wer steckt dahinter? Ebenso wie bei der ersten Staffel, steckt auch hinter Staffel 2 der „Stromberg“-Macher Ralf Husmann. In der Fortsetzung geht es ebenso politisch unkorrekt weiter: Die Gleichstellungsbeauftragte Jordan ist nicht auf den Mund gefallen und haut einige derbe Sprüche raus.

Wer ist der Star? Auch wenn Katrin Bauerfeind die Hauptrolle übernimmt, ohne ihre Mitarbeiter wäre die Serie weniger witzig. So spielt Natalia Belitski die lesbische Yvonne, Alexander Khuon ist Philip, der einzige Mann im Gleichstellungsteam, und Mira Partecke spielt die charmant-naive Renate.

Der Satz des Tages „Ja, also vorne wäre vielleicht ein bisschen zu ambitioniert. Aber ein bisschen weniger weit hinten, das wäre ja auch schon mal was.“ (Eva Jordan zu Inga Kaiser, gespielt von Anna Blomeier, die sie für das I-Team gewinnen will.)

Bingewatch-Faktor? Zugegeben, „Frau Jordan stellt gleich“ ist keine Serie für Zuschauer mit hohen Ansprüchen. Aber sie ist unterhaltsam und einfach zu verfolgen: Die Staffeln bauen zwar aufeinander auf, jedoch geht dem Verständnis nicht unbedingt etwas ab, wenn man die ersten Folgen nicht gesehen hat. Die Witze sind teilweise flach, aber entsprechen oft der Wahrheit – ein Lacher ist auf jeden Fall drin.

Gesamtnote 2-

Ab Donnerstag, 5. November, strahlt Joyn die zweite Staffel, insgesamt zehn Folgen, der Serie aus. Eine Ausstrahlung im Free-TV ist für 2021 bei Pro Sieben geplant.




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