Serien-Tüv „Tote Mädchen lügen nicht“ Hannah Baker ist tot! Lang lebe die Audiokassette!

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Das Leben ist zu kurz, um es mit schlechten Serien vor dem Fernseher zu verschwenden. Unser Schnelltest verrät, ob es sich wirklich lohnt, sich auf eine neue Serie einzulassen. Wir haben für Sie gesehen: die Pilotepisode der Miniserie „Tote Mädchen lügen nicht“.

„Tote Mädchen lügen nicht“: Dylan Minnette als Clay Katherine Langford als Hannah Foto: Beth Dubber/Netflix
„Tote Mädchen lügen nicht“: Dylan Minnette als Clay Katherine Langford als Hannah Foto: Beth Dubber/Netflix

Stuttgart - Wir haben für Sie gesehen: die ­erste Episode der Miniserie ­„Tote Mädchen lügen nicht“, die seit Freitag bei Netflix abrufbar ist.

Worum geht es?

Vor ihrem Selbstmord hat die Schülerin Hannah Baker Kassetten aufgenommen, auf denen sie verrät, welche 13 Menschen sie für ihren Tod verantwortlich macht. Clay Jensen, der in Hannah verliebt war, ist Empfänger des Kassetten-Päckchens, das er wie einen Kettenbrief weiterleiten soll.

Was soll das alles?

Jay Ashers Jugendbuch „Tote Mädchen lügen nicht“ (Originaltitel: „Thirteen Reasons Why“) war 2007 ein Bestseller. Es geht darin auch um Cyber-Mobbing. Und weil die Geschichte sowieso in 13 Episoden erzählt wird, war eine Serienfassung irgendwie unvermeidlich.

Wer spielt mit?

Achtung, viele neue TV-Gesichter! Während Dylan Minette (Clay) immerhin schon in Serien wie „Scandal“ oder „Lost“ kleinere Rollen hatte, ist ­Katherine Langford (Hannah) neu im ­Geschäft. Am nächsten dran an dem, was man Star nennt, ist Kate Walsh („Private Practice“), die Hannahs Mutter spielt.

Wer steckt dahinter?

Selena Gomez, die endlich nicht mehr nur als Popsternchen und Ex von Justin Bieber berühmt sein will, versucht sich als Produzentin. Und Regisseur Tom McCarthy beweist, dass er nicht nur weiß, wie man gestresste Journalisten in Szene setzt (sein Kinodrama „Spotlight“), sondern auch Teenager am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Das Ding des Tages

Die Audiokassette! Herrlich, wie sich der Digital Native Clay abmüht, für dieses Relikt aus der analogen Steinzeitwelt ein Abspielgerät zu finden.

Die Song des Tages

Joy Divisions zackig-larmoyanter Postpunk-Klassiker „Love Will Tear Us Apart“ aus dem Jahr 1980 orchestriert grandios (und garantiert besser als jeder ­Selena-Gomez-Song) die Teen Angst von Hannah und ihren ­Mitschülern.

Was sind die Alternativen?

Die Generation, für die die Bedienung von Kassettenrekordern noch eine Selbstverständlichkeit ist, erinnert sich vielleicht an den grandiosen ZDF-Sechsteiler „Tod eines Schülers“ aus dem Jahr 1981, der in jeder Episode den Selbstmord eines Abiturienten aus einer anderen Perspektive erzählte.

Gesamtnote

2-3