Seven mit Thomas D im Theaterhaus Sonnyboy statt Schmerzensmann

Von Christof Hammer 

Seven singt im Theaterhaus Soulpop – und bekommt dabei Rückenwind vom Fanta-Vier-Rapper Thomas D.

Thomas D (links) und der  Schweizer Sänger Seven am Mittwoch im Theaterhaus. Foto:Lichtgut/Ferdinando Iannone Foto:   7 Bilder
Thomas D (links) und der Schweizer Sänger Seven am Mittwoch im Theaterhaus. Foto:Lichtgut/Ferdinando Iannone

Stuttgart - Daheim in der Schweiz ist Jan Dettwyler schon seit mehr als zehn Jahren ein Star, hierzulande rückte ihn aber erst seine Teilnahme an der dritten Staffel der Fernsehshow „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ im Jahr 2016 in den Blickpunkt. Prächtig im Geschäft ist der als Seven agierende Sänger seither, gut 800 Besucher zieht er zum Abschluss seiner „Soulmate“-Tournee am Mittwochabend ins Theaterhaus. Ob es ohne TV-Präsenz ähnlich gut laufen würde für den 40-Jährigen aus dem Kanton Aargau? Der Erfolg hat jedenfalls seinen Preis: Im Theaterhaus gibt Seven sich über weite Strecken so, als würde er vor Fernsehkameras performen, imaginären Regieanweisungen folgen. Alles wirkt einstudiert bis hin zur Körpersprache, nie kommt Seven so recht aus seiner Rolle als Sonnyboy und Schwiegermuttertraum heraus.

Gleichwohl wirkt dieser gut zweistündige Abend nicht übertrieben steif oder bemüht – er zeigt lediglich die Möglichkeiten dieses Musikers ebenso auf wie seine Grenzen. Als Interpret von fluffigen Mainstream-Songs und zurückgenommenen Balladen macht Seven im ersten Teil des Abends eine ordentliche Figur, bleibt stimmlich zwischen sonorem Bariton und smartem Falsett. Zudem widersteht er der Versuchung, eine One-Man-Show zu inszenieren, sondern gibt seiner fünfköpfigen Begleitband mit Percussion, Schlagzeug, Gitarre, E-Kontrabass und E-Cello sowie einer quirlig aufspielenden Keyboarderin viel Raum für eigene Akzente – beides richtige Entscheidungen.

Gut gelaunter Disco-Funk

Für tiefe Tonlagen und explizite vokale Ausbrüche ist sein Organ schlicht nicht geeignet, und dass er partout nicht taugt zum wahren Soul Man, zum Schmerzensmann, der die Tiefen der eigenen Seele auslotet, den Dreck der Straße, die Schattenseiten des Lebens: Seven scheint es selbst zu ahnen. Nach einer knapp halbstündigen Pause steht im zweiten Teil der Show folgerichtig denn auch viel gut gelaunter Discofunk auf dem Spielplan, ehe Thomas D im Finale für zusätzlichen Schub sorgt: Im Duett mit Seven feiert er die Livepremiere des neuen gemeinsamen Songs „King Kong“ und sorgt mit seinem Solohit „Rückenwind“ für Heimspielatmosphäre im Theaterhaus.