Sexismus, Rassismus, Queer-Feindlichkeit während der EM So wollen die Stadt Stuttgart und die Uefa bei Diskriminierung helfen

Die EM soll allen Spaß machen. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski

Fußball soll Spaß machen – und zwar allen. Um das zu gewährleisten, hat sich die Host City Stuttgart einiges einfallen lassen. Auch die Uefa hat Pläne, wie sie gegen Diskriminierung, Sexismus und Rassismus vorgehen will. Wir zeigen, wo Betroffene Hilfe finden.

Nur noch wenige Tage und Stuttgart verwandelt sich in eine Fußballstadt. Als eine von zehn Host Cities der Uefa Europameisterschaft 2024 will die Stadt für vier Wochen ein unvergessliches Fußballfest für Fans, Gäste und die Bewohner:innen gewährleisten. Es werden Hunderttausende Fans aus der ganzen Welt im Kessel erwartet, denn in Stuttgart werden vier Gruppenspiele und ein Viertelfinale ausgetragen.

 

Dabei soll es auch sicher an den zentralen Orten für das Public Viewing zugehen, denn Fußball soll allen Spaß machen. Am Hauptort, der Fan-Zone am Schlossplatz, am Marktplatz, dem Karlsplatz und auf dem Schillerplatz werden nicht nur fast alle Spiele übertragen, auch an den spielfreien Tagen soll dort ein Rahmenprogramm stattfinden.

Safer Space am Karlsplatz

Um zu gewährleisten, dass Betroffene von Diskriminierung, Rassismus, Sexismus und Ableismus Unterstützung finden, hat die in.Stuttgart einen Safer Space – die sogenannte Fanboje – in der Fan-Zone am Karlsplatz eingerichtet. In diesem geschützten Rückzugsort, auf der Seite des Alten Schlosses, erhalten Betroffene Kontakt-, Beratungs- und Meldeangebote durch geschultes Personal, erklärt Jörg Klopfer vom Medienteam der Host City Stuttgart. „Er ist ein Raum der Ruhe und Erholung. Hier finden Menschen Unterstützung. Dies geschieht etwa durch Erstgespräche mit Betroffenen von diskriminierendem Verhalten oder sexualisierter Gewalt“, so Klopfer.

Geschultes Personal in der Fanboje

Das Personal hat bereits Erfahrung: Unter den insgesamt 60 ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen waren etliche schon in der Wasenboje, die es seit dem Herbst 2023 als Schutzraum auf dem Volks- und Frühlingsfest gibt. Beide Bojen sind als Pilotprojekt unter der Leitung der Abteilung für Chancengleichheit der Stadt Stuttgart und der Stabsstelle Sicherheitspartnerschaft in der Kommunalen Kriminalprävention entstanden. Zaunbanner und Plakate sollen auf den Safer Space aufmerksam machen. Außerdem wird der Standort des Raumes in der offiziellen App der Uefa kommuniziert.

Wer Diskriminierung oder Rassismus erlebt, kann das melden

Auch die Uefa weiß, dass es während der Fußballeuropameisterschaft zu Diskriminierung oder Schlimmerem kommen kann und hat einen eigenen Meldekanal in ihrer App installiert. Zusätzlich sollen zur Vorbeugung und Bekämpfung aller Arten von Diskriminierung Meldestellen im Stadion eingerichtet werden, bei denen man Diskriminierung schnell und sicher melden kann. Damit sich alle wohlfühlen, soll es neben den klassischen Toiletten auch geschlechtsneutrale geben, die von allen Besucher:innen genutzt werden können.

Die wichtigsten Infos:

Safer Space am Karlsplatz: 13. 6.-14.7., an Spieltagen 13.30-1 Uhr, an Nicht-Spieltagen 13.30-23.30 Uhr

So erkennt man das Awareness-Team: Das Personal des Teams trägt hellblaue und gebrandete Westen. Man kann das Team auch per WhatsApp unter folgender Nummer erreichen: +49 173 782 67 78

Zusätzlich können sich Betroffene auch an den Ordnungsdienst, die Volunteers oder das Deutsche Rote Kreuz wenden.

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