Sexualität in der Katholische Kirche Coming-out unterm Kreuz

Heterosexuelle und queere Kirchenmitarbeiterinnen fordern Anerkennung in der katholischen Kirche. Foto: dpa/Benedikt Spether

Die katholische Amtskirche steht für viele ohnehin auf dem Prüfstand. Sie täte um ihrer Glaubwürdigkeit willen gut daran, Diversität in ihren Reihen endlich zuzulassen, sagt StZ-Autorin Hilke Lorenz.

Familie/Bildung/Soziales: Hilke Lorenz (ilo)

Stuttgart - Dieses Outing ist mehr als die öffentliche Preisgabe der eigenen sexuellen Orientierung. Das Outing, wie es jetzt über 100 Menschen wagen, deren Arbeitgeberin die katholische Kirche war oder ist, ist viel, viel mehr als nur das Risiko eines möglicherweise aburteilenden Blicks anderer. Diese Katholikinnen und Katholiken setzen ihren Arbeitsplatz aufs Spiel. Als Krankenpfleger, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen, Priester und Religionslehrerinnen. Sie riskieren das, was sie aus Berufung leben wollen. Ihr Makel in Augen der Amtskirche: sie lieben als Mann einen Mann oder als Frau eine Frau. Oder haben einen Transgenderprozess hinter sich. Die ARD-Doku „Wie Gott uns schuf“ macht deutlich: sie sind viele. Sie halten mit ihrer Arbeit die Gesellschaft am Laufen. Deshalb reden sie jetzt.

 

Nächstenliebe leben

Das ist kirchlicher Ungehorsam vom Feinsten. Er trifft die katholischen Kirche in einer Zeit, in der sie ohnehin um ihre Daseinsberechtigung bei ihren (Noch)Mitgliedern und um die Geltung ihres Wortes in der Gesellschaft kämpft. Sie kann nur gewinnen, wenn sie Diversität in ihrer eigenen Reihen endlich offiziell zulässt und damit Nächstenliebe lebt.

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